ION-Roboter in Großhansdorf: Gewebeproben aus schwer erreichbaren Lungenherden
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 22:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die LungenClinic Großhansdorf hat mit der Einführung des robotergestützten Bronchoskopiesystems ION einen neuen technologischen Standard in der pneumologischen Diagnostik gesetzt. Nach Angaben der Klinik handelt es sich um das erste System dieser Art, das in einer norddeutschen Einrichtung in Betrieb genommen wurde. Die Technologie soll insbesondere die Präzision bei der Untersuchung kleiner und schwer zugänglicher Lungenareale erhöhen.
Das ION-System nutzt Computertomografie-Daten (CT), um einen hochflexiblen Katheter computergesteuert zu potenziellen Krankheitsherden in der Lunge zu navigieren. Durch diese Steuerung können Gewebeproben auch von sehr kleinen Lungenrundherden entnommen werden, die mit herkömmlichen Verfahren oft nur schwer oder gar nicht erreichbar sind.
Fokus auf Früherkennung und diagnostische Sicherheit
Haupteinsatzgebiete der robotergestützten Technik sind die Abklärung unklarer Lungenrundherde sowie die gezielte Früherkennung von Lungenkrebs. Laut der LungenClinic Großhansdorf bietet das Verfahren einen signifikanten Vorteil für die Patientenversorgung: Durch die präzise Gewebeentnahme können langwierige CT-Verlaufskontrollen, die bisher zur Beobachtung verdächtiger Stellen notwendig waren, in vielen Fällen entfallen.
Die Klinik verweist auf erste klinische Erfahrungen und Studien, wonach das System eine hohe diagnostische Treffsicherheit aufweise. Gleichzeitig werde das Risiko für Komplikationen während des Eingriffs als niedrig eingestuft.
Die LungenClinic Großhansdorf setzt als erste Klinik in Norddeutschland ein robotergestütztes Bronchoskopiesystem ein, das Gewebeproben aus schwer erreichbaren Lungenherden entnimmt — und damit langwierige CT-Verlaufskontrollen in vielen Fällen überflüssig machen kann. Wer als starker Raucher oder Ex-Raucher über 50 die eigene Früherkennung selbst in die Hand nehmen will, findet in diesem kostenlosen Wegweiser die wichtigsten Schritte, Fragen und Anlaufstellen. Jetzt kostenlosen Wegweiser Lungenkrebs-Früherkennung anfordern
Trotz der medizinischen Fortschritte sieht sich die Klinik mit ökonomischen Hürden konfrontiert. Das Haus bezeichnete die Anschaffung als eine herausfordernde Investition, da eine kostendeckende Refinanzierung über die aktuellen Vergütungsstrukturen derzeit nicht gegeben sei.
Ausbau der Screening-Strukturen in Deutschland
Die verstärkte Nutzung robotergestützter Systeme wie ION steht im Kontext bundesweiter Bestrebungen, die Früherkennung von Lungenkrebs zu systematisieren.
Ein unklarer Lungenrundherd im CT-Befund löst Angst aus — und oft folgen Monate der Unsicherheit mit wiederholten Kontrolluntersuchungen. Die neue robotergestützte Bronchoskopie kann in vielen Fällen schneller Klarheit schaffen, weil Gewebe auch aus kleinen, schwer zugänglichen Herden präzise entnommen werden kann. Unsere Checkliste zeigt Ihnen, welche Fragen Sie vor einer Abklärung stellen sollten und wann ein Eingriff sinnvoll ist. Checkliste Lungenrundherd-Abklärung jetzt sichern
In Hessen wird zum 1. Oktober 2026 bei der Helios HSK Wiesbaden eines der ersten zugelassenen Netzwerke für Lungenkrebs-Screening in Deutschland den Betrieb aufnehmen. Dieses Netzwerk entsteht in einer Kooperation zwischen der HSK, den Radiologie-Dienstleistern Radiomed und RNS sowie der Überörtlichen Gemeinschaftspraxis Radiologie Limburg-Weilburg.
Das Programm richtet sich mit Niedrigdosis-CT-Untersuchungen speziell an aktive und ehemalige starke Raucher. Während die primären Untersuchungen in den beteiligten Praxen stattfinden, übernimmt das HSK-Zentrum die Zweitbegutachtung bei auffälligen oder unklaren Befunden. Für die weiterführende diagnostische Abklärung setzt auch das Zentrum in Wiesbaden auf den ION-Bronchoskopieroboter, um eine präzise Befundung sicherzustellen.
