iPad Pro: Neuer BT.2020-Standard bringt 95% Farbabdeckung
30.06.2026 - 20:05:35 | boerse-global.de
Der nächste iPad Pro könnte fast randlos werden – und eine völlig neue Farbqualität bieten.
Apple arbeitet offenbar an einem grundlegenden Neustart seiner Profi-Tablet-Reihe. Gleich mehrere technische Neuerungen zeichnen ab, was das iPad Pro der nächsten Generation von der Konkurrenz abheben soll: extrem schmale Displayränder und eine deutlich verbesserte Farbdarstellung.
Schlankere Ränder durch neue Display-Technik
Im Zentrum der Design-Revolution steht ein Wechsel in der Lieferkette. Statt wie bisher auf Display-Treiberchips von Samsung zu setzen, prüft Apple die Zusammenarbeit mit dem Hersteller LX Semiconductor. Kombiniert mit einer sogenannten Chip-on-Film-Technologie (COF) von LG Innotek ließe sich der Rahmen um das Display drastisch reduzieren.
Die Entscheidung über die neuen Komponenten sollte ursprünglich bis Ende Juni fallen. Das Ziel ist klar: ein nahezu randloses Display, das die Nutzfläche maximiert. Für ein Gerät, das ohnehin schon als Maßstab im Tablet-Markt gilt, wäre das ein deutlicher Sprung nach vorn.
Farbwunder: Der Wechsel zu BT.2020
Noch bedeutender als die Optik könnte jedoch die innere Bildschirm-Technologie sein. Branchenbeobachter berichten, dass Apple bei iPad Pro, MacBook Pro und iMac auf den neuen BT.2020-Farbstandard umsteigen will. Ziel sind 95 Prozent Abdeckung dieses erweiterten Farbspektrums.
Zum Vergleich: Der aktuelle DCI-P3-Standard, den Apples High-End-Displays nutzen, wirkt dagegen fast blass. BT.2020 umfasst deutlich mehr Farbnuancen und bringt vor allem Rot- und Grüntöne stärker zur Geltung.
Um diese Qualität zu erreichen, arbeiten die Zulieferer an neuartigen OLED-Materialien:
- MR-TADF-Emitter (Multi-Resonant Thermally Activated Delayed Fluorescence) für reinere Farben
- Hyperfluoreszenz und pTSF für höhere Helligkeit und längere Lebensdauer
- Tandem-Zwei-Stapel-OLED mit Oxid-Dünnschichttransistoren für mehr Leistung
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Die ersten MacBook Pros mit dieser Technik könnten zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 erscheinen. Beim iPad Pro rechnen Experten mit einer ähnlichen Entwicklung – die breite Einführung könnte sich jedoch bis 2028 hinziehen.
M5-Prozessor und Eigenbau-Modems
Das neue iPad Pro soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt kommen – angetrieben vom M5-Prozessor. Parallel dazu arbeitet Apple an eigenen 5G-Modems, die künftig in der Tablet-Reihe zum Einsatz kommen könnten.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der Wettbewerb im Premium-Tablet-Segment verschärft sich. Erst am 30. Juni kündigte Huawei das MatePad Pro Max an: ein 13,2-Zoll-Tablet mit nur 4,7 Millimetern Dicke, 3K-OLED-PaperMatte-Display, 144 Hertz Bildwiederholrate und 1600 Nits Spitzenhelligkeit. Apples Antwort darauf dürfte nicht nur dünner, sondern auch technisch überlegen ausfallen.
Neue Formfaktoren am Horizont
Auch jenseits der Tablets experimentiert Apple mit neuen Designs. Hinweise auf ein mögliches Foldable-Gerät verdichten sich: Ein Prototyp mit 16:10-Seitenverhältnis und integrierten Kameratasten soll in der Entwicklung sein – eine klare Anleihe bei aktuellen High-End-Faltgeräten der Konkurrenz.
Lieferkette im Wandel
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Samsung Display bleibt zwar Apples wichtigster Partner für die OLED-Transition. Die Produktionsausbeute für aktuelle Panels liegt bei über 90 Prozent. Doch die mögliche Einbindung von LX Semiconductor und LG Innotek zeigt: Apple baut seine Abhängigkeiten gezielt ab, um radikale Designziele zu erreichen.
Chinesische Display-Hersteller drängen ebenfalls mit heimischen Materialien und neuen Architekturen in den Markt. Doch die hohen technischen Hürden des BT.2020-Standards – den bislang kein kommerzielles OLED-Panel vollständig erfüllt – stellen alle Zulieferer in den kommenden Jahren vor enorme Herausforderungen.
