IgA-Nephropathie, Sefaxersen

IgA-Nephropathie: Sefaxersen erreicht Studienziel nach 37 Wochen

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 16:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sefaxersen verringerte nach 37 Wochen die Eiweißausscheidung stärker als Placebo; Roche plant die nächsten Schritte im Zulassungsverfahren.

Roche: Sefaxersen erreicht Phase-III-Ziel bei Nierenerkrankung
Saubere, sterile Laborumgebung mit leeren Glasgefäßen und wissenschaftlichem Equipment auf einem Edelstahltisch. Illustration mit AI erstellt.

Die klinische Erforschung von Behandlungsoptionen für seltene Nierenerkrankungen hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Im Zentrum steht dabei der Wirkstoff Sefaxersen, der im Rahmen der klinischen Entwicklung zur Behandlung der IgA-Nephropathie, auch bekannt als Morbus Berger, untersucht wird. Aktuelle Daten aus der entscheidenden Phase-III-Studie belegen die Wirksamkeit des Präparats bei der Reduktion klinisch relevanter Parameter.

Studienergebnisse der Phase-III-Untersuchung IMAgINATION

Die Studie mit dem Namen IMAgINATION ist darauf ausgelegt, die Sicherheit und Wirksamkeit von Sefaxersen im Vergleich zu einem Placebo zu evaluieren. An der Untersuchung nehmen insgesamt 459 Patienten teil. Die gesamte Laufzeit der Studie ist auf 105 Wochen festgesetzt, wobei bereits nach einem kürzeren Zeitraum signifikante Ergebnisse erzielt werden konnten.

Wie aus den Studiendaten hervorgeht, erreichte Sefaxersen den primären Endpunkt nach einer Behandlungsdauer von 37 Wochen. Dabei zeigte sich, dass die Ausscheidung von Eiweiß im Urin unter der Gabe des Wirkstoffs deutlich stärker sank als in der Placebogruppe. Die Senkung der Proteinurie gilt in der Nephrologie als ein wesentlicher Indikator für den Therapieerfolg und die Entlastung der Nierenfunktion.

Mechanismen und Anwendung des Komplementfaktor-B-Hemmers

Sefaxersen verfolgt einen spezifischen therapeutischen Ansatz, indem es den Komplementfaktor B direkt in der Leber hemmt. Der Wirkstoff wurde ursprünglich von Ionis entwickelt und von Roche einlizenziert. Durch die gezielte Beeinflussung des Komplement-Systems soll die entzündliche Kaskade unterbrochen werden, die bei der IgA-Nephropathie zur Schädigung des Nierengewebes führt.

Hinsichtlich der Verabreichung ist eine patientenfreundliche Lösung vorgesehen. Das Präparat wird einmal monatlich subkutan gespritzt. Laut den vorliegenden Informationen ist eine Selbstanwendung durch die Patienten geplant, was die Belastung durch häufige Arztbesuche reduzieren könnte. Im bisherigen Studienverlauf traten zudem keine neuen Sicherheitsauffälligkeiten auf, was das klinische Profil des Wirkstoffs stützt.

Anzeige

Die Phase-III-Studie zu Sefaxersen hat nach 37 Wochen den primären Endpunkt erreicht: Die Eiweißausscheidung im Urin sank deutlich stärker als unter Placebo. Was das für Betroffene mit Morbus Berger konkret bedeutet, lesen Sie in unserem kostenlosen Leitfaden — mit verständlicher Einordnung der Studiendaten und einer Checkliste zu Komplement-Hemmern. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

Langfristige Perspektiven für Patienten mit Morbus Berger

Die medizinische Bedeutung dieser Entwicklung wird durch die Prognosen für Betroffene unterstrichen. Bei der IgA-Nephropathie handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der laut Angaben von Roche bis zu 50 % der Patienten innerhalb von 20 Jahren ein vollständiges Nierenversagen entwickeln. Chefarzt Levi Garraway betonte in diesem Zusammenhang, dass der Wirkstoff das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen könne.

Ziel der Therapie sei es, den langfristigen Bedarf an Dialysen oder Nierentransplantationen zu senken. Die nun erreichten Daten zur Reduktion der Eiweißausscheidung stützen die Erwartung, dass ein frühzeitiger Eingriff in den Krankheitsverlauf die Organfunktion über einen längeren Zeitraum stabilisieren kann.

Regulatorische Schritte und wirtschaftliche Einordnung

Nach dem Erreichen des primären Endpunkts plant das Unternehmen die nächsten Schritte im Zulassungsprozess. Die Zwischenergebnisse der IMAgINATION-Studie sollen auf einem medizinischen Fachkongress präsentiert und im Anschluss den zuständigen Gesundheitsbehörden übermittelt werden. Dies bildet die Grundlage für die spätere Marktzulassung.

Anzeige

Bis zu 50 Prozent der Betroffenen entwickeln innerhalb von 20 Jahren ein Nierenversagen — und viele fragen sich, welche Therapieoptionen es überhaupt gibt. Unser kostenloser Leitfaden erklärt in 3 Schritten, wie Komplement-Hemmer wirken und welche Fragen Sie Ihrem Nephrologen beim nächsten Termin stellen sollten. Fragenkatalog für Ihr Arztgespräch sichern

An den Finanzmärkten wurde die Entwicklung aufmerksam verfolgt. In einem Bericht vom 23. September 2026 wurde die Roche-Aktie am Nachmittag bei Lang & Schwarz mit einem leichten Minus von 0,55 % bei 397,7 EUR notiert. Trotz der kurzfristigen Kursbewegung unterstreichen die Studienerfolge die Position des Unternehmens im Bereich der spezialisierten Nephrologie und die Strategie, durch externe Lizenzen die eigene Pipeline zu stärken.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70178142 |