InterRoC-Projekt: Daimler und Quantum Systems bauen autonome Militärkonvois
16.06.2026 - 22:50:38 | boerse-global.de
Daimler Truck und Quantum Systems entwickeln für die Bundeswehr unbemannte Militärkonvois.
Das Verteidigungsministerium hat ein neues Forschungsprojekt namens InterRoC gestartet. Ziel ist es, Lastwagen-Konvois zu entwickeln, die mit hohem Automatisierungsgrad in anspruchsvollen militärischen Umgebungen operieren können. Die Software für Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren liefert das Münchner Unternehmen Quantum Systems.
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Technologie für den Ernstfall
Im Kern geht es um die Integration von Autonomie- und KI-Lösungen in die militärischen Fahrzeugplattformen von Daimler Truck. Die Fahrzeuge sollen sich künftig selbstständig in der Kolonne bewegen können. Ein besonderer Fokus liegt auf der Teleoperation – der Möglichkeit, Fahrzeuge bei Bedarf aus der Ferne zu steuern.
Das Projekt hat auch eine regulatorische Dimension: Parallel zur Technologieentwicklung soll ein standardisierter Zertifizierungsprozess für diese Systeme etabliert werden. Das knüpft an frühere Erfolge an: Bereits 2025 erhielt ein autonomer Lkw von Daimler Truck eine TÜV-Zulassung.
Daimler Truck Defence: Neue Sparte fürs Militär
Die Bundeswehr-Partnerschaft fällt in eine Zeit massiver Expansion des Nutzfahrzeugherstellers im Verteidigungsbereich. Erst am Montag präsentierte der Konzern auf der Eurosatory 2026 in Paris seine neue globale Marke „Daimler Truck Defence". Die Investitionen in diesen Bereich liegen im mittleren dreistelligen Millionenbereich.
Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2028 will Daimler Truck einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro mit Rüstungsaufträgen erzielen. Rund 1.000 Mitarbeiter arbeiten bereits in der Verteidigungssparte, vor allem in Wörth am Rhein und Molsheim.
Der Auftragsbestand kann sich sehen lassen: 7.000 Zetros-Lastwagen für Frankreich, über 1.500 Logistikfahrzeuge für Kanada und ein dreistelliger Auftrag der Bundeswehr.
Geschützte Mobilität durch Partnerschaft
Parallel zur Autonomie-Entwicklung setzt Daimler Truck auf strategische Kooperationen. Mit dem kanadischen Spezialisten Roshel wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet. Gemeinsam sollen geschützte Fahrzeuglösungen entwickelt, produziert und vermarktet werden.
Die Idee: Daimlers bewährte Fahrgestelle – Zetros, Unimog und Arocs – werden mit Roshels Panzerungstechnologie kombiniert. Zielgruppe sind Streitkräfte in NATO, Europa und Nordamerika.
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Auf der Eurosatory zeigt der Hersteller zudem eine Reihe weiterer Partnerschaften: mit ARX Robotics für unbemannte Bodenfahrzeuge, Helsing für KI-Integration und dem türkischen Rüstungskonzern ASELSAN. Auch die Integrierte Produktunterstützung (IPS) wird präsentiert – mit 3D-Druck und KI-gestützter Wartung.
Europäische Welle unbemannter Systeme
Die Entwicklung autonomer Konvois ist Teil eines größeren Trends. Auf der Messe in Paris präsentieren mehrere europäische Rüstungskonzerne neue unbemannte Systeme.
Patria und RENK stellten ein Konzept für ein schweres, unbemanntes Kettenfahrzeug vor. Die Plattform basiert auf dem Patria TRACKX und ist für ferngesteuerte sowie zukünftig autonome Einsätze ausgelegt.
Rheinmetall, DOK-ING und Pearson Engineering zeigten den MV-8 KOMODO – ein unbemanntes System zur Minenräumung und Hindernisbeseitigung. Das 15,5 Tonnen schwere Fahrzeug wurde in weniger als sechs Monaten entwickelt und soll künftig das PATH-A-Kit für autonome Funktionen erhalten.
Die Botschaft ist klar: Die Zukunft der militärischen Logistik fährt autonom – und deutsche Technologie spielt dabei eine Schlüsselrolle.
