Ingwer bei Entzündungen: Übersichtsarbeit sieht sinkende Entzündungsmarker
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn zahlreichen Ratgebern wird die Kombination von Ingwer mit Lebensmitteln wie Karotten oder Kurkuma als wärmendes Ritual zur Unterstützung der Gesundheit beschrieben. Vor allem in der kalten Jahreszeit oder als Ergänzung zu einer bewussten Ernährung erfreuen sich entsprechende Säfte, Tees und Brühen großer Beliebtheit.
Neben traditionellen Anwendungen rücken dabei auch die biochemischen Eigenschaften der Knolle und ihrer Begleitstoffe in den Fokus ernährungswissenschaftlicher Betrachtungen.
Wissenschaftliche Befunde zu Gingerolen und Entzündungen
Die Wurzel des Ingwers enthält unter anderem Scharfstoffe wie Gingerole, denen antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden. Laut einer im Fachjournal American Journal of Clinical Nutrition aus dem Jahr 2022 veröffentlichten Arbeit gilt Ingwer in üblichen Mengen als sicher.
Die stärksten wissenschaftlichen Belege bestehen der Publikation zufolge für den Einsatz bei Schwangerschaftsübelkeit, Gelenkbeschwerden bei Arthrose sowie bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels.
Eine Auswertung von 109 klinischen Studien im Fachblatt Nutrients aus dem Jahr 2020 lieferte ebenfalls positive Hinweise auf verschiedene Effekte von Ingwer, wies jedoch darauf hin, dass nur ein Teil der untersuchten Studien eine hohe methodische Qualität aufwies.
Eine weitere Übersichtsarbeit in Frontiers in Pharmacology aus dem Jahr 2025 beschreibt sinkende Entzündungsmarker infolge der Einnahme, hielt jedoch fest, dass größere Studien für abschließende Aussagen weiterhin erforderlich sind.
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Zudem stuft die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Ingwerwurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden inklusive Blähungen ein – diese Anerkennung stützt sich allerdings auf die langjährige Anwendungshistorie und nicht auf moderne klinische Studien.
Nährstoffe und Synergien bei der Zubereitung
In Rezepten wird Ingwer häufig mit Karotten kombiniert. Karotten liefern Beta-Carotin als Vorstufe von Vitamin A und weisen laut offiziellen Angaben des Portals gesundheit.gv.at rund 25 Kilokalorien pro 100 Gramm auf.
Für einen Karotten-Ingwer-Saft wird beispielsweise ein Mischungsverhältnis von mindestens 1:10 empfohlen, etwa 500 Gramm Karotten auf etwa 50 Gramm Ingwer, wovon zweimal täglich rund 100 Milliliter getrunken werden können.
Auch die Kombination mit Kurkuma ist verbreitet. Das darin enthaltene Curcumin wirkt entzündungshemmend und unterstützt gemeinsam mit Ingwer das Immunsystem und die Verdauung. Da Curcumin fettlöslich ist, verbessert die Zugabe einer geringen Menge Fett dessen Aufnahme im Körper. Das im schwarzen Pfeffer enthaltene Piperin kann diesen Effekt zusätzlich verstärken.
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In warmen Zubereitungen wie einer Kurkuma-Ingwer-Brühe liefert eine Portion mit Knoblauch, Sesamöl und Gewürzen bei rund 80 Kilokalorien drei Gramm Protein, sieben Gramm Kohlenhydrate, vier Gramm Fett und 680 Milligramm Natrium. Zudem können Gewürze wie Ingwer und Knoblauch dazu beitragen, den allgemeinen Salzbedarf bei der Speisezubereitung zu verringern.
Grenzen, Dosierung und Gegenanzeigen
Für die Zubereitung von Ingwertee gelten zwei bis drei Zentimeter frische Wurzel auf 250 Milliliter Wasser, die fünf bis zehn Minuten köcheln, als Richtwert; für gesunde Erwachsene werden ein bis zwei Tassen täglich als sinnvoll erachtet. Halten Verdauungsbeschwerden länger als zwei Wochen an, empfiehlt die EMA eine ärztliche Abklärung.
Trotz der gesundheitlichen Potenziale raten Experten zur Vorsicht bei bestimmten Vorerkrankungen. Wie die Apotheken Umschau darlegt, kann Ingwer die Blutgerinnung beeinflussen.
Ein Kardiologe wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass insbesondere bei der Einnahme von Antikoagulanzien wie Warfarin oder Acenocumarol sowie Thrombozytenaggregationshemmern wie Aspirin Vorsicht geboten ist, da ein erhöhtes Blutungsrisiko bestehen kann. Allerdings seien normale Küchenmengen nicht mit hochkonzentrierten Extrakten gleichzusetzen.
Die Stiftung Warentest rät bei Neigung zu Sodbrennen zu geringen Verzehrmengen und empfiehlt, Kindern unter sechs Jahren keine scharfen Ingwer-Shots zu verabreichen. Auch bei Gallensteinen, Reflux, Gastritis und Magengeschwüren ist Zurückhaltung geboten. Für Schwangere, Stillende sowie Personen unter 18 Jahren spricht die EMA mangels ausreichender Daten keine Empfehlung für eine therapeutische Anwendung aus.
