Icefish-Chip: Google teilt TPU-Fertigung zwischen TSMC und Samsung
12.06.2026 - 12:56:06 | boerse-global.de
Der US-Konzern verhandelt mit Samsung Foundry über die Fertigung eines zentralen Bauteils für seine zehnte TPU-Generation. Grund sind die weltweit angespannten Kapazitäten in der Chipindustrie.
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Aufgeteilte Produktion für „Icefish“
Der neue KI-Chip mit dem Codenamen Icefish soll ab 2028 in Serie gehen. Google plant eine Aufteilung der Fertigung: TSMC produziert den Hauptrechenkern im hochmodernen 1,4-Nanometer-Verfahren. Samsung Foundry soll dagegen den sogenannten I/O-Die (Input/Output) fertigen – jenes Bauteil, das für die Datenanbindung zuständig ist.
Für diesen Teil kommt Samsungs 2-Nanometer-GAA-Prozess (Gate-All-Around) zum Einsatz. Analysten rechnen mit einer Vertragsunterzeichnung zwischen Ende 2026 und Anfang 2027. Die Strategie erlaubt es Google, die technischen Stärken beider Hersteller zu nutzen und gleichzeitig das Risiko eines einzelnen Zulieferers zu minimieren.
Abhängigkeit von TSMC reduzieren
Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf die Kapazitätsengpässe bei TSMC. Der taiwanesische Hersteller hält geschätzte 73 Prozent Marktanteil bei fortschrittlichen Chips und kommt mit der explosionsartigen Nachfrage nach KI-Hardware kaum hinterher. Google sichert sich durch die Zusammenarbeit mit Samsung eine stabilere Produktionspipeline.
Darüber hinaus soll Samsung auch High Bandwidth Memory (HBM) und Advanced Packaging für die neuen Chips liefern. Bereits heute stammen mehr als 60 Prozent des HBM-Speichers für Googles aktuelle Ironwood-TPUs von Samsung. Für Icefish ist die nächste Speichergeneration HBM4 vorgesehen, die ab 2026 verfügbar sein dürfte.
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Weitere Partner im Boot
Google erweitert seine Fertigungsbasis noch breiter. So fanden bereits Gespräche mit Intel über die Produktion von mehr als drei Millionen TPUs für das Jahr 2028 statt. Auch mit dem taiwanesischen Chipentwickler MediaTek arbeitet Google am Design der Icefish-Plattform zusammen.
Samsungs erfolgreiche Auftragsserie
Der mögliche Google-Deal reiht sich ein in eine Reihe prominenter Aufträge für Samsung Foundry. Der Auftragseingang umfasst unter anderem einen 16,5 Milliarden Dollar schweren Auftrag von Tesla sowie einen Vertrag mit dem KI-Chip-Startup Groq. Auch für Nvidias kommende Vera-Rubin-Plattform fertigt Samsung Komponenten.
Die Vorbereitungen für die Google-Partnerschaft könnten bereits laufen. Im Dezember 2025 besuchten Google-Manager Samsungs Fabrik im texanischen Taylor, um den Standort als möglichen Produktionsort zu prüfen.
Kosten und Marktreaktion
Die unmittelbare Reaktion der Börse fiel verhalten aus: Die Aktie von Googles Mutterkonzern Alphabet gab um rund 1,9 Prozent nach, nachdem die Verhandlungen bekannt wurden. Intern aber sehen die Google-Verantwortlichen ihre Custom-TPUs weiterhin als deutlich günstigere Alternative zu Drittanbieter-Chips. Die hauseigenen KI-Beschleuniger sollen angeblich bis zu 80 Prozent weniger kosten als Nvidias H100-Chips – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil im milliardenschweren KI-Markt.
