Illinois, Cabinet

Illinois AI Cabinet: Gouverneur gründet Beratergremium bis 2027

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 23:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gouverneur Pritzker setzt ein KI-Gremium ein, das bis Ende 2027 Empfehlungen zu Risiken, Behördeneinsatz und kritischer Infrastruktur erarbeitet.

Illinois gründet KI-Rat für Sicherheitsregeln und Infrastruktur
Ein modernes Umspannwerk mit Hochspannungstransformatoren und Stromleitungen vor einem weiten Abendhimmel. Illustration mit AI erstellt.

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Illinois, J.B. Pritzker, hat per Dekret ein neues Beratergremium für künstliche Intelligenz ins Leben gerufen. Mit der Executive Order 2026-07 entsteht das sogenannte Illinois AI Cabinet, wie Medien am 22. September 2026 berichteten. Die unbezahlte Expertenkommission soll bis zum 31. Dezember 2027 politische Empfehlungen für den Umgang mit den Chancen und Gefahren fortschrittlicher KI-Systeme erarbeiten.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund ausbleibender bundesweiter Regulierungen in den USA nach dem Rücktritt eines Whistleblowers. Ein ehemaliger Forscher von Anthropic und OpenAI hatte Anfang September 2026 davor gewarnt, dass KI bis zum Jahr 2030 außer Kontrolle geraten könnte.

Pritzker verwies im Rahmen eines Fernsehauftritts darauf, dass künstliche Intelligenz auf dem Niveau von Atomwaffen gefährlich sei. Der Gouverneur forderte den US-Kongress und das Weiße Haus dazu auf, nationale Standards und Anhörungen zügig voranzutreiben, da diese Risiken dringlich behandelt werden müssten.

Umfassender Prüfauftrag für kritische Infrastrukturen

Das neu gegründete Gremium soll staatliche Behörden zur Vorbereitung auf KI-Entwicklungen beraten und die Sicherheit der Bevölkerung sowie kritischer Infrastrukturen analysieren. Zu den betroffenen Sektoren zählen Gebäude, Wasserwerke, Bildungseinrichtungen und Informationssysteme.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der behördlichen Incident-Response sowie der Belastung des Stromnetzes durch den rasant wachsenden Energiebedarf der Rechenzentren, insbesondere mit Blick auf den Netzbetreiber PJM Interconnection.

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Zudem soll das Gremium prüfen, inwieweit staatliche Steueranreize und Genehmigungen für Rechenzentren künftig an verbindliche Sicherheitsvorschriften gekoppelt werden können. Auch Richtlinien für die öffentliche Beschaffung von KI-Systemen und ein möglicher Rahmen für eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung von KI-Unternehmen bei verursachten Schäden stehen auf der Agenda.

Die Mitglieder des Beratungsgremiums sollen in den kommenden Wochen offiziell ernannt werden. Vorgesehen sind Fachleute aus Wissenschaft, Recht, Ethik, Politik und Governance.

Zudem werden führende Vertreter staatlicher Stellen dem Gremium angehören, darunter die Leitungen des Department of Innovation and Technology, der Notfallmanagementbehörde IEMA, der Finanz- und Regulierungsbehörde IDFPR, der Handelskommission ICC, der Staatspolizei ISP, der Entwicklungsbehörde DCEO, der Umweltschutzbehörde IEPA sowie der Gesundheitsbehörde von Illinois.

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Vorreiterrolle nach Sicherheitsgesetz aus dem Sommer 2026

Mit der Einrichtung des Beratungsgremiums baut Illinois auf vorherigen regulatorischen Schritten auf. Bereits am 6. Juli 2026 hatte Gouverneur Pritzker den Artificial Intelligence Safety Measures Act (SB 315) unterzeichnet, der im Mai 2026 von der Legislative verabschiedet worden war. Das überparteiliche Gesetz, das von Senatorin Mary Edly-Allen und dem Repräsentanten Daniel Didech eingebracht wurde, gilt als landesweit erste Regelung, die verpflichtende Sicherheitsaudits durch unabhängige Drittanbieter für große KI-Modelle vorschreibt.

Das Gesetz betrifft führende KI-Entwickler mit einem Umsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar, darunter Unternehmen wie OpenAI und Anthropic. Diese müssen Risiken verbindlich identifizieren, offenlegen, mindern und externe Inspektionen zulassen. Zudem enthält das Regelwerk Bestimmungen zur Offenlegung sowie einen Whistleblower-Schutz.

Zuvor hatten im Jahr 2025 bereits die Bundesstaaten Kalifornien und New York gesetzliche Vorstöße unternommen, die jedoch keine unabhängigen Drittprüfungen vorsahen.

Branchenvertreter von Anthropic sowie der Organisation Encode AI hatten den legislativen Schritt in Illinois bereits bei dessen Verabschiedung hervorgehoben und die Kombination aus Transparenz und unabhängiger Verifizierung gewürdigt. Das nun gegründete Beratergremium soll die staatliche Aufsicht bis Ende 2027 weiter präzisieren.

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