iOS-Lücke: Angriffskette zielt auf Krypto-Wallets ab iOS 13
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 15:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Sicherheitsunternehmen SlowMist hat vor einer schwerwiegenden Sicherheitslücke in Apples mobilem Betriebssystem iOS gewarnt. Laut Informationen des SlowMist-CISO 23pds wurde eine vollständige Angriffskette identifiziert, die eine Vielzahl von Versionen betrifft.
Den Analysen zufolge sind Nutzer von iOS 13 bis hin zur aktuellen Version 26.5 potenziell gefährdet. Ziel der Angreifer sei die Extraktion sensibler Daten, insbesondere von Private Keys und Seed Phrases für Krypto-Wallets.
Technischer Ablauf der Identifizierten Angriffskette
Die Sicherheitsforscher von SlowMist beschreiben den technischen Prozess als eine mehrstufige Eskalation. Demnach beginne die Angriffskette bereits mit einem einfachen Klick auf einen präparierten Link durch den Nutzer. In der Folge werde eine Memory-Corruption-Schwachstelle im Bereich Safari WebKit/JSC ausgenutzt. Dies ermögliche es den Angreifern, Lese- und Schreibrechte auf der JavaScript-Ebene (JS-Layer) zu erlangen.
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Im weiteren Verlauf werde ein sogenannter PAC-Bypass (Pointer Authentication Code) durchgeführt. Dieser Schritt erlaube es, native Aufrufe auf dem System abzusetzen. Nach einem erfolgreichen Ausbruch aus der WebContent-Sandbox finde eine Kernel-Privilege-Escalation statt, durch welche die Angreifer Root-Rechte erhalten.
In der finalen Phase erfolge die Exfiltration von Daten aus dem Schlüsselbund (Keychain) sowie von Wallet-Informationen. SlowMist empfahl allen Anwendern dringend, ein entsprechendes System-Upgrade durchzuführen.
Apple meldet Korrekturen ohne Bestätigung der Kette
Apple hat unterdessen ein Dokument zur Version iOS 26.5 veröffentlicht. Darin werden zwar Fehlerbehebungen für den Bereich WebKit-Memory aufgeführt, die spezifisch von SlowMist beschriebene Angriffskette wurde von dem Technologiekonzern jedoch nicht explizit bestätigt.
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Sicherheitsrisiken durch Schadcode in Finanz-Apps
Zusätzlich zu den allgemeinen Systemschwachstellen wies SlowMist auf konkrete Risiken durch Drittanbieter-Software hin. In einer gemeinsamen Analyse mit dem OKX-Security-Team wurde in den Versionen 1.1 und 1.2 der Anwendung FomoPeek eingeschleuster Schadcode nachgewiesen. Die App, die im Apple App Store verfügbar ist und Funktionen wie Wallet-Tracking sowie Benachrichtigungen zu On-Chain-Aktivitäten bewirbt, enthalte zwei geschäftsfremde Module.
Eines dieser Module wurde als iOS-Kernel-Angriffsframework identifiziert, das über acht verschiedene Exploit-Schemata verfügt. Die Auswahl des jeweiligen Exploits erfolge automatisch, basierend auf dem Gerätemodell und der installierten Systemversion. Im Falle von FomoPeek seien insbesondere die Versionen iOS 12.0 bis 18.7 sowie iOS 26.0 bis 26.1 betroffen.
Nach einem erfolgreichen Exploit könne die App die Sandbox umgehen und auf verschlüsselte Daten aus der Keychain sowie Informationen anderer Anwendungen zugreifen. Davon betroffen seien neben Mnemonics und Private Keys auch Login-Daten und Chat-Verläufe. Die Analyse ergab zudem die Existenz verdeckter Server für Remote-Kommandos, deren Funktionen bereits aktiv seien.
Das Risiko für einen erfolgreichen Angriff steige dabei, je niedriger die verwendete iOS-Version ist. Laut SlowMist bedürfen die genaue Ursache und der vollständige Umfang des Risikos bei FomoPeek noch weiterer Verifizierungen. Bisher liegen keine bestätigten Zahlen über betroffene Nutzer oder die Höhe entstandener Gesamtschäden vor.
