IgA-Nephropathie, Atrasentan

IgA-Nephropathie: Atrasentan verlangsamt Nierenschaden um 34%

04.06.2026 - 18:02:16 | boerse-global.de

Atrasentan von Novartis zeigt 34 Prozent langsameren Nierenfunktionsverlust. Auch Atacicept und Povetacicept nähern sich der Zulassung.

IgA-Nephropathie: Neue Medikamente vor Markteintritt in Europa
IgA-Nephropathie - Close-up of gloved hands in a lab, handling samples with scientific equipment in the background, symbolizing kidney research. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere Wirkstoffe zeigen in klinischen Studien vielversprechende Ergebnisse und könnten schon bald für Patienten in Europa verfügbar sein. Im Zentrum der Forschung stehen Medikamente, die das Fortschreiten der chronischen Nierenerkrankung verlangsamen und die Proteinausscheidung im Urin reduzieren.

Atrasentan: Langzeitdaten bestätigen Nierenschutz

Der Pharmakonzern Novartis hat am 4. Juni 2026 auf dem ERA-Kongress die finalen 2,5-Jahres-Ergebnisse der Phase-III-ALIGN-Studie vorgestellt, zeitgleich veröffentlicht im Fachjournal The Lancet. Das Medikament Vanrafia (Atrasentan), ein Endothelin-Rezeptor-Antagonist, konnte das Fortschreiten des Nierenfunktionsverlusts im Vergleich zu Placebo um rund 34 Prozent verlangsamen.

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Konkret: Die jährliche Abnahme der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) betrug in der Behandlungsgruppe -2,7 ml/min/1,73m², während die Placebogruppe einen Rückgang von -4,1 ml/min/1,73m² verzeichnete (p=0,003). Bereits nach neun Monaten zeigte sich eine Reduktion des Urin-Protein-Kreatinin-Quotienten (UPCR) um 38,3 Prozent.

Besonders bemerkenswert: Die positiven Effekte blieben auch bei Patienten bestehen, die zusätzlich SGLT2-Hemmer einnahmen. In dieser Untergruppe lag der eGFR-Effekt bei 9,1 (p=0,004). Das Sicherheitsprofil des Medikaments erwies sich als unauffällig und mit Placebo vergleichbar.

Nach beschleunigten Zulassungen in den USA und China im Jahr 2025 plant Novartis nun, noch 2026 einen Antrag auf reguläre Zulassung zu stellen.

Atacicept: FDA ebnet Weg für beschleunigte Prüfung

Auch Vera Therapeutics macht Fortschritte. Am 2. Juni 2026 einigte sich das Unternehmen mit der US-Arzneimittelbehörde FDA auf einen angepassten Analyseplan für die Phase-III-ORIGIN-Studie zu Atacicept. Die Einigung erlaubt eine frühere Auswertung der eGFR-Daten.

Der PDUFA-Termin für eine beschleunigte Zulassung ist der 7. Juli 2026. Die eGFR-Daten sollen im dritten Quartal 2026 vorliegen. Bei Erfolg will Vera Therapeutics im vierten Quartal 2026 einen ergänzenden Zulassungsantrag (sBLA) für die Vollzulassung einreichen.

Bereits frühere Phase-2b-Daten und Zwischenergebnisse der Phase III hatten den Weg geebnet: Sie zeigten eine Reduktion der Proteinurie um 46 Prozent gegenüber dem Ausgangswert nach 36 Wochen – ein Rückgang von 42 Prozent im Vergleich zur Placebogruppe (p<0,0001).

BAFF/APRIL-Antagonisten: Weitere Hoffnungsträger

Auch andere Unternehmen arbeiten an Wirkstoffen, die in die BAFF- und APRIL-Signalwege eingreifen – Schlüsselmechanismen, die vermutlich das Fortschreiten der IgAN fördern.

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Vertex Pharmaceuticals gab am 1. Juni 2026 bekannt, dass die FDA den Zulassungsantrag (BLA) für Povetacicept angenommen hat. Der duale BAFF/APRIL-Antagonist basiert auf der Phase-III-RAINIER-Studie, die ihre primären Endpunkte zur Stabilisierung der Nierenfunktion und Reduktion der Proteinurie erreichte. Die FDA-Entscheidung wird für November 2026 erwartet.

Einen Schritt früher steht Jade Biosciences. Das Unternehmen präsentierte am 2. Juni 2026 Zwischenergebnisse einer Phase-I-Studie zu JADE101, einem Anti-APRIL-Antikörper. Die vorläufigen Daten deuten auf ein günstiges Sicherheitsprofil und biologische Aktivität bei IgA-Markern hin. Zwar handelt es sich um frühe Ergebnisse, doch sie liefern eine solide Grundlage für die geplanten Phase-II- und Phase-III-Studien.

In einer separaten Finanztransaktion verkaufte übrigens ein Insider bei Vertex Pharmaceuticals am 2. Juni 2026 Aktien im Wert von rund 888.300 Euro – ein Vorgang, der an der Börse für Aufmerksamkeit sorgte.

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