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Instagram & Facebook: Meta startet globale „13+

03.06.2026 - 16:09:37 | boerse-global.de

Meta weitet seine 13+-Schutzeinstellungen für Minderjährige weltweit aus. Unabhängige Tests belegen eine Reduktion anstößiger Inhalte um bis zu 96 Prozent.

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Juni 2026 rollt Meta die „13+“-Schutzeinstellungen für Minderjährige auf Instagram, Facebook und Messenger global aus. Die Funktionen, die zuvor nur in ausgewählten Märkten verfügbar waren, kommen nun weltweit zum Einsatz – und das zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen juristisch und politisch massiv unter Beschuss steht.

Neue Kontrollen gegen repetitive Inhalte

Im Kern geht es um eine stärker eingeschränkte Nutzungserfahrung für unter 18-Jährige. Auf Instagram führt Meta ein neues Werkzeug ein, das die Feeds diversifizieren soll – und zwar durch Begrenzung der wiederholten Ausspielung bestimmter Themen. Betroffen sind Inhalte zu Diäten, Krafttraining und Angstbewältigung. Interne wie externe Kritiker hatten genau diese Kategorien als potenziell schädlich eingestuft, wenn sie in hoher Frequenz konsumiert werden.

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Die „13+“-Einstellungen sind nun global verfügbar. Ein strengerer „Limited Content“-Modus soll noch in diesem Jahr auf Facebook und Messenger folgen. Erste Tests in den USA, Großbritannien, Australien und Kanada seit Oktober 2025 zeigen hohe Akzeptanz: Neun von zehn Teenagern behalten die voreingestellten Schutzeinstellungen bei.

Externe Tests belegen Wirksamkeit

Die Sicherheitsfirma Alice (ehemals ActiveFence) hat die neuen Filter in einer unabhängigen Studie überprüft. Das Ergebnis: Instagram-Konten im Standard-Modus „13+“ sahen 68 Prozent weniger anstößige Inhalte als Accounts auf einer konkurrierenden Plattform. Im „Limited Content“-Modus stieg dieser Wert auf 96 Prozent.

Die Tests halfen auch, konkrete Sicherheitslücken zu schließen – etwa beim sogenannten „Car Surfing“-Trend, den Meta inzwischen unterbunden hat. In separaten internen Prüfungen bewerteten Eltern über 15 Millionen Inhalte. Weniger als zwei Prozent der Facebook-Beiträge wurden von der Mehrheit der teilnehmenden Eltern als unangemessen eingestuft.

Juristische Niederlagen setzen Meta zu

Die globale Ausweitung der Schutzfunktionen kommt nicht von ungefähr. Am 25. März 2026 sprach eine Jury in Los Angeles ein wegweisendes Urteil: Meta und Google wurden für schuldig befunden, Plattformen entwickelt zu haben, die bei jungen Nutzern Suchtverhalten fördern. Der 20-jährige Kläger erhielt sechs Millionen Euro Schadensersatz.

Doch das ist nicht der einzige juristische Rückschlag:

  • US-Gerichte: Im April 2026 entschied ein Gericht in Massachusetts, dass sich Meta einer Klage des dortigen Generalstaatsanwalts stellen muss. Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte zudem eine Berufung Metas in einem Verfahren aus Vermont ab.
  • Australien: Nach dem Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige im Dezember 2025 entfernte Meta rund 550.000 Konten, die mutmaßlich Minderjährigen gehörten. Ein Regierungsbericht vom März 2026 zeigt jedoch: 70 Prozent der unter 16-Jährigen nutzen weiterhin soziale Netzwerke – trotz des Verbots.
  • Investoren-Warnung: Bereits im April 2026 warnte Meta seine Aktionäre vor möglichen Geschäftseinbußen durch die zunehmende Regulierung in den USA und der Europäischen Union.

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Namensstreit beigelegt

Auch in der Kommunikation musste Meta nachjustieren. Der Konzern hatte seine Jugendschutz-Einstellungen ursprünglich mit dem Begriff „PG-13“ beworben – angelehnt an die bekannte Altersfreigabe der US-Filmindustrie. Die Motion Picture Association (MPA) schickte daraufhin eine Unterlassungsverfügung wegen unbefugter Nutzung des geschützten Begriffs. Im März 2026 einigten sich beide Seiten. Seitdem heißt die Funktion „13+“.

Die aktuellen Maßnahmen sind auch eine Reaktion auf frühere Enthüllungen. Ein Bericht vom September 2025, der auf Informationen des Whistleblowers Arturo Béjar beruhte, legte nahe, dass mehrere Sicherheitsfunktionen Metas nicht so effektiv arbeiteten, wie das Unternehmen öffentlich behauptet hatte. Der globale Rollout der strengeren Kontrollen ist nun die Konsequenz.

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