ICE kauft vier Spot-Roboterhunde: Auftrag kostet rund 1,3 Millionen Dollar
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) hat den Erwerb von vier spezialisierten Roboterhunden des Typs Spot abgeschlossen. Wie aus Berichten von Ende September 2026 hervorgeht, löst das Geschäft über rund 1,3 Millionen US-Dollar eine intensive öffentliche Debatte über den Einsatz solcher Systeme in der Strafverfolgung und Grenzsicherung aus.
Details zur Beschaffung und technischen Ausstattung
Der Auftrag wurde am 25. September 2026 an das Unternehmen RADeCO Inc. mit Sitz in Fairfield, Connecticut, vergeben. Das Gesamtvolumen des Vertrags beläuft sich auf exakt 1.304.296 US-Dollar.
Die Vergabe erfolgte im Rahmen einer sogenannten Alleinquellensuche (Sole-Source), nachdem eine Markterkundung im August stattgefunden hatte. Ein Mitbewerber wurde dabei abgelehnt, da laut den Unterlagen nur RADeCO die spezifischen Anforderungen erfüllen konnte.
Der Bestellzeitraum für die vier Einheiten erstreckt sich vom 25. September bis zum 24. November 2026, während das offizielle Vertragsende für den 24. April 2027 terminiert ist. Rechnerisch ergibt sich ein Preis von etwa 326.074 US-Dollar pro Roboter-Paket inklusive Zubehör, während der reine Stückpreis der Plattform ohne Erweiterungen bei zirka 110.000 US-Dollar liegt.
Zum Lieferumfang gehören vier Spot-AV-Plattformen, die mit Roboterarmen an der Vorderseite und speziellen Inspektionskameras ausgestattet sind. Diese Kameras verfügen über einen 30-fachen optischen Zoom sowie Wärmebildfunktionen.
Zusätzlich umfasst die Ausstattung ein sogenanntes CBRNe-Kit zur Detektion chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Gefahren sowie Sensoren für Giftgas. Die Systeme können über eine Distanz von bis zu 1.500 Kilometern ferngesteuert werden.
Einsatzgebiete und taktische Zielsetzungen
Die unter dem Namen „Cerberus Spot AV“ geführten Einheiten sind für das ICE Office of Firearms and Tactical Programs vorgesehen. Als primäre Einsatzfelder nennt die Behörde die Aufklärung gefährlicher Situationen, insbesondere in Tunneln an Grenzübergängen, unterirdischen Umgebungen sowie in kontaminierten oder instabilen Räumen.
Der jüngste Auftrag über vier spezialisierte Roboterhunde zeigt, wie Behörden Aufklärung in Tunneln, kontaminierten Räumen und bei verdächtigen Paketen künftig ohne Personalrisiko planen. Wer jetzt beschafft, braucht belastbare Kriterien für Technik, Vergabe und Compliance. Kostenlosen Beschaffungs-Report für Sicherheitsentscheider anfordern
Die Roboter sollen zur Risikobewertung bei verdächtigen Paketen oder potenziell gefährlichen Stoffen eingesetzt werden, bevor Personal in diese Bereiche entsandt wird.
Ein Sprecher der Behörde erläuterte, dass die Roboter dazu dienen, Gefahren für Beamte und die Öffentlichkeit zu minimieren. Dennoch finden sich in den Begründungsunterlagen zum Vertrag auch Hinweise auf Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der Einwanderungsdurchsetzung, in Haftanstalten sowie bei semi-autonomen Patrouillen. Ein konkreter Zeitplan für den Beginn des Trainings oder die exakten Einsatzorte wurde bisher nicht öffentlich kommuniziert.
Reaktionen des Herstellers und zivilgesellschaftliche Kritik
Der Hersteller der Roboterplattform, Boston Dynamics, betonte in einer Stellungnahme, dass die Nutzung der Geräte für Abschiebungen nicht vorgesehen sei. Das Unternehmen erklärte, dass die entsprechenden Passagen in den Vertragsunterlagen der Behörde lediglich Standardformulierungen darstellten.
Die Systeme seien primär für Untersuchungen im Bereich des Menschenhandels und des Drogenschmuggels gedacht. Boston Dynamics untersagt zudem explizit die Bewaffnung der Roboter. Bei einem Missbrauch drohen der Verlust der Garantie, der Entzug von Software-Lizenzen sowie rechtliche Schritte.
Semi-autonome Patrouillen und Aufklärung in Haftanstalten stehen in den Begründungsunterlagen — und der Hersteller schließt eine Bewaffnung ausdrücklich aus. Wer Überwachungstechnik einführt, muss Garantieverlust, Lizenzentzug und öffentliche Kritik vorab einplanen. Der Leitfaden zeigt, wie Sie Risiken bewerten, bevor der erste Roboter rollt. Leitfaden zur Risikobewertung jetzt sichern
Trotz dieser Einschränkungen äußern Datenschutzaktivisten erhebliche Bedenken. Es wird befürchtet, dass die Technologie künftig auch bei Protesten eingesetzt werden könnte. In Massachusetts fordern Aktivisten zudem die Rücknahme von Steuergutschriften in Höhe von 25 Millionen US-Dollar, die Boston Dynamics für eine Standorterweiterung gewährt wurden.
Der Erwerb der Roboterhunde steht in einem breiteren Kontext behördlicher Beschaffungen. Berichten zufolge kaufte ICE im Laufe des Jahres 2026 auch andere technische Hilfsmittel, darunter Vorrichtungen zum Stoppen von Fluchtfahrzeugen und Elektroschockhandschuhe mit Niederspannung. Das US-Heimatschutzministerium (DHS) bezeichnete die Roboter in einer kurzen Stellungnahme lediglich als eine weitere verfügbare Option für die Behördenarbeit.
