Intel-Aktie stürzt nach Prognose um 22 Prozent ab
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 01:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIntels Prognose belastet das laufende Geschäft
- Intel erwartet im laufenden Vierteljahr 15 bis 16 Milliarden Dollar Umsatz.
- Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie liegt bei 25 US-Cent.
- Der PC-Markt soll 2027 um zehn Prozent schrumpfen, nachdem Intel für dieses Jahr zwölf Prozent Rückgang erwartet.
Intel verliert nach Prognose mehr als ein Fünftel an Wert
Die Intel-Aktie ist im nachbörslichen US-Handel um rund 22 Prozent eingebrochen, nachdem der Chipkonzern mit seiner Geschäftsprognose die Erwartungen deutlich verfehlt hatte. Hohe Speicherpreise bremsen den PC-Absatz, zugleich belasten Lieferketten-Probleme das Geschäft mit Chips für Rechenzentren.
Umsatzprognose bleibt hinter Erwartungen zurück
Für das laufende Vierteljahr erwartet Intel einen Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt eher mit 17 Milliarden Dollar gerechnet.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellte der Konzern 25 US-Cent in Aussicht. Die Markterwartung lag bei 43 Cent.
PC-Geschäft schwächt sich weiter ab
Finanzchef David Zinsner sagte, Intel beobachte seit Wochen eine Abschwächung, weil hohe Speicherpreise den Kauf neuer Computer dämpften. Auch im ersten Halbjahr 2027 sei keine Besserung zu erwarten.
Intel-Chef Lip-Bu Tan bezeichnete die Entwicklung als Problem des gesamten Marktes. Der Konzern rechnet für 2027 mit einem Rückgang des PC-Marktes um zehn Prozent, nachdem er für dieses Jahr ein Minus von zwölf Prozent erwartet.
KI-Boom verschärft Speicherengpässe
Die Speicherpreise sind in den vergangenen Monaten wegen der hohen Nachfrage für den Ausbau von Rechenzentren mit Künstlicher Intelligenz stark gestiegen. Intel profitiert mit seinen Prozessoren grundsätzlich vom KI-Boom, konnte die Nachfrage nach eigenen Angaben aber nicht ausreichend bedienen.
Als Gründe nannte Lip-Bu Tan unter anderem Engpässe bei Rohstoffen und die zeitweise Schließung einer Fabrik in Israel. Bei Chips für Rechenzentren besteht trotz hoher Nachfrage damit zusätzlicher Lieferdruck.
Umsatz steigt, Gewinn sinkt
Im vergangenen Quartal erhöhte Intel den Umsatz im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn sank dagegen um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar.
Die Aktie war zuvor stark gestiegen, weil Anleger auf neue Produktionsverfahren und ein wachsendes Geschäft mit Rechenzentren setzten. Konzernchef Tan baut zudem ein Geschäft als Auftragsfertiger für andere Chipanbieter auf.
Hohe Investitionen in Fabriken
Intel investiert in diesem Jahr rund 20 Milliarden Dollar in Fabriken und Ausrüstung. Finanzchef Zinsner stellte für das kommende Jahr eine weitere Erhöhung der Ausgaben in Aussicht.
Intel gerät mit seiner Prognose in eine doppelte Belastung: Der Konzern profitiert grundsätzlich von der Nachfrage nach Rechenzentrumstechnik, kann sie wegen Engpässen aber nicht vollständig bedienen. Gleichzeitig verteuert der Ausbau von KI-Rechenzentren Speicherchips und schwächt damit das klassische PC-Geschäft.
Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit einer breiteren Neubewertung des KI-Booms an den Finanzmärkten. Hohe Investitionen in Rechenzentren gelten als Wachstumstreiber, erhöhen aber zugleich Kosten- und Margendruck. Bei Technologieunternehmen reagieren Anleger deshalb besonders empfindlich, wenn Prognosen hinter hohen Erwartungen zurückbleiben.
Auswirkungen auf Intel
Für Intel verschärft die schwache PC-Nachfrage den Druck auf den geplanten Umbau. Der Konzern investiert zugleich in neue Fabriken und will sich stärker als Auftragsfertiger positionieren. Bleibt der PC-Markt wie angekündigt unter Druck, muss Intel die Auslastung seiner Kapazitäten und die Finanzierung der hohen Investitionen besonders sorgfältig steuern.
Für Verbraucher und Unternehmen können anhaltend hohe Speicherpreise die Kosten neuer Computer erhöhen oder Anschaffungen verzögern. Entscheidend wird sein, ob Intel die Nachfrage aus Rechenzentren künftig besser bedienen kann und ob sich die Speicherknappheit im weiteren Verlauf abschwächt.
