ICON Foundation: Replay-Exploit setzt 120 Millionen Tokens frei
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 00:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die ICON Foundation ist Ziel eines schwerwiegenden Cyberangriffs geworden, bei dem Unbefugte eine Sicherheitslücke im Protokoll ausnutzten. Durch einen sogenannten Replay-Exploit gelang es den Angreifern, erhebliche Mengen an Kryptowährungen aus dem Stiftungsvermögen freizusetzen. Wie aus Analysen hervorgeht, wurden dabei zwei spezifische Abhebungsnachrichten mehr als 1.400-mal missbräuchlich wiederverwendet.
Technischer Hintergrund und Hergang des Exploits
Der Vorfall ereignete sich Ende August und beruht laut technischen Berichten auf einem Fehler im Zusammenhang mit einer Datenmigration. Die Grundursache für die Schwachstelle wird als ein 32-Byte-Migrationsfehler beschrieben. Dieser ermöglichte es den Angreifern, bereits autorisierte Abhebungsnachrichten abzufangen und mehrfach in das System einzuspeisen, um wiederholte Auszahlungen zu provozieren.
Konkret wurden zwei rechtmäßige Abhebungsnachrichten insgesamt 1.492-mal erneut gesendet. Davon waren 1.490 Versuche erfolgreich. Dieser Mechanismus führte dazu, dass insgesamt 119.866.000 ICX sowie 531.600 bnUSD aus den Reserven der Stiftung freigesetzt wurden.
Zeitlicher Ablauf der Gegenmaßnahmen
Die Sicherheitsüberwachung der ICON Foundation erkannte die Unregelmäßigkeiten am 27. August um 02:08 UTC. Unmittelbar nach der Identifizierung des Angriffs leiteten die Verantwortlichen entsprechende Schutzmaßnahmen ein. Um 03:53 UTC wurde das System zunächst pausiert, gefolgt von einem vollständigen Halt des Netzwerks um 06:18 UTC, um weitere unbefugte Transaktionen zu unterbinden.
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Nach einer intensiven Untersuchung und der Behebung der zugrunde liegenden Schwachstelle konnte der Betrieb des Netzwerks nach einer Ausfallzeit von rund 25 Stunden wieder aufgenommen werden.
Schadensbilanz und Sicherung der Vermögenswerte
Trotz des hohen Volumens der ursprünglich freigesetzten Token konnte der endgültige finanzielle Schaden durch schnelles Eingreifen begrenzt werden. Die ICON Foundation beziffert den Nettoverlust auf rund 150,2 ETH und 31.204 USDC.
Ein Großteil der betroffenen ICX-Token konnte entweder direkt zurückverfolgt oder auf verschiedenen Handelsplattformen eingefroren werden, bevor eine weitere Verwertung durch die Angreifer möglich war. Zudem wurde gemeldet, dass die Vermögenswerte in bnUSD sowie SODA wiederhergestellt werden konnten.
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Die Stiftung betonte, dass die Sicherung des verbliebenen Vermögens und die Analyse des Migrationsfehlers Priorität hatten, um die Stabilität des Ökosystems nach der Wiederaufnahme des Betriebs zu gewährleisten.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Vorfalls und zur Identität der Akteure dauern an, während die technischen Protokolle zur Vermeidung ähnlicher Migrationsfehler in der Zukunft angepasst wurden. Eine Gefahr für Nutzervermögen, das über das Stiftungsvermögen hinausgeht, wurde in diesem Zusammenhang nicht explizit gemeldet.
