Immunzellen: Forscher entdecken Nervenbotenstoffe in Abwehrzellen
03.07.2026 - 15:04:20 | boerse-global.de
Das belegt eine Studie der Universitäten Münster und Bochum – und stellt bisherige Lehrmeinungen auf den Kopf.
Abwehrzellen als Botenstoff-Speicher
Die Forschungsergebnisse, veröffentlicht am 18. Juni im Fachmagazin Advanced Science, zeigen: Die häufigsten weißen Blutkörperchen speichern Katecholamine wie Dopamin und Adrenalin. Diese Stoffe galten bislang als exklusive Neurotransmitter des Nervensystems.
Die Forscher wiesen nach, dass die Immunzellen die Botenstoffe aktiv ausschütten – genau wie Nervenzellen. Genaktivitätsmessungen an Probanden bestätigten die Relevanz für den menschlichen Körper. Erstmals ist damit belegt: Immunzellen nutzen die chemische Sprache des Nervensystems, um komplexe Reaktionen zu steuern.
Live-Beobachtung mit Nanotechnologie
Der Nachweis gelang durch fluoreszente Kohlenstoffnanoröhren-Sensoren (SWCNT). Sie machten die Freisetzung der Botenstoffe erstmals in Echtzeit sichtbar. Die Sensoren reagieren optisch auf die Stoffe – die Dynamik der Ausschüttung wird direkt unter dem Mikroskop verfolgbar.
In Fachkreisen gilt das als Durchbruch: Die kurzlebigen Kommunikationssignale zwischen Zellen waren mit bisherigen Methoden kaum präzise erfassbar.
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Doppelfunktion: Entzündungsbremse und Gerinnungsförderer
Die freigesetzten Katecholamine haben weitreichende Folgen. Sie dämpfen die Immunantwort – ein interner Mechanismus, der überschießende Entzündungen bremst. Gleichzeitig fördern sie die Blutgerinnung.
Diese Verbindung von Immunabwehr und Blutstillung unterstreicht die multifunktionale Rolle der Granulozyten. Für die Entwicklung neuer Therapien bei entzündlichen Erkrankungen oder Gerinnungsstörungen könnte das entscheidend sein.
Trend zur Systemvernetzung
Weitere Studien aus 2026 untermauern das neue Verständnis. Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums identifizierten etwa, wie Tumoren über den P2RY2-Rezeptor die Immunantwort unterdrücken. Eine Blockade verbesserte in Versuchen die T-Zell-Aktivität gegen Krebs.
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Auch die Huntington-Forschung zeigt Schnittstellen: Eine internationale Kooperation unter Beteiligung der Universität Würzburg stellte fest, dass gezielte Stimulationen im motorischen Kortex Bewegungsabläufe verbessern können.
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