iOS 27: Siri AI fehlt in Europa wegen DMA-Streit mit EU
02.07.2026 - 21:24:04 | boerse-global.de
Grund ist ein handfester Rechtsstreit mit der EU-Kommission.
Apple hat am heutigen Donnerstag im Rahmen der WWDC26 das neue KI-Ökosystem vorgestellt. Dazu gehören Updates für iOS 27 und eine grundlegend überarbeitete Siri AI. Weltweit sollen die Funktionen im September 2026 erscheinen. In der Europäischen Union jedoch wird Siri AI auf iPhones und iPads zum Start fehlen. Der Grund: ein ungelöster Streit über die Anforderungen des Digital Markets Act (DMA).
Der Streitpunkt: Wer darf ans System?
Im Zentrum des Konflikts steht die Frage der Interoperabilität. Der DMA verpflichtet sogenannte Gatekeeper wie Apple, konkurrierenden Diensten tiefen Zugriff auf Systemfunktionen zu gewähren. Genau das lehnt Apple ab.
Das Unternehmen argumentiert, dass eine solche Öffnung die Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer gefährde. Dritte könnten dann auf sensible Daten wie Nachrichten oder die Kaufhistorie zugreifen. Die EU-Kommission wiederum betont, dass allein Apple dafür verantwortlich sei, die Funktionen zurückzuhalten. Bislang habe der Konzern keinen Vorschlag vorgelegt, der den gesetzlichen Anforderungen genüge.
Krisengespräche ohne Ergebnis
Bereits Anfang dieser Woche führten Apple-CEO Tim Cook und EU-Digitalchefin Henna Virkkunen mehrere Videokonferenzen. Beide Seiten bezeichneten die Gespräche als konstruktiv – einen konkreten Zeitplan für eine Lösung gibt es aber nicht.
Apple schlug dem Vernehmen nach die Einführung eines „Trusted System Agent“ vor. Dieser Mechanismus sollte die KI-Datenverarbeitung steuern und gleichzeitig die Sicherheitsstandards wahren. Zudem beantragte Apple eine 18-monatige Übergangsfrist, um die neuen KI-Funktionen an die DMA-Vorgaben anzupassen.
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Die EU-Kommission lehnte ab. Aus Brüsseler Kreisen heißt es, der Vorschlag sei kein ernsthafter Compliance-Versuch gewesen, sondern der Versuch, eine pauschale Ausnahme zu erzwingen. Zudem seien die ersten Kontakte zur Abstimmung der Software unzureichend gewesen. In den vergangenen Wochen gingen bei der Kommission Hunderte Verbraucherbeschwerden ein – viele Nutzer sind verärgert über den fehlenden Zugang zu den neuen KI-Funktionen.
Teilweise Verfügbarkeit – und hohe Strafen
Die Einschränkung betrifft ausschließlich iPhone und iPad. Auf dem Mac, der Vision Pro und der Apple Watch soll Siri AI auch in der EU verfügbar sein. Diese Plattformen unterliegen anderen regulatorischen Einstufungen oder erfüllen bereits die geforderten Standards.
Die wirtschaftlichen Risiken sind enorm. Europa macht rund 27 Prozent des Apple-Umsatzes aus und etwa 15 Prozent des installierten Gerätebestands. Bei Verstößen gegen den DMA drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Erst kürzlich wurde Apple im Zusammenhang mit App-Store-Praktiken zu einer Strafe von 500 Millionen Euro verurteilt.
Führungswechsel als zusätzlicher Faktor
Die Verhandlungen gewinnen zusätzlich an Brisanz, weil bei Apple ein Führungswechsel ansteht. Tim Cook wird am 1. September 2026 als CEO zurücktreten. Er bleibt dem Unternehmen jedoch als Chairman erhalten und wird sich künftig auf Regierungsbeziehungen und Regulierungsfragen konzentrieren.
Dass Cook persönlich die Gespräche mit Kommissarin Virkkunen führt, zeigt, wie wichtig Apple der europäische Markt ist – und welche zentrale Rolle Siri AI in der künftigen Produktstrategie spielen soll. Für europäische Nutzer von iOS 27 und iPadOS 27 bedeutet das vorerst: Sie werden die KI-Flaggschiff-Funktionen nicht nutzen können, die in anderen Regionen verfügbar sind.
