Inklusion: Telepräsenzroboter ermöglicht chronisch kranker Schülerin Unterrichtsteilnahme
01.07.2026 - 13:41:47 | boerse-global.de
Von Sprachpaten für Grundschüler bis zu KI-Assistenten für Senioren – die Initiativen sind vielfältig und bundesweit aktiv.
Jeder zweite Schüler hat Zuwanderungsgeschichte
Die Zahlen sind deutlich: In Nordrhein-Westfalen haben 46,3 Prozent aller Schüler eine Zuwanderungsgeschichte. In Krefeld sprechen 36,9 Prozent der Kita-Kinder zwischen drei und sechs Jahren vorrangig eine andere Sprache als Deutsch. 18,6 Prozent der Grundschüler besitzen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit.
Das Programm „SmiLe“ in Krefeld setzt deshalb auf ehrenamtliche Sprachpaten. Sie unterstützen Grundschulkinder individuell beim Lernen. Im Wetteraukreis geht man einen Schritt weiter: Dort wurden 14 neue Laien-Dolmetscher geschult. Der Pool umfasst nun über 55 Ehrenamtliche für 22 Sprachen. Sie helfen in Kitas, Schulen und Verwaltungen bei der Kommunikation mit Familien.
Digitalcafés und Hardware-Zuschüsse für Senioren
Auch die digitale Teilhabe älterer Menschen rückt in den Fokus. In Dresden läuft seit März 2026 ein wöchentliches Digitalcafé für Menschen ab 60 Jahren – befristet bis Jahresende. In Altmannstein startete Ende Juni eine Kooperation zwischen Seniorenorganisationen und einem Jugendtreff. Geplant sind monatliche Treffen und individuelle Hilfe während der Öffnungszeiten.
In Klötze gehen Schüler und Senioren noch einen Schritt weiter: Gemeinsam entwickeln sie ein Podcast-Format über Lebenserinnerungen. Begleitend gibt es Handykurse.
Frankfurt am Main setzt auf finanzielle Anreize. Das Projekt „DiTA“ – gefördert bis Mai 2027 – gewährt Berechtigten ab 65 Jahren einen einmaligen Zuschuss von 250 Euro für Hardware. Zusätzlich gibt es Mittel für kostenfreie Schulungen. Ziel ist der Zugang zur digitalen Welt für einkommensschwache Senioren.
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Roboter hilft kranker Schülerin – KI-Assistent „OSKAR“ startet
Technologie macht Inklusion möglich: In Fürth ermöglicht ein Telepräsenzroboter einer chronisch kranken Schülerin die Teilnahme am Unterricht. Das Gerät hat eine 360-Grad-Kamera und erlaubt Kommunikation mit der Klasse von zu Hause aus. Es kann sogar in Pausen oder bei Ausflügen genutzt werden.
Auch Organisationen setzen auf KI. Die Kreisgruppe Osnabrück des Reservistenverbandes hat Ende Juni den KI-Assistenten „OSKAR“ in Betrieb genommen. Er beantwortet automatisiert Fragen zu Verbandsaktivitäten und Mitgliedschaften.
Die Bundesregierung plant laut Medienberichten eine KI-Taskforce unter Leitung des Digitalministeriums. Eine erste Sitzung ist für Anfang Juli angesetzt. Ziel ist die Koordination der verschiedenen KI-Maßnahmen der Ministerien.
Neue Förderungen und Angebote ab Juli
Zum 1. Juli traten mehrere Unterstützungsmaßnahmen in Kraft. In Nordrhein-Westfalen übernimmt das Land für gemeinnützige Vereine die GEMA-Gebühren für bis zu vier Veranstaltungen pro Jahr – bei vorheriger Anmeldung.
Während KI-Assistenten den Alltag erleichtern, stellen sie Einsteiger oft vor die Frage, wie man die Technik eigentlich bedient. Der kostenlose Ratgeber von Computerwissen erklärt ChatGPT so einfach, dass Senioren und Anfänger den KI-Trick sofort für ihre Zwecke anwenden können. Kostenlosen KI-Ratgeber für Einsteiger sichern
Ein IT-Dienstleister in Ganderkesee gewährt Inhabern der Ehrenamtskarte Rabatte auf technische Dienstleistungen. Die Volkshochschule Warendorf stellte Anfang Juli ihr Herbstprogramm online. Neben Sprach- und Kulturkursen gibt es spezialisierte Formate wie Senioren-Karate und Bildungsurlaube zu Social Media.
International weitet der Österreichische Integrationsfonds sein Angebot aus. Ab Juli gibt es kostenlose Online-Seminare zu Spracherwerb, Berufsbildern und Alltag in Österreich.
Experten fordern mehr strukturelle Anpassungen
Die Neurodiversitäts-Expertin Antje Heyer betont: Physische und strukturelle Anpassungen in Bildungseinrichtungen bleiben notwendig. Sie fordert leisere Lernumgebungen und individuelle Rückzugsorte. Der hohe Anpassungsdruck in Kitas und Schulen müsse sinken.
