Infineon, NVIDIA-Roboter

Infineon rüstet NVIDIA-Roboter: Sicherheitschip schützt vor Quantencomputern

03.06.2026 - 12:35:21 | boerse-global.de

Infineon integriert post-quanten-sicheren Sicherheitschip in Nvidias humanoide Roboterplattform und adressiert neue EU-Regulierungen.

Infineon rüstet NVIDIA-Roboter: Sicherheitschip schützt vor Quantencomputern - Bild: über boerse-global.de
Infineon rüstet NVIDIA-Roboter: Sicherheitschip schützt vor Quantencomputern - Bild: über boerse-global.de

Der Chiphersteller Infineon stattet Nvidias neue Supercomputer-Plattform für humanoide Roboter mit einem Sicherheitschip aus, der selbst vor Quantencomputern schützen soll.

Die Integration des OPTIGA TPM SLB 9672 in die NVIDIA Jetson Thor-Plattform wurde heute bekannt gegeben. Das hardwarebasierte Sicherheitsmodul schafft eine physikalisch isolierte Umgebung für kryptografische Schlüssel und sicherheitskritische Prozesse. Es ist das erste Trusted Platform Module seiner Art, das post-quanten-sichere Firmware-Updates unterstützt.

Schutz auf Chip-Ebene

Der Sicherheitschip übernimmt mehrere zentrale Funktionen direkt auf Hardware-Ebene: einen gemessenen Bootvorgang, der die Systemintegrität bereits beim Start prüft, eine Remote-Attestierung zur externen Überprüfung des Systemzustands sowie die sichere Speicherung von Verschlüsselungsschlüsseln. Die Lösung besitzt sowohl FIPS- als auch Common Criteria-Zertifizierungen.

Infineon treibt die Entwicklung weiter voran: Die nächste Generation der TPM-Module soll die vom US-amerikanischen NIST standardisierten Algorithmen ML-KEM und ML-DSA integrieren. Diese Verfahren sind speziell darauf ausgelegt, auch Angriffen durch zukünftige Quantencomputer standzuhalten.

Regulierungstreiber und Marktchancen

Der Vorstoß in Richtung Hardware-Sicherheit ist kein Zufall. Internationale Regulierungen zwingen Hersteller zunehmend zu höheren Sicherheitsstandards. Infineon verweist auf den EU Cyber Resilience Act, den EU AI Act sowie den Industriestandard IEC 62443. Diese Vorschriften legen strenge Anforderungen an die Sicherheit und Integrität von Robotersystemen über deren gesamten Lebenszyklus fest.

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Aus wirtschaftlicher Perspektive erwartet Infineon einen deutlichen Schub für den Halbleitermarkt. Der Chiphersteller schätzt den Halbleiteranteil pro humanoidem Roboter auf rund 500 Euro. Ein Referenzdesign für die integrierte Sicherheitslösung steht Entwicklern bereits zur Verfügung.

Nvidias Robotik-Offensive

Die Ankündigung ist Teil einer größeren Strategie. Erst Anfang der Woche präsentierte Nvidia den Isaac GR00T Reference Humanoid Robot – ein offenes Referenzdesign für die akademische Forschung, das ebenfalls auf der Jetson-Thor-Plattform basiert.

Der Referenzroboter vereint Technologien mehrerer Partner: ein Unitree H2 Plus-Chassis und Sharpa Wave-Hände mit beeindruckenden 22 Freiheitsgraden pro Hand. Angetrieben wird das System vom NVIDIA Jetson AGX Thor T5000, der satte 2.070 FP4 Teraflops Rechenleistung liefert. Die standardisierte Forschungsplattform soll Universitäten und Forschungseinrichtungen ab Spätsommer oder Oktober 2026 zur Verfügung stehen.

Parallel dazu veröffentlichte Nvidia gestern JetPack 7.2. Das aktualisierte Softwarepaket basiert auf Linux 39.2 und CUDA 13. Es bringt Unterstützung für NemoClaw und Jetson Agent Skills sowie eine Vorschau auf Multi-Instance GPU (MIG)-Fähigkeiten speziell für den Jetson Thor T5000. Diese Erweiterungen zielen auf die Entwicklung von „agentischer KI“ und komplexen Manipulationsabläufen in der humanoiden Robotik ab.

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