Intervallfasten: 187 Erwachsene zeigen stärkeren Fettabbau mit Sport
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 07:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Kombination aus zeitlich begrenzter Nahrungsaufnahme und strukturierter körperlicher Aktivität kann den Fettabbau bei Menschen mit Adipositas gezielt unterstützen.
Zu diesem Ergebnis kommt die sogenannte TEMPUS-Studie der Universität Granada, deren Ergebnisse im Fachjournal Nature Communications (DOI 10.1038/s41467-026-78625-3) publiziert wurden. Die Untersuchung analysiert die wechselseitigen Effekte von Intervallfasten und Sport auf das Körpergewicht sowie spezifische Stoffwechselmarker.
Deutlicher Fettabbau durch kombiniertes Programm
Für die TEMPUS-Studie untersuchten Wissenschaftler 187 Erwachsene mit Adipositas, von denen etwa die Hälfte Frauen waren. Die Probanden wurden über einen Zeitraum von 12 Wochen randomisiert in vier Gruppen eingeteilt: Standardversorgung, reines Intervallfasten, rein betreutes Training sowie eine Kombination aus Fasten und Training.
Das Intervallfasten sah ein tägliches Mahlzeitenfenster von 8 Stunden vor. Das Sportprogramm setzte sich aus Kraftübungen und hochintensivem Ausdauertraining zusammen.
Die Fastengruppen verloren im Durchschnitt rund 2,2 kg mehr Gewicht als die Gruppe mit Standardversorgung. Die Kombination aus Fasten und Training führte zu einem ausgeprägteren Körperfettverlust als die Standardversorgung und das reine Bewegungstraining. Zudem verbesserten beide Trainingsgruppen ihre kardiorespiratorische Fitness.
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Das Leberfett, das mittels Magnetresonanztomografie (MRT) erfasst wurde, verringerte sich in allen vier Gruppen, wobei keine signifikanten Unterschiede zwischen den aktiven Interventionen und der Standardversorgung auftraten.
Unter den Teilnehmenden, die zu Beginn an einer Fettleber litten, erfüllten nach dem kombinierten Programm aus Fasten und Training etwa 30% die Diagnosekriterien nicht mehr, verglichen mit 6,5% in der Standardversorgungsgruppe.
Geschlechterunterschiede und langfristige Befunde
Bei männlichen Teilnehmern bewirkte die Kombination aus Fasten und Training eine stärkere Reduktion des Leberfetts als die Standardversorgung, während dieser Effekt bei Frauen nicht nachgewiesen wurde.
Die Koautorin Alba Camacho Cardeñosa ordnete ein, dass die Analysen keinen generellen Geschlechtsunterschied bezüglich der Intervention belegen. Um dies abschließend zu beurteilen, seien längere Folgestudien notwendig, insbesondere bei Personen mit stark erhöhtem Leberfett.
Eine Nachbeobachtung ein Jahr nach Abschluss der Maßnahme zeigte zudem Grenzen der Nachhaltigkeit auf: Nach zwölf Monaten bestanden zwischen den Gruppen keine messbaren Unterschiede mehr hinsichtlich Leberfett, Körpergewicht und Körperzusammensetzung.
Einordnung durch begleitende Studienergebnisse
Weitere Untersuchungen liefern zusätzlichen Kontext zum Mechanismus des Intervallfastens. Eine 16-wöchige Fütterungsstudie der University of Sydney (Cell Metabolism, NCT02148458) mit 53 Erwachsenen mit Stoffwechselrisiko – davon 77% Frauen bei einem Durchschnittsalter von 54,7 Jahren, von denen 43 die Studie abschlossen – untersuchte die Effekte schrittweiser Ernährungsumstellungen.
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In den ersten 8 Wochen unter einer voll bereitgestellten mediterranen Diät sanken die Triglyceride um 22% sowie das Gesamt- und LDL-Cholesterin um 6% beziehungsweise 7%, während der Entzündungsmarker hsCRP unverändert blieb.
Erst als in den darauffolgenden 8 Wochen zwei Fastentage pro Woche eingeführt wurden, sank hsCRP in der Interventionsgruppe um 25% gegenüber dem Ausgangswert und um 31% gegenüber Woche 8 (?0,37 gegenüber der Kontrolle). Mit einer Gewichtsabnahme von 3,63 kg gegenüber 1,88 kg in der Kontrollgruppe (Differenz 1,75 kg) verbesserten sich zugleich Blutdruck und Insulinresistenz.
Die Forscher zogen das Fazit, dass die Qualität der mediterranen Diät allein die Entzündungswerte nicht senke, sondern der durch das Fasten ausgelöste Gewichtsverlust der wesentliche Treiber der antientzündlichen Wirkung sei.
Dass zeitliche Beschränkungen primär über das Kaloriendefizit wirken, stützen auch Daten von Johns Hopkins Medicine im Fachblatt Obesity. Ein Team unter Leitung von Daisy Duan verglich bei 39 Erwachsenen mit Adipositas und Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes über 12 Wochen ein 10-Stunden- mit einem 16-Stunden-Zeitfenster unter einer bereitgestellten, isokalorischen DASH-Diät.
Die mediane Gewichtsabnahme betrug 2,7% in der 10-Stunden-Gruppe gegenüber 2,5% in der 16-Stunden-Gruppe. Trotz Verbesserungen beim Essverhalten – etwa geringerem Stressessen – zeigten sich keine Unterschiede bei Ghrelin, Leptin, CRP, Cortisol oder sRAGE. Duan bilanzierte, dass die zeitliche Beschränkung über die Gewichtsabnahme hinaus keinen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen erbracht habe.
Zu einer ähnlichen Bewertung kam bereits 2014 eine Untersuchung von Brad Schoenfeld im Journal of the International Society of Sports Nutrition. Bei 20 jungen Frauen, die über 4 Wochen dreimal wöchentlich eine Stunde Ausdauertraining absolvierten, hingen Fett- und Gewichtsverlust ausschließlich vom täglichen Kaloriendefizit von rund 500 kcal ab und wiesen keine Unterschiede zwischen nüchternem und nichts-nüchternem Training auf.
