Internetnutzung, Versuchung

Internetnutzung: Versuchung treibt Menschen online, nicht Stress

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 07:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt Versuchung als Treiber exzessiver Internetnutzung. Viele Unternehmen verpassen die NIS2-Registrierung, während das Misstrauen gegenüber US-Cloud-Anbietern zunimmt.

Digitalisierung: NIS2-Frist endet, Cloud-Misstrauen wächst
Ein minimalistischer, aufgeräumter Arbeitsplatz mit Laptop und Notizbuch, der Konzentration und digitale Balance symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Digitalisierung stellt Unternehmen vor neue Hürden – psychologisch, regulatorisch und technologisch. Eine Studie zeigt: Nicht Stress treibt Menschen ins Netz, sondern die Versuchung. Parallel läuft die NIS2-Registrierungsfrist ab, und viele Firmen hinken hinterher.

Studie: Versuchung statt Stress als Treiber

Forschende der Universität Duisburg-Essen haben 900 Erwachsene 14 Tage lang begleitet. Das Ergebnis: Nicht die allgemeine Stimmungslage führt zu übermäßigem Online-Konsum, sondern konkrete Versuchung und der Drang, online zu gehen. Veröffentlicht wurde die Studie Ende Juli in der Fachzeitschrift PLOS One.

Die Folgen problematischer Internetnutzung sind bekannt: mehr Stress, schlechte Laune, vernachlässigte Pflichten. Die Forscher raten deshalb, Momente der Versuchung frühzeitig zu erkennen und gezielte Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Mentale Souveränität: Methoden gegen digitalen Stress

In der Berufspraxis setzen Experten auf die MAC-Methode – Achtsamkeit, Akzeptanz und Engagement. Ein Sportpsychologe empfiehlt, belastende Gefühle in Drucksituationen anzunehmen und den Fokus auf die Aufgabe zu richten. Visualisierungstechniken wie das „Future Self“ sollen helfen, kurzfristigen Ablenkungen zu widerstehen.

Der Steuerberaterverband Düsseldorf bietet dazu im November eine Informationsveranstaltung an. Zusammen mit der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft will man dort Belastungsfaktoren und Bewältigungsstrategien für digitalen Stress erörtern.

Ein IT-Experte betont zudem: Digitale Souveränität bedeutet nicht Autarkie, sondern professionelles Steuern von Abhängigkeiten. Gerade bei Künstlicher Intelligenz verschärfe die Anbieterkonzentration die Risiken – klare Governance-Strukturen seien unerlässlich.

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NIS2-Frist abgelaufen: Viele Unternehmen säumig

Seit dem 17. März ist das KRITIS-Dachgesetz in Kraft. Heute endet die verlängerte Registrierungsfrist für die NIS2-Richtlinie – doch viele Unternehmen haben sie verpasst. Ein Marktbericht vom Mai zeigt: Nur rund 18.500 der geschätzt 29.000 betroffenen Firmen hatten ihre Registrierung geprüft. Dabei halten 82 Prozent der IT-Sicherheitsverantwortlichen die Richtlinie für nützlich. Größte Hürden: unklare Zuständigkeiten und Kostenbedenken.

Die Dringlichkeit belegen ENISA-Daten: Die öffentliche Verwaltung war 2024 mit 38 Prozent aller Vorfälle der am stärksten von Cyberangriffen betroffene Sektor. Experten raten, Sicherheit nicht an den Unternehmensgrenzen enden zu lassen, sondern auch die Lieferkette einzubeziehen.

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Neben regulatorischen Anforderungen wie NIS2 oder der KI-Verordnung bleibt die klassische IT-Sicherheit das wichtigste Fundament für Unternehmen, um sich gegen die steigende Zahl an Cyberangriffen zu wappnen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie Sicherheitslücken proaktiv schließen und Ihr Unternehmen ohne teure Investitionen langfristig schützen können. IT-Sicherheit stärken: Kostenloses Cyber-Security E-Book herunterladen

Cloud-Report: Misstrauen gegenüber US-Anbietern wächst

Ein Bitkom-Report zeigt: 85 Prozent der Unternehmen halten Deutschland für zu abhängig von US-Cloud-Anbietern. Zwar bevorzugen 91 Prozent deutsche Anbieter, doch nur 53 Prozent nutzen sie tatsächlich. Hauptgrund sind Lock-in-Effekte – 59 Prozent der Firmen scheuen hohe Wechselbarrieren.

Behörden wie CISA und ACSC veröffentlichten Ende Juli Leitfäden zur Isolation kritischer operativer Systeme. Empfohlen werden Bestandsaufnahme, Netzwerksegmentierung und physische Isolationspunkte – als Schutz gegen fehlende Patches und Infektionen über Wechselmedien.

Mitte November diskutieren Fachleute auf der ersten deutschen Konferenz für Gesundheitsresilienz in Düsseldorf über Krisenversorgung und Cybersicherheit. Mit dabei: Vertreter der TH Köln und der Charité.

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