Internetkriminalität: 500 Millionen Dollar Schaden bei jungen US-Amerikanern
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 23:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die finanziellen Schäden durch Internetkriminalität haben unter jungen Erwachsenen in den Vereinigten Staaten ein kritisches Ausmaß erreicht. Laut dem aktuellen FBI Internet Crime Report meldeten Personen im Alter von 20 bis 29 Jahren für das Jahr 2025 Verluste in einer Gesamthöhe von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Besonders Studierende stehen im Fokus krimineller Netzwerke, die zunehmend spezialisierte Betrugsmaschen einsetzen.
Gezielte Maschen gegen Studierende und Berufseinsteiger
Die im Bericht dargelegten Daten verdeutlichen, dass Betrüger gezielt die Lebensumstände junger Menschen ausnutzen. Im Zentrum der Aktivitäten stehen dabei gefälschte Jobangebote, Betrug bei der Wohnungssuche sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Erstellung von Deepfakes.
Gerade zu Beginn neuer Semester oder Ausbildungsabschnitte steigt die Gefahr durch Wohnungsbetrug. Hierbei werden Immobilien zu attraktiven Konditionen inseriert, die entweder gar nicht existieren oder nicht im Besitz der Anbieter sind.
Katie Mansfield, eine Studentin an der University of Utah, teilte in diesem Zusammenhang ihre persönlichen Erfahrungen mit betrügerischen Aktivitäten, um auf die Risiken aufmerksam zu machen. Neben dem klassischen Mietbetrug identifiziert das FBI auch gefälschte Stellenanzeigen als wachsende Bedrohung, bei denen persönliche Daten oder Vorabzahlungen von den Bewerbern eingefordert werden.
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Präventionsmaßnahmen der Finanzinstitute
Angesichts der steigenden Schadenssummen verstärken Finanzdienstleister ihre Bemühungen zur Aufklärung. Das Kreditinstitut Chase führt jährlich mehr als 1.000 kostenlose Workshops zur Betrugsprävention durch. Ein speziell auf die Bedürfnisse von Studierenden zugeschnittener Workshop ist für den kommenden September geplant.
Mallory Santa Cruz, Community Managerin bei Chase, rät dringend dazu, bei der Online-Suche stets die URLs von Webseiten gründlich zu überprüfen. Im Bereich des Wohnungsmarktes sei die persönliche Besichtigung einer Immobilie unerlässlich, bevor finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden.
Grundsätzlich sollte die Zahlung von Kautionen oder Mieten im Voraus ohne gesicherte Verträge vermieden werden. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme empfiehlt das Institut die Nutzung von Kreditkarten für Transaktionen, da diese oft bessere Schutzmechanismen und Rückbuchungsmöglichkeiten bieten als andere Zahlungsmittel.
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Forderungen nach verstärkter Aufklärung
Auch die US-Verbraucherschutzbehörde FTC (Federal Trade Commission) mahnt zur Vorsicht und stellt Ressourcen zur Betrugsprävention bereit. Die Behörde fordert Finanzinstitute dazu auf, ihre Kontoinhaber noch intensiver zu schulen.
Ein zentraler Aspekt der Empfehlungen ist eine Entschleunigung bei Finanztransaktionen. Nutzer sollten bei verdächtigen Anfragen grundsätzlich langsamer vorgehen und jede Aufforderung zur Zahlung oder Preisgabe von Daten unabhängig verifizieren.
Branchenexperten betonen, dass die Kombination aus technischer Überwachung und individueller Wachsamkeit der effektivste Schutz gegen die professionell organisierten Betrugsnetzwerke bleibt. Die Ausbildung digitaler Kompetenz und ein gesundes Misstrauen gegenüber allzu attraktiven Online-Angeboten seien essenziell, um die Verlustzahlen in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen künftig zu senken.
