iPhone 18 Pro: Speichermangel bremst Apples Herbst-Launch
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Apples kommende Premium-Smartphones könnten zum Verkaufsstart im September knapp werden. Ein weltweiter Mangel an Speicherchips bremst die Produktion der neuen 2-Nanometer-Prozessoren.
Der iPhone-Hersteller steht vor einer der größten Herausforderungen seiner jüngeren Geschichte: Ein globaler Engpass bei mobilen DRAM-Speicherbausteinen blockiert die finale Fertigung von Millionen Prozessoren. Branchenbeobachter rechnen mit deutlich längeren Lieferzeiten und begrenzten Lagerbeständen, sobald der Verkauf der neuen Modelle anläuft.
Milliardenwerte liegen auf Halde
Beim Auftragsfertiger TSMC lagern derzeit Prozessoren im Wert von rund einer Milliarde Euro, die nicht ausgeliefert werden können. Die hochmodernen A20-Pro-Chips im 2-Nanometer-Verfahren sind zwar fertig produziert, es fehlen jedoch die notwendigen LPDDR5X-Speicherbausteine zur Komplettierung.
Der Stau wirkt sich direkt auf die Endmontage bei Foxconn und BYD in China aus. Zwar arbeiten Apple und seine Partner fieberhaft daran, genügend Speicher für den Verkaufsstart zu sichern, doch die Prognosen sind düster: Die Händlerregale dürften sich schnell leeren, Online-Bestellungen könnten sich kurz nach Öffnung des Vorbestellungsfensters deutlich verzögern.
KI-Boom verschärft die Lage
Die Ursache des Problems liegt in der explosionsartigen Nachfrage nach Speicherchips durch Künstliche Intelligenz. Große KI-Konzerne und Rechenzentrumsbetreiber haben einen Großteil der weltweiten DRAM-Produktion für sich gesichert. Die führenden Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron haben ihre gesamte Kapazität für DRAM und High-Bandwidth-Memory bereits bis 2027 durch langfristige Verträge ausverkauft.
Für Apple bedeutet das: Der Konzern muss um die verbliebenen Kapazitäten konkurrieren – zu deutlich höheren Preisen. Versuche, den Speicherbedarf über den chinesischen Hersteller CXMT zu decken, sind bislang gescheitert, nicht zuletzt wegen des Widerstands aus dem US-Kongress.
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Strategiewechsel: Nur noch Premium
Die angespannte Versorgungslage zwingt Apple zu einer ungewöhnlichen Entscheidung: Ein reguläres iPhone 18 wird es in diesem Herbst nicht geben. Stattdessen konzentriert sich das September-Event ausschließlich auf die Luxusmodelle – das iPhone 18 Pro, das Pro Max und eine neue, besonders hochpreisige Ultra-Variante. Das Standardmodell soll erst im Frühjahr 2027 erscheinen.
Die Konzentration auf die Oberklasse hat ihren Preis. Analysten von GF Securities erwarten Preiserhöhungen von 250 bis 300 US-Dollar für die Pro-Serie. Das Basismodell könnte damit zwischen 1.299 und 1.399 US-Dollar kosten. Verantwortlich dafür sind die teure 2-Nanometer-Fertigung und die stark gestiegenen Preise für Speicherbausteine.
Technische Highlights trotz Krise
Die neue Pro-Serie kann dennoch mit beachtlichen technischen Neuerungen aufwarten: Neben dem A20-Pro-Chip in 2-Nanometer-Technologie erwarten Experten verbesserte LTPO+-Displays, eine verkleinerte Dynamic Island und ein Kamerasystem mit variabler Blende. Zudem soll Apple auf der Veranstaltung Anfang September – Gerüchten zufolge am 8. oder 9. September – erstmals ein faltbares Gerät präsentieren.
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Anleger reagieren verhalten
Die Aussicht auf Lieferengpässe und steigende Kosten verunsichert auch die Finanzmärkte. Am 5. August stufte die Investmentbank Phillip Capital die Apple-Aktie von „Neutral" auf „Reduce" herab. Das Kursziel liegt bei 290 US-Dollar. Die Analysten argumentieren, dass die Speicherpreisinflation die Gewinnmargen des Konzerns bis zum Jahresende erheblich belasten dürfte.
Das Problem: Der DRAM-Markt wird von nur drei Anbietern dominiert, was Apples Verhandlungsspielraum stark einschränkt. Die Speicherknappheit betrifft inzwischen auch andere Produktlinien – so verzögern sich Auslieferungen bestimmter MacBook-Air-Konfigurationen bis in den September.
Die Konkurrenz profitiert derweil von der angespannten Lage: Samsungs Galaxy Z Fold 8 verzeichnete Anfang August dreimal so viele Vorbestellungen wie sein Vorgänger, was die Nachfrage nach Spezialkomponenten wie ultradünnem Glas weiter anheizt.
