Intel Core 3 304: 120 Prozent mehr Leistung in Mini-PCs
27.05.2026 - 14:18:25 | boerse-global.deDer chinesische Hersteller Beelink launcht die Wildcat-Lake-Serie – und setzt damit erstmals auf Intels revolutionäres 18A-Fertigungsverfahren. Die neuen Mini-Computer sollen KI-gestützte Arbeitsabläufe direkt auf dem Gerät ermöglichen.
Drei Modelle umfasst die neue Produktlinie, die Beelink am 27. Mai 2026 vorgestellt hat: den EQ mini, den EQi und den ME Pro. Herzstück aller Geräte ist der Intel Core 3 304 – ein Prozessor, der mit einem Performance-Kern und vier Effizienzkernen arbeitet. Dazu kommen Xe3-LPG-Grafik und eine integrierte neuronale Recheneinheit (NPU).
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120 Prozent mehr Leistung im Einzelkern
Die Umstellung auf Intels 18A-Prozess bringt gleich mehrere technische Neuerungen mit sich. Die sogenannten RibbonFET- und PowerVia-Technologien verbessern die Effizienz der Stromversorgung und der Transistoren. Die Folge: Der Core 3 304 übertrifft seinen Vorgänger, den Core i3-N305, in der Einzelkernleistung um 120 Prozent, im Mehrkernbetrieb um 60 Prozent.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der lokalen KI-Verarbeitung. Die integrierte NPU liefert bis zu 24 TOPS (Billionen Rechenoperationen pro Sekunde). Das ermöglicht Anwendungen wie automatische Hintergrundunschärfe in Videokonferenzen, intelligente Dateiorganisation oder die Ausführung von Sprachmodellen direkt auf dem Gerät – ohne Cloud-Anbindung.
Zur Ausstattung gehören bei allen Modellen zwei USB4-Anschlüsse sowie 10-Gigabit-Ethernet – Ausstattungsmerkmale, die auf professionelle Nutzungsszenarien mit schnellen externen Speichern und Netzwerken ausgelegt sind.
Drei Modelle für unterschiedliche Anforderungen
Beelink hat die Wildcat-Lake-Serie in drei Leistungsstufen unterteilt:
Der EQ mini ist das Einstiegsmodell mit einer Leistungsaufnahme von 45 Watt. Er eignet sich für Standard-Büroanwendungen und Digital-Signage-Lösungen, bei denen kompakte Bauweise und Energieeffizienz im Vordergrund stehen.
Der EQi richtet sich an anspruchsvollere Nutzer. Mit einer Leistungsaufnahme von 85 Watt und zusätzlichem 2,5-Gigabit-Ethernet neben dem 10-Gigabit-Port kann er höhere Taktraten über längere Zeit halten – ideal für intensives Multitasking.
Das dritte Modell, der ME Pro, verlässt das klassische Mini-PC-Format. Er fungiert als Hybrid aus Rechner und Netzwerkspeicher (NAS) und bietet zwei Einschübe für 3,5-Zoll-Festplatten. Damit richtet er sich an kleine Unternehmen oder Kreativprofis, die große Datenmengen lokal verwalten und gleichzeitig von den KI-Fähigkeiten des neuen Intel-Chips profitieren wollen.
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Wettbewerb im Mini-PC-Segment verschärft sich
Die Markteinführung fällt in eine phase intensiver Konkurrenz. Branchenbeobachter verweisen auf den Druck, den das Apple MacBook Neo ausübt, das zu einem Einstiegspreis von umgerechnet rund 550 Euro auf den Markt kam. Um im Budget- und Mittelklassesegment wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen mehrere Hersteller auf Intels „Project Firefly“ – eine Initiative zur Senkung der Entwicklungskosten für Hardware-Partner.
Neben Beelink hat auch Chuwi ein erstes Gerät mit dem Core 3 304 vorgestellt: das UniBook-Laptop für umgerechnet rund 410 Euro. Es bietet ein 14-Zoll-Display, 8 Gigabyte RAM und eine 256-Gigabyte-SSD. Auch Lenovo, Asus und HP haben Geräte auf Basis dieser Architektur angekündigt – konkrete Preise und Verfüarbeiten stehen jedoch noch aus.
KI-Hardware wird zum Standard
Die Wildcat-Lake-Serie ist Teil einer breiten Welle KI-zentrierter Hardware-Updates. Asus brachte am 26. Mai einen All-in-One-PC mit Snapdragon-X-Prozessor auf den Markt, dessen NPU 45 TOPS liefert – fast doppelt so viel wie der Core 3 304. Das Gerät ist mit umgerechnet rund 1.100 Euro allerdings deutlich teurer.
Im High-End-Bereich bestätigte HP Ende Mai die Preise für das ZBook X G2i. Diese Workstations mit Intel Panther Lake und Nvidia RTX Pro Blackwell starten bei rund 3.300 Euro und können für Spitzenkonfigurationen über 9.000 Euro kosten. Der Versand soll im Juli 2026 beginnen.
Parallel dazu treibt Intel die Verpackungstechnologie für seine Prozessoren voran. Am 26. Mai stellte Intel Foundry das EMIB-T-Verfahren (Embedded Multi-die Interconnect Bridge) vor. Es ermöglicht die direkte Stromversorgung über Siliziumbrücken, reduziert Widerstände und verbessert die Signalgeschwindigkeit – ein entscheidender Schritt für die kosteneffiziente Integration verschiedener Chip-Komponenten in großen KI-Prozessoren.
Ausblick: Computex als nächster Meilenstein
Die Dynamik im PC- und Halbleitersektor dürfte sich auf der Computex Anfang Juni fortsetzen. Intel wird dort voraussichtlich Details zur Arc-G3-Grafikarchitektur auf Basis der Panther-Lake-Plattform präsentieren. Eine offizielle Ankündigung für Arc G3 in Gaming-Handhelds wird bereits für den 28. Mai 2026 erwartet.
Ersten Berichten zufolge bereiten Acer und MSI entsprechende Geräte vor. Acer arbeitet demnach an einem Handheld namens Predator Atlas 8, MSI will die Claw 8 EX AI+ mit Arc-G3-Extreme-Grafikkern und einem 80-Wh-Akku zeigen.
Ob sich die neuen, stromsparenden KI-Mini-PCs von Beelink gegen die wachsende Konkurrenz durch ARM-basierte Systeme und aggressive Preise etablierter Hersteller behaupten können, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Der Erfolg der EQ- und ME-Pro-Serie dürfte ein früher Indikator dafür sein, wie groß die Nachfrage nach Intels 18A-Plattform im kompakten Computer-Segment tatsächlich ist.
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