Intel Foundry schrumpft Verlust – Hoffnung auf Wende 2027
12.05.2026 - 12:13:23 | boerse-global.deDas interne Foundry-Geschäft hat seinen operativen Verlust im ersten Quartal 2026 leicht reduziert – ein Zeichen, dass der Konzern seine ambitionierte Fertigungs-Roadmap in den Griff bekommt.
Der operative Verlust der Foundry-Sparte belief sich auf 2,4 Milliarden Euro – eine Verbesserung um 72 Millionen Euro gegenüber dem Vorquartal. Analysten werten diesen Fortschritt als Beleg, dass Intel die hohen Kosten seines aggressiven „Fünf-Knoten-in-vier-Jahren“-Plans zunehmend kontrolliert.
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Umsatzsprung dank interner Nachfrage
Der Gesamtumsatz der Foundry-Einheit erreichte im ersten Quartal 5,4 Milliarden Euro, ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings bleibt ein Problem: Rund 5,2 Milliarden Euro stammen aus der Fertigung für Intels eigene Produktgruppen. Die externen Kunden steuerten lediglich 174 Millionen Euro bei – ein deutlicher Hinweis, dass der Wandel zum kommerziellen Auftragsfertiger noch ganz am Anfang steht.
Finanzvorstand David Zinsner führt die verbesserten Margen auf überraschend gute Ausbeuten bei den Fertigungsprozessen Intel 3, Intel 4 und 18A zurück. Besonders der 18A-Knoten – Intels 1,8-Nanometer-Technologie – liegt laut Zinsner rund zwei Quartale vor dem internen Zeitplan. Die Ausbeute soll bereits Mitte 2026 die Jahresziele erreichen.
Tesla und Apple im Visier
Der strategische Schwenk hin zu externen Kunden gewinnt an Fahrt. Der Auftragspipeline-Wert, der die unterschriebenen Lebenszeitverpflichtungen abbildet, überstieg Ende des ersten Quartals 15 Milliarden Euro – ein Anstieg von rund 10 Milliarden Euro zum Jahresende 2025.
Ein Treiber ist der 14A-Knoten, der Nachfolger von 18A. Branchenberichten zufolge entwickelt sich 14A schneller als sein Vorgänger. Tesla soll den Prozess bereits für sein „Terafab“-Projekt ausgewählt haben, eine spezialisierte KI-Chip-Fertigung. Auch Apple und Nvidia prüfen demnach die 18A-P-Variante für künftige Chip-Designs. CEO Lip-Bu Tan betont, dass der Wandel von KI-Workloads hin zu Inferenz und agentischem Computing eine beispiellose Nachfrage nach Intels fortschrittlicher Verpackungstechnologie erzeuge.
Konzernzahlen: Licht und Schatten
Die Konzernzahlen für das erste Quartal zeigen ein gemischtes Bild. Der Gesamtumsatz lag bei 13,6 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von 12,4 Milliarden Euro. Auf Non-GAAP-Basis erzielte Intel einen Nettogewinn von 1,5 Milliarden Euro, der Gewinn pro Aktie betrug 0,29 Euro – weit über der Konsensschätzung.
Die GAAP-Zahlen wiesen dagegen einen Nettoverlust von 3,7 Milliarden Euro aus. Grund sind 4,1 Milliarden Euro an Restrukturierungskosten, darunter eine Wertberichtigung auf die Mobileye-Sparte. Positiv: Die Non-GAAP-Bruttomarge stieg auf 41 Prozent, nach 39,2 Prozent im Vorjahr.
Die Data-Center-und-AI-Sparte (DCAI) entwickelte sich zum Wachstumsmotor mit einem Umsatzplus von 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Grund sind die starke Nachfrage nach den neuesten Xeon-Serverprozessoren und erste Auslieferungen des Gaudi-3-KI-Beschleunigers. Die Client-Computing-Gruppe (CCG) wuchs dagegen nur um ein Prozent – der globale PC-Markt bleibt schwach.
Wettbewerbsdruck und Kostenfalle
Intels Foundry-Strategie gilt als Gradmesser für die gesamte Halbleiterindustrie, die nach Alternativen zum bisher dominierenden Fertigungsanbieter sucht. Intel will mit massiven Investitionen in Arizona, Ohio und Deutschland eine glaubwürdige Alternative in den USA und Europa aufbauen.
Doch die Kosten sind enorm. Die hohen Abschreibungen für EUV-Lithografieanlagen und die immensen Investitionen für 1,4-Nanometer-Knoten werden die Bruttomargen auf absehbare Zeit unter den historischen Höchstwerten halten. Zudem bleiben Wettbewerber nicht untätig: Andere große Foundries haben kürzlich Leistungssteigerungen für ihre eigenen 1,6-Nanometer- und 2-Nanometer-Knoten angekündigt.
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Ausblick: 2027 als Wendepunkt
Das Management hält am Ziel fest, die Foundry-Sparte bis 2027 operativ in die Gewinnzone zu führen. Dieser Meilenstein soll mit der vollen Produktion des 18A-Knotens und der Einführung von 14A erreicht werden. Für das zweite Quartal 2026 prognostiziert Intel einen Umsatz zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Euro – ein Zeichen für anhaltende Dynamik in den Bereichen Rechenzentrum und KI.
Engpässe in der Lieferkette, die das Volumenwachstum im ersten Quartal bremsten, sollen sich im Laufe des Jahres auflösen. Allerdings könnten steigende Kosten für Speicher und Substrate die Margen in der zweiten Jahreshälfte belasten.
Der erfolgreiche Turnaround der Foundry-Sparte ist längst nicht mehr nur ein Fertigungsziel, sondern eine finanzielle Notwendigkeit für den Gesamtkonzern. In den nächsten zwölf Monaten wird sich zeigen, ob der 18A-Knoten den Sprung von der technischen Machbarkeit zur wirtschaftlichen Massenproduktion schafft – und ob externe Kunden beginnen, die immensen Investitionen in Intels globales Fabriknetzwerk zu rechtfertigen.
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