Imposter-Scams: 3,5 Milliarden Dollar Schaden in USA 2025
16.06.2026 - 22:31:45 | boerse-global.de
Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC meldet für 2025 einen neuen Negativrekord: 3,5 Milliarden Dollar Verlust durch sogenannte Imposter-Scams – fast dreimal so viel wie noch 2020. Auch in Europa und Deutschland steigen die Fallzahlen rasant.
Geschäft und Staat als Tarnung
Fast jeder dritte gemeldete Betrugsfall in den USA betraf 2025 einen Identitätstäuschungsversuch. Die Täter geben sich als Vertrauenspersonen aus – etwa als Mitarbeiter von Banken oder Behörden. Besonders perfide: Die Masche der angeblichen Geschäftspartner. Allein hier entstand ein Schaden von knapp einer Milliarde Dollar. Die Täter geben sich als Finanzinstitute aus, um an Kontodaten zu gelangen.
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Noch dreister agieren die falschen Amtsträger. Mit 920 Millionen Dollar Schaden schlugen sie zu. Das FBI verzeichnete einen Anstieg der Fälle um 128 Prozent zwischen 2023 und 2025. Die gesamte Cyberkriminalität kostete die US-Wirtschaft im vergangenen Jahr fast 21 Milliarden Dollar.
Soziale Netzwerke als Einfallstor
Digitale Plattformen sind zur Hauptangriffsfläche geworden. Über 2,1 Milliarden Dollar Verlust gingen auf Kontakte via Facebook, Instagram, TikTok oder X zurück – ein Anstieg um das Achtfache seit 2020. Rund 30 Prozent der Opfer gaben an, erstmals über soziale Medien kontaktiert worden zu sein.
Doch die Täter werden technisch immer raffinierter. Der Energiekonzern PG&E warnte kürzlich vor einer neuen QR-Code-Masche. Kriminelle platzieren gefälschte Codes auf Rechnungen oder an Zahlungsterminals. Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 erbeuteten sie so über 211.000 Dollar – im Schnitt 969 Dollar pro Fall.
Behörden schlagen zurück
Die FTC hat 2024 eine spezielle „Imposter Rule" erlassen. Seitdem konnten rund ein Dutzend Durchsetzungsmaßnahmen eingeleitet werden. Das Ergebnis: 70 Millionen Dollar Rückerstattungen an geschädigte Verbraucher. Am 15. Juni 2026 startete die Behörde zudem die Kampagne „Never Ever". Bis Ende Juni sollen Verbraucher lernen, typische Betrugsmuster zu erkennen.
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Europa ebenfalls betroffen
Der Trend ist global. Britische Verbraucher verloren 2025 umgerechnet rund 1,7 Milliarden Dollar durch Zahlungsbetrug – ein Plus von vier Prozent. Auch hier begannen zwei Drittel aller Fälle auf Online-Plattformen. Besonders stark stieg der sogenannte „Authorized Push Payment Fraud": Opfer werden manipuliert, Geld freiwillig auf Täterkonten zu überweisen. Die Schäden kletterten um 19 Prozent auf umgerechnet 768 Millionen Dollar.
Für deutsche Verbraucher heißt das: Vorsicht bei unerwarteten Kontaktaufnahmen – egal ob am Telefon, per E-Mail oder über soziale Netzwerke. Die Täter werden professioneller, die Fallzahlen steigen weltweit.
