Abgeschaltete, Netze

iPhone 4 und 4S: Abgeschaltete Netze machen die Klassiker alltagsuntauglich

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 16:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Veraltete Software und abgeschaltete Mobilfunknetze machen iPhone 4 und 4S für den regulären Alltag kaum noch geeignet.

iPhone 4 und 4S: Alte Apple-Modelle stoßen im Alltag an Grenzen
Ein minimalistischer, sonnendurchfluteter Raum, der ein Gefühl von Nostalgie und technologischem Wandel vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Das iPhone 4 gilt als eines der prägendsten Design-Objekte in der Geschichte von Apple. Vorgestellt 2010 im Moscone Center in San Francisco, setzte es mit seinem 3,5-Zoll-Retina-Display (326 ppi), dem A4-Chip, 512 MB Arbeitsspeicher und einer 5-Megapixel-Kamera neue Maßstäbe für Smartphone-Displays.

Im heutigen Alltag stößt das Gerät jedoch an klare Grenzen: Es lässt sich maximal auf iOS 7.1.2 aktualisieren – für moderne Apps, die iOS 13 oder höher voraussetzen, reicht das nicht mehr aus.

Technische Grenzen im Alltag

Als Hauptgerät ist das iPhone 4 damit praktisch unbrauchbar geworden. Wer das Modell dennoch betreiben möchte, kann es mit iOS 5.1.1 als reines Offline-Gerät nutzen – für Musik, Fotos, die Uhr-Funktion oder zum Lesen. Diese ältere Softwareversion soll dabei flüssiger laufen und schonender mit dem Akku umgehen als spätere iOS-Versionen wie iOS 6 oder 7. Ein Downgrade auf iOS 5.1.1 ist allerdings nur mit sogenannten SHSH-Blobs möglich, gespeicherten Signaturdaten, die ein Zurücksetzen auf ältere Firmware-Versionen erlauben. Für experimentierfreudige Nutzer existiert zudem die Möglichkeit eines Jailbreaks mit dem Tool Absinthe 2.0.

Besonders eingeschränkt ist die Telekom-Version des iPhone 4 (Modell A1387) mit CDMA2000-Unterstützung. Da das 3G-Netz in den meisten chinesischen Provinzen inzwischen abgeschaltet wurde und CDMA-Signale nur noch vereinzelt verfügbar sind, ist dieses Modell kaum mehr praktisch nutzbar.

Dienste wie WeChat oder Alipay laufen dort – wenn überhaupt – nur noch in veralteten, funktional eingeschränkten Versionen. Weder VoLTE noch GSM werden unterstützt.

iPhone 4S: Etwas mehr Spielraum

Das ein Jahr später erschienene iPhone 4S bringt mit dem A5-Chip, 512 MB RAM und einer 8-Megapixel-Kamera etwas mehr Leistungsreserven mit. Maximal unterstützt wird iOS 9.3.6. Mit der älteren Version iOS 6 laufen grundlegende Funktionen wie Telefonie, SMS, Musik, Kamera und einfache Spiele demnach flüssig, während moderne Anwendungen wie WeChat oder Alipay nicht mehr funktionieren.

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Der Unterschied im Startverhalten zwischen den Softwareversionen fällt deutlich aus: Während das System unter iOS 6 in rund 20 Sekunden hochfährt, benötigt iOS 9 etwa 40 Sekunden.

Auch beim iPhone 4S ist ein Downgrade auf iOS 6.1.3 nur mit vorhandenen SHSH-Blobs möglich; ohne diese Signaturdaten verweigert iTunes den Vorgang. Typische Fehlermeldungen beim Flash-Vorgang sind der Fehlercode 3194, der auf eine bereits geschlossene Signatur hinweist, sowie Fehlercode 4013, der meist auf Kabel- oder USB-Probleme zurückgeht.

Die Aktivierungssperre lässt sich dabei nicht umgehen. Zum Flashen selbst kommen klassische Werkzeuge wie iTunes beziehungsweise Finder im DFU-Modus zum Einsatz.

Netzwerkanbindung als größtes Hindernis

Sowohl iPhone 4 als auch iPhone 4S unterstützen ausschließlich GSM/EDGE (2G), WCDMA (3G) und teilweise CDMA2000 – 4G- oder 5G-Netze werden von der Hardware nicht bedient. Da 2G- und 3G-Netze in China nach Angaben der zuständigen Regulierungsbehörde MIIT großflächig abgeschaltet wurden, wird die mobile Netzanbindung beider Geräte zunehmend zum praktischen Problem.

Die GSM-Version des iPhone 4S (A1431) unterstützt kein CDMA beziehungsweise Telecom-Netz, während die CDMA-Version A1387 zwar grundsätzlich kompatibel ist, das entsprechende Netz aber kaum noch verfügbar ist.

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Auch beim WLAN zeigen sich Kompatibilitätsprobleme: Der moderne Verschlüsselungsstandard WPA3 wird nicht unterstützt, stattdessen ist WPA2-PSK mit AES-Verschlüsselung erforderlich. Als praktische Lösung für unterwegs wird der Einsatz eines mobilen 4G-WLAN-Routers vorgeschlagen.

Unterschiede zwischen den Modellen

Äußerlich lassen sich beide Generationen anhand der Antennenlinien unterscheiden: Beim iPhone 4S verlaufen zwei schwarze Antennenlinien rechts und eine links, beim iPhone 4 ist die Anordnung umgekehrt.

Technisch bietet das iPhone 4S mit seinem Dual-Core-A5-Chip gegenüber dem A4-Chip des Vorgängers eine bis zu siebenfach schnellere Grafikleistung und eine bis zu doppelt so hohe CPU-Leistung, verbunden mit einer längeren Akkulaufzeit.

Auch die Kamera wurde verbessert: Die Auflösung stieg von 5 auf 8 Megapixel, was einer Steigerung von rund 60 Prozent entspricht, ergänzt durch eine Blende von f/2.4 und ein Fünf-Linsen-System.

Fazit für heutige Besitzer

Wer ein iPhone 4 oder 4S noch besitzt, kann es allenfalls als Nischen- oder Sammlergerät weiterbetreiben – als vollwertiges Alltagsgerät sind beide Modelle durch die abgeschalteten Mobilfunknetze und die veraltete Softwarebasis nicht mehr geeignet.

Für alle, die dennoch experimentieren möchten, bleibt der Weg über Downgrades mit SHSH-Blobs oder Jailbreaks die einzige Möglichkeit, zumindest eine reibungslosere Bedienung auf älterer Firmware zu erreichen. Bei beiden Geräten wird zudem regelmäßig ein Akkuwechsel empfohlen, da die Originalakkus nach so langer Nutzungsdauer kaum noch ausreichende Kapazität besitzen.

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de | wissenschaft | 70199009 |