Industrieroboter, Weltweiter

Industrieroboter: Weltweiter Bestand überschreitet erstmals fünf Millionen

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die IFR meldet mehr Roboterinstallationen weltweit, während Europa Rückgänge verzeichnet und China den größten Anteil stellt.

Industrieroboter: Weltbestand überschreitet 2025 erstmals fünf Millionen
Eine weitläufige, moderne Industriehalle mit sauberen Produktionsgängen und architektonischer Beleuchtung ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Der weltweite Betriebsbestand an Industrierobotern hat im Jahr 2025 erstmals die Schwelle von fünf Millionen Einheiten erreicht. Dies entspricht einem Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die International Federation of Robotics (IFR) am 24. September 2026 in ihrem Bericht „World Robotics 2026“ mitteilte.

Nach einer rund vierjährigen Stagnationsphase bei etwa 550.000 Einheiten pro Jahr zogen die jährlichen Auslieferungen wieder deutlich an: Mit 603.307 neu installierten Robotern übertrafen die globalen Lieferungen 2025 das Vorjahresniveau um 11,2 Prozent.

China festigt Vormachtstellung, USA überholen Japan

Asien blieb mit 457.315 ausgelieferten Robotern und einem Plus von 13,3 Prozent der zentrale Treiber der globalen Automatisierung. Den dominierenden Anteil verbuchte China mit 354.226 Einheiten, was 77,5 Prozent der asiatischen und 59 Prozent der weltweiten Installationen entsprach.

Die Installationen in China lagen mit einem Zuwachs von 20 Prozent rund 60.000 Einheiten über dem bisherigen Höchstwert. Heimische Roboterbauer stellten 195.000 Einheiten her, was einem Anstieg von 15 Prozent entsprach; ihr Inlandsanteil sank dabei leicht von 57 Prozent im Vorjahr auf 55 Prozent.

Auf den weiteren Plätzen kam es zu Verschiebungen unter den führenden Industrienationen. Die USA verzeichneten mit fast 38.500 Installationen ein Plus von zwölf Prozent und erreichten damit das dritthöchste Ergebnis ihrer Statistikgeschichte. Damit überholten die Vereinigten Staaten Japan, wo die Installationen um 19 Prozent auf 36.219 Einheiten nachgaben und die Inlandslieferungen um 18,5 Prozent sanken.

Südkorea folgte auf Rang vier mit 30.000 Einheiten und einem Rückgang von einem Prozent, wobei neue Automobilinvestitionen dort voraussichtlich in den Jahren 2027 und 2028 wirksam werden. Indien steigerte seine Installationen um 15 Prozent auf 10.487 Einheiten und belegte Rang sechs, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 27 Prozent im Zeitraum von 2020 bis 2025.

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Schwache Entwicklung in Europa, Zuwächse in Amerika

In Europa gaben die Installationen im Jahr 2025 um 14 Prozent auf 73.054 Einheiten nach, belastet vor allem durch einen Einbruch im Automobilsektor um 26,4 Prozent. Größter Markt der Region blieb Deutschland auf Rang fünf der Weltstatistik, verzeichnete jedoch mit weniger als 25.000 Einheiten ein Minus von acht Prozent, stellte aber weiterhin 41 Prozent aller EU-Installationen.

In Italien fielen die Neuinstallationen um elf Prozent auf rund 7.800 Einheiten, in Frankreich um acht Prozent auf etwa 4.500 Einheiten und in Spanien um 15 Prozent auf circa 4.300 Einheiten.

Auf dem amerikanischen Kontinent legten die Installationen um zwölf Prozent auf 57.044 Einheiten zu. Während Nordamerika um acht Prozent auf 47.539 Einheiten wuchs, verzeichneten die Mercosur-Staaten ein Plus von 40,3 Prozent.

In Brasilien kletterten die Installationen um 38 Prozent auf fast 4.300 Einheiten, maßgeblich angetrieben durch den Automobilsektor, der um 212 Prozent auf fast 2.100 Einheiten zulegte. Mexiko meldete hingegen mit unter 5.200 Einheiten das dritte Rückgangsjahr in Folge, während Kanada um fünf Prozent auf fast 4.000 Einheiten stieg. In Afrika wurden 519 Einheiten installiert, in Australien 569.

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Roboterbestand und Arbeitsmarktentwicklung in den USA

In US-Fabriken wurden 2025 mehr Roboter installiert als Arbeitskräfte hinzukamen. Die US-Roboterdichte lag bei 307 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte (Rang acht weltweit), hinter Spitzenreitern wie Südkorea mit 1.220, Singapur mit 818, Deutschland mit 449 und Japan mit 446 Einheiten.

Während im US-Automobilsektor rund 13.500 Roboter installiert wurden (rund 35 Prozent des nationalen Gesamtwerts), legten die Installationen in der Lebensmittelbranche um 30 Prozent zu; Metall-, Maschinen- und Elektronikindustrie verbuchten jeweils rund 3.000 Einheiten.

Nach Angaben des US-Arbeitsstatistikamts BLS sank die Zahl der Beschäftigten im US-Verarbeitenden Gewerbe im Jahresverlauf bis Dezember 2025 um 90.000, während die Fertigungsproduktivität um 1,9 Prozent stieg – der stärkste Zuwachs seit 2010. Die durchschnittliche Vergütung betrug 135.525 US-Dollar, ein Anstieg um 13,1 Prozent. Zwischen dem 1. Dezember 2024 und dem 1. Dezember 2025 gingen den Daten zufolge 68.000 Fertigungsjobs verloren.

Neben den klassischen Industrieanlagen verzeichnete der Markt 2025 den weltweiten Verkauf von fast 7.000 humanoiden Robotern. Für 2026 prognostiziert die IFR ein weltweites Plus von neun Prozent auf 655.000 Einheiten, gefolgt von einem Anstieg auf 806.000 Einheiten bis 2029. Für den chinesischen Markt erwartet der Verband bis 2029 ein jährliches Wachstum zwischen fünf und zehn Prozent.

Für die USA prognostiziert das Analysehaus CLSA einen Anstieg von rund 45.000 bis 46.000 Lieferungen im Jahr 2025 auf etwa 120.000 Einheiten bis 2030.

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