Identitätsdiebstahl, Messenger

Identitätsdiebstahl über Messenger: Vote-for-my-Friend-Falle kostet Millionen

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 07:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Behörden warnen vor zunehmenden Messenger-Betrügereien. Neue Funktionen wie Benutzernamen schaffen zusätzliche Angriffsflächen für Kriminelle.

WhatsApp-Konten im Visier: Neue Betrugswelle mit QR-Codes und Benutzernamen
Ein Smartphone-Bildschirm mit einem Warnsymbol vor einem verschwommenen, professionellen Büro-Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsbehörden warnen vor einer neuen Welle von Identitätsdiebstählen über Messenger-Dienste. Kriminelle übernehmen zunehmend WhatsApp-Konten, um an Ausweiskopien und Geld zu gelangen.

QR-Codes und PIN-Abfragen: So kapern Betrüger dein Konto

Die Polizeidirektion Flensburg warnt vor Methoden, bei denen Täter über QR-Codes oder PIN-Abfragen Zugriff auf fremde Accounts erlangen. Ist ein Konto erst einmal kompromittiert, schreiben die Angreifer Kontakte an und erschleichen unter falschen Vorgaben Geldüberweisungen oder private Informationen.

Besonders tückisch: die „Vote-for-my-friend“-Methode. Nutzer werden aufgefordert, an einer vermeintlichen Umfrage teilzunehmen – und kapern sich dabei selbst den eigenen Zugang. In Indien und Malaysia entstand dadurch bereits Schaden in sechsstelliger Euro-Höhe.

Benutzernamen: Neuer Schutz, neue Risiken

WhatsApp führt derzeit Benutzernamen ein. Die Verbraucherzentrale NRW sieht das kritisch. Zwar schützt der Benutzername die eigene Handynummer in großen Gruppen, doch wer seinen Klarnamen preisgibt, bietet Angreifern neue Angriffsflächen.

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Hinzu kommt: Die Verknüpfung mit anderen Meta-Diensten wie Facebook oder Instagram ermöglicht ein detailliertes Tracking. Kriminelle können frei wählbare Benutzernamen nutzen, um sich als bekannte Personen oder Unternehmen auszugeben – und so Vertrauen für den Diebstahl von Dokumenten zu erschleichen.

CEO-Betrug: Wenn der Chef plötzlich Geld fordert

Im Geschäftsumfeld beobachten Ermittler den sogenannten „Boss Scam“. Betrüger geben sich als Vorgesetzte aus und fordern Mitarbeiter über WhatsApp oder Telegram zu dringenden Zahlungen auf. In Indien versendeten Behörden zuletzt rund 58.000 Warn-SMS.

Ein Fall aus Malaysia zeigt die Dimension: Eine Angestellte überwies umgerechnet 195.000 Euro, nachdem Täter den Account ihres Managers übernommen hatten. Auch manipulierte ZIP-Dateien mit Trojanern, die WhatsApp-Web-Sitzungen kapern, werden vermehrt gemeldet.

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So schützt du dich vor Identitätsdiebstahl

Experten raten zur strikten Datensparsamkeit: Keine Klarnamen, Geburtsdaten oder Ausweisnummern leichtfertig in Messengern oder KI-Tools eingeben. Die DSGVO-Grundsätze zur Datenminimierung gelten auch hier.

Konkrete Schutzmaßnahmen:

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren
  • Verknüpfte Geräte regelmäßig prüfen
  • Ungewöhnliche Anfragen per Anruf verifizieren
  • Keine Anhänge aus unklaren Quellen öffnen – besonders ZIP-Dateien

Die Folgen von Identitätsmissbrauch sind auch strafrechtlich schwer. In Asien wurden Personen bereits für den bloßen Besitz fremder Ausweisdokumente zu hohen Geldstrafen und Haft verurteilt. Der Schutz der digitalen Identität ist also nicht nur eine Frage des Vermögens, sondern auch des Rechts.

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