Industrie-KI-Boom, Unitronics

Industrie-KI-Boom: Unitronics spart 80% Programmierzeit

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 07:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Führende Konzerne investieren Milliarden in KI-gesteuerte Fabriken und Edge-Computing. Unitronics, NVIDIA und Siemens treiben die Automatisierung voran.

Industrie 4.0: KI und Milliarden-Investitionen treiben Smart Factories an
Roboterarm an Fließband mit digitalen Datenüberlagerungen, Symbol für Industrieautomation und KI-Integration. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwischen dem 8. und 10. Juli 2024 haben führende Industriekonzerne und Technologieanbieter eine Welle von Automatisierungs-Upgrades und Werksinvestitionen angekündigt. Im Zentrum stehen die Integration Künstlicher Intelligenz und leistungsfähigere Edge-Computing-Systeme. Die Entwicklungen zeigen einen klaren Trend: Die Fabrikhalle wird intelligenter, schneller und effizienter.

KI erobert die Programmierung und Fertigung

Ein Meilenstein gelang Unitronics am 9. Juli. Das Unternehmen integrierte ein KI-Tool direkt in seine UniLogic-Software. Per Fragenkatalog übersetzt das System Steuerungsanforderungen automatisch in SPS-Logik. Das Ergebnis: Programmierzeitverkürzungen von bis zu 80 Prozent. Bislang nutzten Ingenieure dafür externe Plattformen wie ChatGPT – nun wandert die Intelligenz direkt in die industrielle Steuerungsumgebung.

Einen Tag zuvor präsentierte NVIDIA einen GPU-beschleunigten KI-Agenten für die industrielle Alarmbearbeitung. Basierend auf NeMo- und Nemotron-Modellen analysiert er Sensordaten, führt Ursachenanalysen durch und schlägt konkrete Maßnahmen vor. Die Ausführung erfolgt über NIM-Container direkt am Edge – für minimale Latenz bei kritischen Meldungen.

Siemens wiederum schloss am 9. Juli eine strategische Partnerschaft mit Databricks und FFT. Die Lösung streamt Fabrikdaten über Siemens Industrial Edge und FFT DataBridge in die Databricks-Plattform. Dort trainierte KI-Modelle wandern zurück an den Edge – für vorausschauende Wartung und Energiemanagement in Echtzeit.

Leistungssprung für Industrie-PCs und Controller

Der wachsende Bedarf an maschinellem Lernen und bildbasierter Automatisierung treibt die Hardware-Hersteller zu umfassenden Updates. Beckhoff rüstete am 9. Juli seine Industrie-PC-Serien C6040, C66xx und C5240 mit Intel Core Series 2 Prozessoren auf. Bis zu 12 Performance-Kerne und Turbo-Takt von 5,9 GHz verbessern die Single-Thread-Leistung für anspruchsvolle Automatisierungsaufgaben spürbar.

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Parallel brachte ASRock Industrial den IoT-Controller iEP-7050E auf den Markt. Das lüfterlose Gerät liefert 180 TOPS Rechenleistung und unterstützt Time-Sensitive Networking (TSN) sowie diverse Industrieprotokolle. Belden erweiterte sein Edge-Portfolio um das ProSoft Technology ELX3 ProLinx Edge Gateway. Es kombiniert Protokollkonvertierung für EtherNet/IP und Modbus TCP/IP mit Docker-basierter Edge-Hosting-Funktionalität – einsetzbar bei Temperaturen von minus 40 bis plus 70 Grad Celsius.

Im Robotik-Sektor launchte SK AX am 8. Juli den Manufacturing RX Service. Das Komplettpaket umfasst digitale Zwillinge und physische KI basierend auf Vision-Language-Action-Modellen (VLA). Nach erfolgreicher Validierung in der Halbleiterindustrie expandiert der Dienst nun in den Schiffbau.

Milliarden für Smart Factories und Modernisierung

Die Investitionsbereitschaft ist enorm. Nestlé erhielt am 9. Juli grünes Licht für eine Investition von rund 630 Millionen Euro in eine neue Smart Factory in Samut Prakan, Thailand. Die Anlage soll ab dem vierten Quartal 2028 jährlich 170.000 Tonnen Getränke produzieren – gesteuert durch KI. Über 520 Arbeitsplätze entstehen.

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Im Pharmasektor investiert Evonik rund 91 Millionen Euro in die Modernisierung seines Tippecanoe Labs in Indiana. Über fünf Jahre werden Großreaktoren und Automatisierungssysteme aufgerüstet, um der wachsenden Nachfrage nach Wirkstoffproduktion in den USA gerecht zu werden.

Auch die Schwerindustrie modernisiert massiv:

  • MEP und KEBA: Am 10. Juli integrierte MEP die KEBA D3-Antriebsplattform für Stahlbiegemaschinen. Drahtdurchmesser bis 26 mm und Nennströme bis 150 A sind nun möglich.
  • Tenova und Tenaris: Tenova modernisiert einen Lichtbogenofen im Tenaris-Werk Koppel, Pennsylvania. Das Gesamtinvestitionsprogramm übersteigt 82 Millionen Euro und umfasst fortschrittliche Wasserdurchfluss-Messsysteme.
  • Baosteel: Das Unternehmen nahm am 9. Juli eine neue Stranggießanlage in Shanghai in Betrieb. Primetals Technologies lieferte spezielle Kokillen- und Qualitätsüberwachungstechnik.
  • Presezzi Extrusion: Ein deutsches Aluminiumwerk rüstete auf Danfoss iC7-Automation-Antriebe um. Ergebnis: deutlich reduzierter Energieverbrauch bei einer Taktzeit von 12,7 Sekunden pro Bolzen.

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