Intel-Apple-Deal, Chip-Fertigung

Intel-Apple-Deal: Chip-Fertigung für iPhones und Macs ab sofort

29.05.2026 - 03:19:16 | boerse-global.de

Intel fertigt künftig Chips für iPhones, iPads und Macs. Der Deal lockert Apples Abhängigkeit von TSMC und stärkt Intels Foundry-Geschäft.

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Das Abkommen sieht vor, dass Intel künftig Chips für iPhones, iPads und Macs fertigt – ein strategischer Schachzug, der die jahrzehntelange Abhängigkeit Apples vom taiwanesischen Hersteller TSMC lockern soll.

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Partnerschaft für günstigere Geräte

Die Vereinbarung konzentriert sich zunächst auf die Produktion von Chips für Apples untere Hardware-Klassen. Branchenanalyst Ming-Chi Kuo zufolge hat Intel bereits mit der Fertigung von Prozessoren für bestimmte iPhone-, iPad- und Mac-Modelle begonnen. Intel-CEO Lip-Bu Tan bezeichnete den hauseigenen 14A-Fertigungsprozess als technologischen Durchbruch für die Foundry-Ambitionen des Konzerns.

Das US-Handelsministerium unterstützt den Deal im Rahmen der Bemühungen, die heimische Halbleiterproduktion zu stärken. Aktuell nutzt die Partnerschaft bestehende Intel-Werke in Arizona und Irland. Langfristig soll sie jedoch entscheidende Auslastung für das milliardenschwere Expansionsprojekt in New Albany, Ohio bringen.

Führungswechsel bei Apple

Die Neuausrichtung in der Chip-Produktion fällt mit einem bedeutenden Führungswechsel zusammen. Am 27. Mai 2026 gab Apple bekannt, dass John Ternus, derzeit Chef der Hardware-Entwicklung, am 1. September 2026 die Nachfolge von Tim Cook als CEO antreten wird. Ternus, der maßgeblich an der Entwicklung der M-Serie und A-Serie beteiligt war, will die Chip-Integration und künstliche Intelligenz direkt auf dem Gerät weiter vorantreiben.

Die strategische Wende zeigt bereits Wirkung auf dem Markt. Anfang Mai brachte Apple das MacBook Neo für rund 550 Euro auf den Markt, angetrieben vom A18-Pro-Chip. Die Konkurrenz reagierte prompt: Google stellte seine Chromebook-Reihe ein und entwickelt stattdessen eine neue Laptop-Serie auf Basis von Intels Wildcat-Lake-Prozessoren.

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Intel auf Erholungskurs – mit staatlicher Hilfe

Intels Aktie hat sich innerhalb eines Jahres verfünffacht. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei über 550 Milliarden Euro, der Aktienkurs bei rund 108 Euro. Möglich wurde diese Erholung auch durch einen strategischen Staatseinstieg: Im August 2025 erwarb die US-Regierung einen Anteil von 9,9 Prozent an Intel zu 18,80 Euro pro Aktie. Der heutige Wert dieser Beteiligung? Rund 39 Milliarden Euro Gewinn für den Steuerzahler.

Parallel laufen die langfristigen Infrastrukturprojekte:
- Arizona: Ein gemeinsames 12nm-Projekt mit UMC durchläuft derzeit die Zertifizierung am Standort Ocotillo. Die Produktion soll 2027 anlaufen.
- Ohio: Der Bau des 26 Milliarden Euro teuren Werks in New Albany schreitet voran. Die erste Fabrik soll 2030 fertiggestellt sein, der Betrieb 2031 starten. Eine zweite Anlage ist für 2032 geplant.

Wackeliger Marktanteil trotz Foundry-Erfolgen

Trotz der Erfolge im Foundry-Geschäft steht Intel in seinen Kerndivisionen unter Druck. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Umsätze der Sparte Data Center und KI zwar um 22 Prozent. Doch Intels Marktanteil bei Server-CPUs fiel auf 66,8 Prozent – Konkurrenten wie AMD und ARM-basierte Designs holen auf.

Die KI-Welle treibt die Branche

Die Halbleiterindustrie bleibt ein Milliardenspiel. Nvidia kündigte kürzlich an, bis zu 138 Milliarden Euro jährlich in Taiwan zu investieren, um seine Lieferkette über Partnerschaften mit TSMC abzusichern.

Google wiederum versucht, Apples vertikale Integrationsstrategie zu kopieren. Alphabet baut eigenen Angaben zufolge eine direkte Beziehung zu TSMC auf, um eigene KI-Chips und Tensor Processing Units zu entwickeln. Ziel: weniger Abhängigkeit von externen Designern. Der Schritt verdeutlicht die explodierenden Kosten der Chip-Entwicklung – Branchenexperten schätzen sie inzwischen auf über 460 Millionen Euro pro Knoten.

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