Icotrokinra bei Colitis ulcerosa: 30 Prozent Remission gegenüber 11
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 23:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verzeichnet die klinische Forschung kontinuierliche Fortschritte. Mehrere klinische Studien berichten von Fortschritten bei experimentellen Wirkstoffen, die bei Colitis ulcerosa die Darmgesundheit verbessern und Entzündungsschäden reduzieren könnten. Im Fokus stehen dabei vor allem zielgerichtete orale Substanzen sowie spezifische Hemmstoffe von Entzündungssignalwegen.
Orale Therapieansätze mit Icotrokinra und Obefazimod
Unter den experimentellen Substanzen wird Icotrokinra (Icotyde) von Johnson & Johnson als erster oraler Peptid-Inhibitor des Interleukin-23-Signalwegs erforscht.
In einer im New England Journal of Medicine publizierten Untersuchung unter Leitung von Dr. Maria Abreu (Cedars-Sinai, Los Angeles) wurden 252 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa mit täglichen Dosen von 400, 200 oder 100 mg oder Placebo behandelt.
In Woche 12 lag das klinische Ansprechen bei 63 Prozent (400 mg), 58 Prozent (200 mg) und 55 Prozent (100 mg) gegenüber 27 Prozent unter Placebo. Eine klinische Remission erreichten 30 Prozent in der 400-mg-Gruppe im Vergleich zu 11 Prozent unter Placebo.
In der Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen verzeichnet die klinische Forschung kontinuierliche Fortschritte. Mehrere klinische Studien berichten von Fortschritten bei experimentellen Wirkstoffen, die bei Colitis ulcerosa die Darmgesundheit verbessern und Entzündungsschäden reduzieren könnten. Im Fokus stehen dabei vor allem zielgerichtete orale Substanzen sowie spezifische Hemmstoffe von Entzündungssignalwegen.
Orale Therapieansätze mit Icotrokinra und Obefazimod
Unter den experimentellen Substanzen wird Icotrokinra (Icotyde) von Johnson & Johnson als erster oraler Peptid-Inhibitor des Interleukin-23-Signalwegs erforscht.
In einer im New England Journal of Medicine publizierten Untersuchung unter Leitung von Dr. Maria Abreu (Cedars-Sinai, Los Angeles) wurden 252 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa mit täglichen Dosen von 400, 200 oder 100 mg oder Placebo behandelt.
In Woche 12 lag das klinische Ansprechen bei 63 Prozent (400 mg), 58 Prozent (200 mg) und 55 Prozent (100 mg) gegenüber 27 Prozent unter Placebo. Eine klinische Remission erreichten 30 Prozent in der 400-mg-Gruppe im Vergleich zu 11 Prozent unter Placebo.
Der Symptomrückgang betrug 46 Prozent gegenüber 19 Prozent, eine endoskopische Verbesserung zeigte sich bei 37 Prozent im Vergleich zu 14 Prozent. Die Remissionen hielten über 28 Wochen Behandlung an. Eine Zulassung für Colitis ulcerosa steht für Icotrokinra noch aus; Wirksamkeit und Sicherheit sind laut Berichten noch nicht belegt.
Einen weiteren oralen Ansatz verfolgt Abivax mit Obefazimod. In den Phase-3-Studien ABTECT-1 und ABTECT-2 bei aktiver mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa erreichte die tägliche Gabe von 50 mg in Woche 8 eine placebo-adjustierte klinische Remission von 16,4 Prozent (ABTECT-1: 19,3 Prozent, ABTECT-2: 13,4 Prozent).
Alle wichtigen sekundären Endpunkte wurden erreicht, ohne dass neue Sicherheitssignale auftraten. Von 1.275 randomisierten Patienten der Induktionsstudien erzielten 678 ein klinisches Ansprechen und wurden in Teil 1 der laufenden 44-wöchigen Erhaltungsstudie aufgenommen, deren Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 erwartet werden.
Bei positivem Verlauf plant Abivax einen FDA-Zulassungsantrag im zweiten Halbjahr 2026. Das Unternehmen verzeichnete für das erste Halbjahr 2026 ein Nettoergebnis von -165,9 Millionen Euro.
Erkenntnisse zur Interleukin-23-Inhibition
Auf der UEG Week 2026 in Barcelona (17.–20. Oktober) wurden Daten zu einem IL-23-gerichteten Medikament bei mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa diskutiert, zu denen Experten wie Raja Atreya (Erlangen), Tim Raine (Cambridge) und Marc Ferrante (Löwen) beitrugen.
Eine Induktionsphase mit 701 Patienten ergab nach zwölf Wochen eine klinische Remission von 23 Prozent gegenüber 8 Prozent unter Placebo, mit einem symptomatischen Ansprechen ab Tag 6. In der Erhaltungsphase mit 568 Respondern wiesen nach 44 Wochen 50 Prozent unter einem der untersuchten Schemata eine klinische Remission auf, bei einem Nachbeobachtungszeitraum von bis zu drei Jahren.
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AbbVie präsentierte auf der Fachtagung 20 wissenschaftliche Abstracts zu chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. In der COMMAND-Studie zu Risankizumab (Skyrizi) erreichten Patienten in Woche 96 unter 180 mg eine klinische Remission von 54,0 bis 73,1 Prozent sowie eine endoskopische Remission von 38,8 bis 53,5 Prozent im Rahmen einer bis zu dreijährigen Erhaltungstherapie.
Eli Lilly untersuchte den IL-23p19-Antagonisten Omvoh (Mirikizumab-mrkz) in der Studie LUCENT-2. Eine umfassende Krankheitskontrolle inklusive symptomatischer, endoskopischer und histologischer Remission sowie Biomarker-Normalisierung ohne Kortikosteroide erreichten 27,7 Prozent der Patienten unter Omvoh gegenüber 14 Prozent unter Placebo.
Zu den häufig beobachteten Nebenwirkungen gehörten Infektionen der oberen Atemwege, Reaktionen an der Injektionsstelle, Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Kopfschmerzen und Herpesvirus-Infektionen.
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Langzeitvergleiche und Kombinationstherapien
Ergänzende Erkenntnisse zur Langzeitstabilität liefert eine schwedische Kohortenstudie über fünf Jahre: Eine kortikosteroidfreie Krankheitsstabilität zeigte sich bei Vedolizumab in 67 Prozent der Quartale gegenüber 60 Prozent unter Infliximab (Risk Ratio 0,88; 95 %-KI 0,82–0,94) sowie in 70 Prozent gegenüber 67 Prozent unter Adalimumab (Risk Ratio 0,92; 95 %-KI 0,87–0,98). Die Hospitalisierungsraten wiesen keine signifikanten Unterschiede auf, während unter Adalimumab mehr Therapiewechsel stattfanden.
An der Sheikh Shakhbout Medical City wurden experimentelle Kombinationstherapien ausgewertet, darunter Paarungen aus IL-23(p19)-Inhibitoren mit JAK-Inhibitoren (10 von 21 Fällen, 48 Prozent) oder Anti-TNF (5 von 21 Fällen, 24 Prozent).
Eine kombinierte Remission erreichten 11 von 21 Patienten (52 Prozent; 95 %-KI 30–74 Prozent). Zugleich wurden 12 von 21 Kursen (57 Prozent) beendet, davon sieben infolge von Therapieversagen; ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis führte zu einer Hospitalisierung.
Hinsichtlich prognostischer Faktoren zeigte eine Sekundäranalyse in Clinics and Research in Hepatology and Gastroenterology an drei Datensätzen mit 681 Teilnehmern, dass ein höherer Entzündungsscore der Schleimhaut zu Behandlungsbeginn mit einer ungünstigeren Prognose assoziiert ist. Die Autoren betonen, dass eine prospektive unabhängige Validierung vor einer klinischen Nutzung erforderlich bleibt.
