IKEA und Kodiak: Fahrerlose Lastwagen sollen bis Ende 2026 starten
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der schwedische Möbelkonzern IKEA bereitet den Übergang von einem vierjährigen Pilotprojekt zum regulären Einsatz fahrerloser Lastkraftwagen in seiner Logistikkette vor.
In Zusammenarbeit mit dem Technologieunternehmen Kodiak soll der autonome Betrieb auf einer spezifischen Route in Texas etabliert werden. Die Planung sieht vor, den fahrerlosen Betrieb bis Ende 2026 aufzunehmen, sofern alle erforderlichen Sicherheitsnachweise vollständig erbracht sind.
Ausbau der Middle-Mile-Logistik auf texanischen Autobahnen
Das Vorhaben konzentriert sich auf die sogenannte Middle-Mile-Logistik, also den Transport zwischen Logistikzentren und Verkaufsstellen. Die gesamte Route erstreckt sich über 292 Meilen vom IKEA-Verteilzentrum in Baytown bis zum Einrichtungshaus in Frisco.
Kernstück des Projekts ist ein 219 Meilen langer Abschnitt auf der Interstate 45 (I-45) zwischen den Kodiak-Standorten im Raum Houston und Dallas, der künftig ohne menschlichen Fahrer am Steuer bewältigt werden soll.
Für die finale Umsetzung ist die Erbringung eines vollständigen Sicherheitsnachweises für die Langstrecke Voraussetzung. Diese interne Bewertung der autonomen Einsatzbereitschaft, das sogenannte Autonomy Readiness Measure, muss einen Wert von 100 % erreichen. Laut Unternehmensangaben lag dieser Wert Ende August 2026 bereits bei 93 %. Die Erreichung der vollen Einsatzbereitschaft wird bis zum Ende des laufenden Jahres erwartet.
Technologische Vorbereitung und aktuelle Testphase
Zur Vorbereitung auf den fahrerlosen Betrieb startete Kodiak im August 2026 ein spezielles Langstrecken-Programm vom Standort Lancaster, Texas, aus. Im Rahmen dieses Programms wurden tägliche Vorbereitungsfahrten mit der vorgesehenen Hardware und Software durchgeführt.
IKEA bereitet den Schritt vom vierjährigen Pilotprojekt zum fahrerlosen Lkw-Betrieb vor: Auf 219 Meilen der I-45 zwischen Houston und Dallas soll der Fahrer aus dem Cockpit verschwinden — sofern der Sicherheitsnachweis vollständig ist. Wer seine eigene Middle-Mile-Kette automatisiert, sollte die Voraussetzungen kennen, bevor die Konkurrenz auf derselben Route fährt. Jetzt kostenlosen Logistik-Report anfordern
Seit dem Beginn dieser intensiven Phase im Spätsommer konnten die Lieferungen zwischen Lancaster und Houston ohne menschliche Eingriffe absolviert werden. Bemerkenswert ist dabei, dass auch auf Stadtstraßen keine Interventionen durch die anwesenden Sicherheitsbeobachter erforderlich waren.
Kodiak-CEO Don Burnette unterstrich in einem Medienbericht Ende September 2026 die Bedeutung der Partnerschaft mit IKEA für die Einführung autonomer Liefer-Lkw. Er erläuterte dabei die technologischen Grundlagen, die für den autonomen Langstreckenverkehr notwendig sind, um eine zuverlässige und sichere Abwicklung der Frachtaufträge zu gewährleisten.
Langjährige Testphase als Fundament für den fahrerlosen Betrieb
Der geplante Übergang in den vollautonomen Betrieb stützt sich auf umfangreiche Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Seit dem Start des Pilotprogramms im Jahr 2022 hat Kodiak für IKEA mehr als 1.300 Ladungen transportiert. Dabei wurden über 750.000 Meilen zurückgelegt, wobei zur Absicherung stets ein menschlicher Sicherheitsbeobachter an Bord war.
Der Fahrermangel treibt die Kosten — doch autonome Lkw lassen sich nicht einfach skalieren. IKEA und Kodiak zeigen, wie viel Vorlauf nötig ist: über 1.300 Ladungen und mehr als 750.000 Meilen mit Sicherheitsbeobachter an Bord, bevor der fahrerlose Betrieb überhaupt geplant wird. Unser Report zeigt, welche Sicherheitsnachweise und Zwischenschritte Sie einplanen müssen. Checkliste Sicherheitsnachweis jetzt sichern
Die Expertise auf der spezifischen Strecke zwischen Dallas und Houston reicht noch weiter zurück. Bereits seit 2019 ist Kodiak auf dieser Verbindung aktiv und hat dort insgesamt mehr als 3,5 Mio. autonome Meilen absolviert. Diese Datenbasis dient als wesentliche Grundlage für die Skalierung des Systems und den nun bevorstehenden Schritt, den Fahrer physisch aus dem Cockpit zu nehmen und die Logistikprozesse für IKEA weiter zu automatisieren.
