Industrienahrung, Herz-Todesfälle

Industrienahrung: 38% der Herz-Todesfälle in Kanada vermeidbar

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kanadische Modellrechnungen zeigen: Weniger Fertigkost könnte tausende Todesfälle verhindern. Mikroplastik und Konservierungsstoffe im Fokus.

Studie: Industrielle Nahrung als Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Nahaufnahme von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln wie Müsli und Snacks, im Hintergrund verschwommen medizinische Instrumente. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Studien belegen: Bis zu 38 Prozent der Herz-Kreislauf-Todesfälle in Kanada könnten mit dem Konsum ultra-verarbeiteter Lebensmittel (UPF) zusammenhängen.

Dramatische Zahlen aus Kanada

Wissenschaftler präsentierten auf dem International Congress on Obesity (ICO) in Mexiko-Stadt alarmierende Modellrechnungen. Demnach ließen sich durch eine Halbierung des UPF-Konsums jährlich zwischen 5.000 und 8.300 Todesfälle allein in Kanada vermeiden.

Kritiker relativieren: Die Effekte könnten vor allem durch hohen Zuckeranteil und verarbeitetes Fleisch getrieben werden. Dennoch zeigen weitere Daten den Trend: In Chile senkte ein Warnsiegel-Gesetz die Übergewichtsrate bei Kindern um bis zu 2,9 Prozent.

Was im Blut passiert

Die EPIC-Studie mit über 15.000 Europäern liefert handfeste Beweise. Hoher Industrienahrung-Konsum hinterlässt messbare Spuren: niedrigere Omega-3-Fettsäure DHA, mehr industrielle Transfette. Die Veränderungen treten selbst bei Normalgewichtigen auf.

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Eine Metaanalyse mit über 23.000 Teilnehmern zeigt zudem: GLP-1-Wirkstoffe senken den Entzündungsmarker hsCRP um 45 Prozent – unabhängig vom Gewichtsverlust.

Konservierungsstoffe und Mikroplastik im Visier

Die NutriNet-Santé-Studie beobachtete über acht Jahre mehr als 112.000 Franzosen. Ergebnis: Bestimmte Konservierungsstoffe wie Natriumnitrit und Kaliumsorbat erhöhen das Herz-Kreislauf-Risiko – unabhängig von der allgemeinen Ernährungsqualität. Über 20 Prozent aller Industrieprodukte enthalten solche Stoffe.

Noch beunruhigender: Eine Untersuchung des Sant'Andrea University Hospitals fand bei 84 Prozent der Herzinfarktpatienten Mikroplastik im Koronarblut. Zum Vergleich: Bei gesunden Probanden lag der Wert bei 31,8 Prozent. Häufigster Fund: Polyethylen.

Was die WHO jetzt empfiehlt

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Demenz-Präventionsleitlinien aktualisiert. Bis zu 45 Prozent des Erkrankungsrisikos sind demnach durch den Lebensstil beeinflussbar. Neben Ernährung und Bewegung setzt die WHO jetzt auf soziale Kontakte, kognitive Stimulation und Hörgeräte bei Hörverlust.

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In Deutschland zeigt das Max-Rubner-Institut Fortschritte: Zucker in Fertigprodukten geht zurück. Der 15. DGE-Ernährungsbericht bestätigt den Trend zu pflanzlicher Kost und weniger Fleisch.

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin empfiehlt zudem strukturierte Bewegungstherapien für Herzpatienten – als Ergänzung zu Medikamenten und Ernährungsumstellung.

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