Intel-Prognose, Speicherpreise

Intel-Prognose enttäuscht Börse, Aktie fällt um ein Fünftel

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 21:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Konzern rechnet im laufenden Quartal mit deutlich weniger Umsatz und Gewinn als von Analysten erwartet. Finanzchef David Zinsner führt die Schwäche auf hohe Speicherpreise und sinkende PC-Käufe zurück.

Intels Quartalszahlen und Ausblick

  • Intel prognostiziert für das laufende Quartal einen Umsatz von 15 bis 16 Milliarden Dollar.
  • Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 25 US-Cent liegen, erwartet worden waren 43 Cent.
  • Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar.
Intel war zuletzt auf dem Weg aus einer langen Krise. (Archivbild) - Bild: Andrej Sokolow/dpa

Intel senkt mit Prognose die Erwartungen

Intel hat die Börse mit seinem Ausblick auf das laufende Quartal schwer enttäuscht, woraufhin die Aktie im nachbörslichen Handel zunächst um rund ein Fünftel einbrach. Der Chipkonzern erwartet weniger Umsatz und Gewinn, weil hohe Speicherpreise nach Einschätzung des Finanzchefs die Nachfrage nach Computern bremsen.

Umsatz bleibt hinter Erwartungen

Für das laufende Vierteljahr stellte Intel einen Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt eher mit 17 Milliarden Dollar gerechnet.

Beim bereinigten Gewinn je Aktie prognostizierte der Konzern 25 US-Cent. Die Markterwartung lag bei 43 Cent.

PC-Geschäft bis 2027 belastet

Finanzchef David Zinsner sagte dem Wirtschaftssender CNBC, Intel beobachte seit Wochen eine Abschwächung des Geschäfts. Wegen der hohen Speicherpreise würden weniger Geräte gekauft.

Das Geschäft mit Personal Computern werde auch über das erste Halbjahr 2027 hinaus gebremst laufen, betonte Zinsner. Die Speicherpreise sind in den vergangenen Monaten wegen der hohen Nachfrage für den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz stark gestiegen.

Umsatz wächst, Gewinn sinkt

Im vergangenen Quartal steigerte Intel den Umsatz im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar. Damit lag der Konzern ungefähr im Rahmen der Analystenerwartungen.

Der Gewinn sank dagegen um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Der Ausblick überschattete damit zunächst die bessere Umsatzentwicklung des abgelaufenen Quartals.

Intel steht zugleich unter dem Druck eines schwächeren PC-Marktes und einer veränderten Nachfrage im Halbleitersektor. Hohe Investitionen in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treiben die Nachfrage nach Speicherchips, verteuern dadurch Komponenten und erhöhen die Kosten für Hersteller und Abnehmer.

Für Intel ist das besonders relevant, weil der Konzern neben dem Ausbau seines Geschäfts mit Rechenzentren weiterhin stark vom klassischen PC-Markt abhängt. Wenn Gerätehersteller wegen teurer Speicher ihre Bestellungen zurückstellen, wirkt sich das unmittelbar auf Prozessorabsatz, Auslastung und Margen aus. Die Prognose für das erste Halbjahr 2027 deutet damit auf eine länger anhaltende Belastung hin.

Folgen für den Halbleitermarkt

Die Entwicklung zeigt die ungleiche Verteilung des KI-Booms: Anbieter von Speicherchips profitieren von der hohen Nachfrage, während Unternehmen mit stärkerem PC- oder Komponentenbezug unter den steigenden Preisen leiden können. Dass Intel trotz eines Umsatzanstiegs im vergangenen Quartal beim Gewinn zurückfiel, unterstreicht den Kostendruck.

Für Anleger rückt damit neben dem laufenden Quartal die Frage in den Mittelpunkt, wie schnell Intel seine Abhängigkeit vom PC-Geschäft verringern kann. Kurzfristig dürfte die neue Prognose die Bewertung und die Erwartungen an die Erholung des Konzerns belasten; für Verbraucher können anhaltend hohe Speicherpreise zudem teurere oder später bestellte Computer bedeuten.

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