Intune-Update 2606: Microsoft zentralisiert App-Richtlinien radikal
02.06.2026 - 15:06:53 | boerse-global.deDer Software-Riese Microsoft zieht die Konfiguration von Microsoft-365-Apps-Policies im Intune Admin Center ab. Künftig läuft alles über das Microsoft 365 Apps Admin Center – eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen für IT-Administratoren.
Die Umstellung erfolgte mit dem Intune-Update (Version 2606) am heutigen Dienstag. Bislang konnten Administratoren die Richtlinien für Microsoft-365-Apps direkt im Intune Admin Center verwalten. Diese Möglichkeit entfällt nun vollständig. Bestehende Richtlinien und deren Funktionalität bleiben laut Microsoft jedoch unverändert erhalten.
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IT-Verantwortliche sollten ihre internen Dokumentationen anpassen. Die Änderung ist im Microsoft 365 Message Center unter der ID MC1330892 vermerkt.
Strengere Sicherheit für Entra ID und Authentifizierung
Doch das ist nicht die einzige Neuerung. Ab dem 7. September 2026 verlangt Microsoft Entra ID vorregistrierte Authentifizierungsmethoden für alle Self-Service-Passwortzurücksetzungen (SSPR). Bereits heute nutzen 86 Prozent aller SSPR-Überprüfungen diese registrierten Verfahren.
Um den Übergang zu erleichtern, startet Microsoft am 6. Juli 2026 eine formelle Registrierungskampagne. Die neuen Anforderungen gelten für die Public Cloud sowie für spezialisierte Regierungsclouds wie GCC, GCC High und DoD.
Parallel dazu stellt Microsoft die SMS-Login-Codes für Privatkonten ein. Grund sind die zunehmenden Risiken durch SIM-Swapping und Phishing-Angriffe. Nutzer sollen stattdessen auf Passkeys oder verifizierte E-Mail-Adressen umsteigen.
Dienstunterbrechung und neue Abrechnungsmodelle
Erst gestern kam es zu einer kurzzeitigen Störung, die den Dateizugriff mehrerer Webanwendungen beeinträchtigte. Nutzer konnten keine Dokumente in Excel, PowerPoint und Word innerhalb von Microsoft Teams und Office für das Web öffnen. Ursache war ein Konfigurationsproblem in der Office-Online-Server-Ebene. Der Dienst war am frühen Nachmittag wieder vollständig verfügbar.
Auf der Verwaltungsseite führt Microsoft neue Pay-as-you-go-Abrechnungsoptionen im Microsoft 365 Admin Center ein. Dieses Abrechnungsmodul unterstützt nun Microsoft 365 Backup, SharePoint Storage und High Volume Email. Voraussetzung ist ein aktives Azure-Abonnement sowie eine Ressourcengruppe im selben Mandanten. Das System erlaubt zudem die Einrichtung von Budgetwarnungen.
Auslaufende Software und neue Bedrohungen
Für Nutzer von Office 2019 für Mac wird es ernst: Am 13. Juli 2026 tritt ein abgesicherter Modus in Kraft, der nur noch das Anzeigen und Drucken von Dokumenten erlaubt. Grund ist der Ablauf eines Sicherheitszertifikats. Wer weiterhin produktiv arbeiten will, muss auf Microsoft 365 oder Office 2024 upgraden.
Das FBI warnt zudem vor einer Phishing-as-a-Service-Plattform namens Kali365, die seit April 2026 aktiv ist. Die Plattform zielt auf Microsoft-365-Konten ab, indem sie den Device-Code-Flow ausnutzt, um die Multi-Faktor-Authentifizierung zu umgehen und OAuth-Token zu stehlen. Angreifer erhalten so dauerhaften Zugriff auf Outlook, Teams und OneDrive.
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Microsoft Build 2026 startet in San Francisco
Die Infrastruktur-Updates fallen mit dem Start der Microsoft Build 2026 zusammen, die heute in San Francisco beginnt. Die Entwicklerkonferenz dürfte sich schwerpunktmäßig mit Künstlicher Intelligenz, Copilot-Erweiterungen und autonomen KI-Agenten befassen.
Parallel modernisiert Microsoft veraltete Windows-Komponenten. Das Unternehmen testet derzeit Updates für das Windows-11-Startmenü und treibt die Migration von Control-Panel-Funktionen in die Einstellungen-App voran. Die klassische Systemsteuerung bleibt jedoch für fortgeschrittene Aufgaben wie BitLocker und Netzwerkkonfiguration weiterhin verfügbar.
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