IKEA, Stille

IKEA Stille Stunde: Möbelhaus dimmt Licht mittwochs 17–19 Uhr

07.06.2026 - 05:26:43 | boerse-global.de

Der Artikel beleuchtet verschiedene Facetten des Minimalismus: Von möbelfreiem Wohnen über stille Stunden im Einzelhandel bis hin zu neuen Erziehungsansätzen.

Minimalismus-Trend: Vom Wohnen bis zur Kindererziehung
IKEA - Ein minimalistischer Wohnraum mit viel natürlichem Licht, weißen Wänden und einem einzigen Pflanzenakzent, der Ruhe ausstrahlt. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile bewusster Reduktion – und das betrifft nicht nur Möbel, sondern auch Lärm, Digitalkonsum und die eigene Lebensweise.

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Leben ohne Möbel: Ein radikales Experiment

Die Autorin Angela Horn und ihre Partnerin leben seit vier Jahren in einer fast möbelfreien Wohnung in Kapstadt. Ihre Einrichtung: ein Laptoptisch und Campingmatratzen. Das klingt extrem, hat aber handfeste Vorteile.

Die beiden berichten von gesteigerter körperlicher Fitness, besserer Haltung und einem geschärften Gleichgewichtssinn. Zudem vereinfacht das Fehlen von Möbeln die Hausarbeit erheblich – und Umzüge werden zur Nebensache. Der größte Nachteil: Gäste zu empfangen ist kaum möglich. Für Ende 2026 ist ein Umzug in einen Van geplant – der dann aber wieder mit Bett und Couch ausgestattet wird.

IKEA führt „Stille Stunde“ ein

Auch der Massenmarkt entdeckt die Reduktion. Seit Juni 2026 gilt in allen deutschen IKEA-Filialen die sogenannte „Stille Stunde“. Jeweils mittwochs zwischen 17 und 19 Uhr verzichten die Möbelhäuser auf Musik und Durchsagen, die Beleuchtung wird gedimmt.

Die Initiative geht auf den Verein „gemeinsam zusammen“ zurück. „Das Angebot kommt besonders Menschen mit unsichtbaren Behinderungen wie Autismus oder ADHS zugute“, erklärt Sprecherin Rebecca Lefèvre. Vorbild ist Neuseeland, wo es solche Konzepte bereits seit 2019 gibt. Auch Edeka, REWE, Kinos, Schwimmbäder und das Stadtmuseum Münster bieten inzwischen ähnliche Programme zur Reizreduktion an.

Warum Erfolg nicht glücklich macht

Doch Minimalismus ist nicht nur eine Frage der Einrichtung. Die Ärztin und Psychotherapeutin Dr. Greta Kreuzer beschreibt in ihrem aktuellen Buch ein Paradoxon: Trotz äußerer Sicherheit und beruflichem Erfolg stellt sich oft kein Glücksgefühl ein.

Ursache sei eine erlernte innere Struktur, die das Nervensystem auf Leistung und Selbstoptimierung trainiert. Kreuzer plädiert für bewusste Wahrnehmung des Vorhandenen und die Entwicklung von Würde statt ständiger Optimierung. Das erinnert an den Trend der „Beta-Eltern“: Professorin Tanja Betz von der Universität Mainz setzt auf weniger Förderdruck und mehr Freiräume, um die Entscheidungsfähigkeit von Kindern zu stärken.

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„Smarter Start ab 14“: Kampf gegen das Smartphone

In Weinstadt geht die Initiative „Smarter Start ab 14“ einen Schritt weiter. Sie will die Smartphone-Nutzung bei Kindern hinauszögern. Eine Umfrage in Strümpfelbach ergab: Rund 88 Prozent der Familien befürworten eine spätere Einführung von Mobiltelefonen. Am Remstalgymnasium entschieden sich bereits 45 Familien für eine smartphonefreie fünfte Klasse.

Hefe als Baustoff der Zukunft

Während die Gesellschaft über Verzicht diskutiert, entwickeln Forscher neue nachhaltige Materialien. Wissenschaftler der Chalmers University of Technology in Schweden stellen in der Fachzeitschrift „Frontiers of Architectural Research“ einen Baustoff aus Bäckerhefe und Holzfasern vor. Das Material lässt sich bei Raumtemperatur im 3D-Drucker zu Wandpaneelen oder Raumteilern verarbeiten.

Modebranche macht kehrt

Dass Minimalismus nicht alles ist, zeigt die Modebranche. Für die Sommersaison 2026 zeichnet sich eine Gegenbewegung ab. Designer wie Chanel, Chloé und Loewe setzen verstärkt auf skulpturale Taschen mit maritimen Motiven. Branchenbeobachter werten das als Abkehr vom puristischen Minimalismus und „stillen Luxus“ der vergangenen Jahre.

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