Illegale Hyaluron-Eingriffe: Kosmetikerin in Zürich zu 90 Tagessätzen verurteilt
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Kanton Zürich wurde eine 27-jährige Kosmetikerin wegen zahlreicher unbefugter medizinischer Eingriffe per rechtskräftigem Strafbefehl verurteilt. Die Frau hatte über einen längeren Zeitraum hinweg Behandlungen durchgeführt, für die sie weder die erforderliche Ausbildung noch die notwendigen Bewilligungen besaß.
Das Urteil sieht eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Franken vor, was einer Gesamtsumme von 4500 Franken entspricht. Die Probezeit wurde auf zwei Jahre festgesetzt. Zusätzlich muss die Verurteilte eine Buße von 1500 Franken sowie Verfahrenskosten in Höhe von 1000 Franken tragen. Da der Strafbefehl nicht angefochten wurde, ist er rechtskräftig.
Unbefugte Anwendungen von Hyaluronsäure und Lasersystemen
Die Ermittlungen ergaben, dass die Kosmetikerin zwischen Juli 2023 und Juli 2024 in zwei eigenen Studios rund 100 Patientinnen behandelte. Dabei nahm sie unter anderem Lippenunterspritzungen mit Hyaluronsäure vor. Die verwendeten Präparate der Risikoklasse III hatte sie in Deutschland bestellt und direkt in ihre Studios liefern lassen.
Zusätzlich zur Unterspritzung führte die Frau bei mindestens 30 Kundinnen rund 300 Sitzungen mit einem Laser der Klasse 4 durch. Solche Behandlungen waren bis zum 1. Juni 2024 ausschließlich unter direkter ärztlicher Aufsicht gestattet.
Seit diesem Stichtag ist für den Betrieb solcher Geräte ein spezieller Fachkundeausweis zwingend erforderlich. Über eine solche Qualifikation verfügte die Kosmetikerin laut den Behörden nicht. Der Handelsregistereintrag ihrer Unternehmung wurde mittlerweile gelöscht.
Internationale Vorfälle und tödliche Komplikationen
Der Fall in der Schweiz steht im Kontext einer Reihe internationaler Vorfälle, bei denen unbefugte ästhetische Eingriffe zu schweren Gesundheitsschäden oder zum Tod führten. In Mexiko-Stadt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung, nachdem eine 35-jährige Frau nach einer heimlich durchgeführten Fettabsaugung verstorben war.
Wer sich mit den strengen gesetzlichen Anforderungen an den Infektionsschutz befasst, sollte die Haftungsrisiken nicht unterschätzen. Dieser kostenlose Muster-Hygieneplan hilft Betrieben, ein rechtskonformes Konzept in wenigen Schritten umzusetzen. Gratis Muster-Hygienekonzept jetzt herunterladen
Die Patientin hatte die Klinik über soziale Medien gefunden und eine Vorauszahlung von rund 3300 Pfund geleistet. Die Operation fand im September in einem Gebäude ohne Klinikbeschilderung statt. Als Todesursache wurden ein Hirnödem und Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge festgestellt.
In Athen verstarb zudem im September der 54-jährige Sänger Giorgos Mazonakis während einer sogenannten INUSpherese, einer Form der Blutwäsche. Die behandelnde Ärztin verfügte laut Registern über keine Fachqualifikation und bewarb ihre Tätigkeit mit einem Master in Quantenmedizin.
Gegen sie und ihren Ehemann wurde Untersuchungshaft wegen des Vorwurfs der Tötung mit Eventualvorsatz angeordnet. In Montenegro wurden unterdessen zwei Personen festgenommen, nachdem drei Frauen nach Botulinumtoxin-Anwendungen Vergiftungssymptome zeigten. Die Behörden ermitteln dort wegen schwerer Straftaten gegen die menschliche Gesundheit.
Warnungen vor medizinischem Tourismus und irreführender Werbung
Fachärzte warnen zunehmend vor den Risiken unregulierter Eingriffe. Auf einer Jahrestagung in Wien betonte der Facharzt Albert Fuchs, dass KI-generierte Vorabbilder oft unrealistische Ergebnisse suggerierten, die chirurgisch nicht sicher umsetzbar seien. Der Gesellschaftspräsident Rafic Kuzbari erklärte, dass rund 20 Prozent der Anfragen für chirurgische Eingriffe abgelehnt würden, wenn diese medizinisch nicht vertretbar seien.
Zudem berichten Mediziner von einer steigenden Zahl an Patienten, die nach Behandlungen in Osteuropa oder der Türkei mit Komplikationen zurückkehren. In diesen Ländern würden Operationen oft in einer Dichte durchgeführt, die in Österreich oder Deutschland unüblich sei, etwa durch die gleichzeitige Durchführung mehrerer großer Eingriffe. Die Kosten für die notwendigen Nachbehandlungen müssten häufig von der öffentlichen Hand getragen werden.
Um kostspielige Fehler bei der Dokumentation von Schutzmaßnahmen zu vermeiden, nutzen viele Verantwortliche praxiserprobte Vorlagen. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sie dabei, professionelle Unterweisungen zum Infektionsschutz schnell und rechtssicher vorzubereiten. Kostenlose Anleitung und Muster-Unterweisung sichern
In der Türkei gingen die Behörden 2026 verstärkt gegen Missstände vor. Die Reklam Kurulu verhängte in den ersten sieben Monaten des Jahres Geldstrafen in Höhe von 218,5 Millionen Türkischen Lira wegen irreführender Werbung. Zudem kam es zu mehreren Razzien, bei denen ungeeignete medizinische Materialien und gefälschte Fachtitel sichergestellt wurden.
Schwerpunktprüfungen im deutschen Beauty-Gewerbe
Auch in Deutschland rückt die Branche verstärkt in den Fokus der Behörden. Der Zoll führte jüngst bundesweite Schwerpunktprüfungen im Friseur- und Kosmetikgewerbe durch. Allein in der Region Köln kontrollierte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit 35 Betriebe. Dabei wurden zahlreiche Verstöße gegen die Sozialversicherungspflicht, den Mindestlohn und die Stundenaufzeichnungspflicht festgestellt.
Zudem trafen die Beamten auf mehrere Personen ohne gültige Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnis. Ähnliche Ergebnisse meldete das Hauptzollamt Gießen nach Kontrollen in Nord-, Ost- und Mittelhessen, wo gegen zahlreiche Betriebe Ordnungswidrigkeits- und Strafverfahren eingeleitet wurden.
