Internetsucht, Versuchung

Internetsucht: Versuchung schlägt Stress als Hauptauslöser

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Langzeitstudie zeigt: Nicht Stress oder negative Gefühle, sondern der innere Drang ist der Hauptauslöser für problematisches Online-Verhalten.

Studie widerlegt Mythos: Versuchung treibt exzessive Internetnutzung an
Ein Smartphone liegt auf einem minimalistischen Schreibtisch und symbolisiert die Versuchung zur Internetnutzung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Studie der Universität Duisburg-Essen räumt mit einem weit verbreiteten Mythos auf: Nicht negative Gefühle oder Stress sind der Hauptauslöser für exzessive Internetnutzung – sondern die schiere Versuchung.

Der Drang, den wir alle kennen

900 Erwachsene nahmen an der Untersuchung von Dr. Silke M. Müller und Andreas Oelker teil. Über 14 Tage dokumentierten die Forscher ihr Nutzungsverhalten. Das Ergebnis überrascht: Zwar haben Menschen mit problematischer Internetnutzung tatsächlich ein höheres Stresslevel und eine schlechtere Stimmung. Aber diese Zustände lösen den konkreten Impuls zum Online-Gehen nicht aus.

Der stärkste Prädiktor ist das Erleben eines inneren Drangs – die Versuchung. Dieser Mechanismus hat den größten Einfluss darauf, ob Nutzer ihre Zeit im Netz als problematisch empfinden.

Was die Daten wirklich zeigen

Die Datenerhebung lief zwischen Oktober 2021 und August 2024. Durch die tägliche Begleitung der Probanden konnten die Wissenschaftler kurzfristige Stimmungsschwankungen mit dem tatsächlichen Verhalten abgleichen.

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Das Ergebnis: Problematische Internetnutzer reagieren häufiger auf plötzliche Impulse. Stress erhöht zwar die allgemeine Anfälligkeit. Doch der entscheidende Moment ist die Versuchung selbst. Die Forscher bezeichnen diesen Drang als zentralen Mechanismus, der das Dauersurfen antreibt – und die Stimmung danach oft weiter verschlechtert.

Neue Strategien für die Prävention

Bisherige Ansätze setzen auf Stressreduktion oder die Bearbeitung emotionaler Probleme. Die Studie, veröffentlicht am 30. Juli 2026 in PLOS One, legt nahe: Das greift zu kurz.

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Stattdessen sollten Präventionsmaßnahmen darauf abzielen, Betroffene zu trainieren, Versuchungsmomente frühzeitig zu erkennen. Die Autoren empfehlen ein gezieltes Versuchungsmanagement und die Stärkung der Impulskontrolle. Wer plötzliche Impulse bewusst wahrnimmt und ihnen widersteht, kann den automatischen Griff zum Smartphone unterbrechen.

Die Fähigkeit, Versuchungen im Alltag zu erkennen und zu widerstehen – das, so die Wissenschaftler, sollte den Kern künftiger Interventionen bilden.

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