Intel, Stromverbrauch

Intel 18A-P: Stromverbrauch um 18% gesenkt, Produktion startet

17.06.2026 - 08:11:28 | boerse-global.de

Intel beginnt mit der Fertigung des optimierten 18A-P-Prozesses und verspricht 18 Prozent weniger Energieverbrauch bei gleicher Leistung.

Intel startet Risikoproduktion des verbesserten 18A-P-Chipverfahrens
Intel - Close-up of a semiconductor wafer with intricate circuitry, reflecting blue and gold light. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Intel hat auf dem VLSI-Symposium in Honolulu den Start der Risikoproduktion für seinen leistungsgesteigerten 18A-P-Prozess bekannt gegeben. Der Schritt markiert den Übergang der modernsten Fertigungstechnologie des Konzerns in die erste Produktionsphase – ein entscheidender Moment im Wettlauf mit der asiatischen Konkurrenz.

Was bringt der neue Chip-Prozess?

Der 18A-P-Knoten ist eine verfeinerte Version des standardmäßigen 18A-Verfahrens und verspricht deutliche Fortschritte. Die technischen Daten, die Intel auf der Fachkonferenz präsentierte, zeigen: Bei gleicher Leistung sinkt der Stromverbrauch um 18 Prozent. Alternativ lässt sich die Performance bei konstanter Energiezufuhr um neun Prozent steigern.

Anzeige: Wer die 18% Stromersparnis des neuen Intel 18A-P-Prozesses für sein Rechenzentrum nutzen will, findet in diesem Report die entscheidenden Hebel – von der Kostenreduktion bis zur Lieferketten-Diversifizierung. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Dahinter stecken mehrere architektonische Verbesserungen. Die Ingenieure haben den Wärmewiderstand um 20 bis 40 Prozent gesenkt, den Via-Widerstand sogar um 10 bis 30 Prozent. Neu ist auch die sogenannte Power-Boost-Technologie. Entscheidend für Kunden: Der 18A-P-Knoten bleibt voll kompatibel zu den bestehenden 18A-Designregeln. Das erleichtert den Umstieg erheblich.

„Das sind handfeste Verbesserungen, die in der Praxis einen echten Unterschied machen“, dürfte man sich bei Intel gedacht haben. Die Forscher blicken bereits weiter: Künftige Innovationen wie Complementary-Field-Effect-Transistoren (CFET), Galliumnitrid-auf-Silizium (GaN-on-Si) und die Nutzung von subtraktivem Ruthenium sind bereits in der Pipeline.

Wo wird produziert?

Die Fertigung des 18A-P-Prozesses konzentriert sich auf Intels wichtigste Standorte. Aktuell läuft die Risikoproduktion in der D1X-Mod-3-Anlage in Oregon sowie in den Fabs 52 und 62 in Arizona. Erste fertige Chips für Kunden sollen noch 2026 ausgeliefert werden.

Die Ambitionen des Konzerns werden durch massive staatliche Unterstützung untermauert. Im Rahmen des CHIPS Act erhält Intel 8,5 Milliarden US-Dollar (rund 7,9 Milliarden Euro) direkte Zuschüsse und elf Milliarden Dollar (rund 10,2 Milliarden Euro) an Krediten. Aktuelle Unterlagen zeigen zudem, dass die US-Regierung zehn Prozent der Anteile hält.

Doch die Herausforderungen bleiben gewaltig. Branchenanalysten schätzen die Ausbeute (Yield) des 18A-Prozesses derzeit auf 50 bis 55 Prozent. Zum Vergleich: TSMCs N2-Verfahren liegt bei 65 bis 70 Prozent. Hinzu kommen höhere Kosten: Ein Wafer im 18A-Verfahren ist rund 15 Prozent teurer als ein vergleichbarer N2-Wafer aus Arizona.

Wer setzt auf Intel?

Die Fortschritte beim 18A-P-Knoten befeuern Spekulationen über prominente Kunden. Apple soll dem Vernehmen nach in fortgeschrittenen Gesprächen sein, um den Prozess für seine Einstiegs-Mac-Chips zu nutzen. Ein offizieller Deal steht allerdings noch aus.

Google hat seine Zusammenarbeit mit Intel bereits vertieft und drei Millionen Tensor Processing Units (TPUs) bestellt – Lieferung bis 2028. Der Schritt dient vor allem der Diversifizierung der Lieferkette. Auch Nvidia, das bereits fünf Milliarden Dollar in Intel investiert hat, und Google prüfen den Konzern als primären Fertigungspartner für künftige Projekte.

Im Bereich Automotive und KI-Infrastruktur zeichnet sich eine weitere Partnerschaft ab: Teslas Terafab-Projekt in Austin soll offenbar Intels kommenden 14A-Knoten nutzen.

Anzeige: Die Yield-Lücke zu TSMC schrumpft – doch wer jetzt nicht auf Intel setzt, riskiert langfristige Abhängigkeit. Unser Report zeigt, wie Sie mit 18A-P Ihre Fertigungsausbeute optimieren und die Lieferkette absichern. Yield-Optimierungs-Report jetzt sichern

Zahlen, Daten, Fakten

Die Foundry-Sparte von Intel erwirtschaftete im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 5,4 Milliarden Dollar (rund fünf Milliarden Euro). Allerdings stammten davon nur 174 Millionen Dollar von externen Kunden. Der operative Verlust der Sparte betrug im selben Zeitraum 2,4 Milliarden Dollar.

Trotz dieser Verluste zeigt sich die Börse optimistisch. Die Intel-Aktie ist 2026 um rund 200 Prozent gestiegen und schloss am 16. Juni bei 117,05 Dollar. Anleger setzen darauf, dass sich der heimische Fertigungsboom des Konzerns langfristig auszahlen wird – auch wenn die Kosten dafür derzeit noch hoch sind.

de | wissenschaft | 69559669 |