ICE-Auftrag über 1,3 Millionen Dollar: RADeCO rüstet vier Spot-Roboter aus
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 19:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-Robotikunternehmen Boston Dynamics erprobt neues Zubehör für seinen vierbeinigen Roboter Spot, um Einsätze in der Paketzustellung zu ermöglichen. In aktuellen Testläufen übernimmt die Maschine den Transport von Sendungen aus dem Lieferfahrzeug und stellt diese eigenständig an der Haustür ab. Das Vorhaben zielt darauf ab, menschliche Zusteller körperlich zu entlasten und die Effizienz auf der sogenannten letzten Meile zu steigern.
Autonome Zustellung auf der letzten Meile
Die Erprobung konzentriert sich insbesondere auf Wohngebiete in Vorstädten, in denen unwegsames Gelände, Stufen und andere Hindernisse herkömmliche Lieferprozesse erschweren.
Paige Miller, Senior Staff Product Manager für Spot bei Boston Dynamics, erklärte hierzu, dass durch den Einsatz des Roboters die Ladekapazitäten der Fahrzeuge besser ausgenutzt werden könnten. Für jeweils drei Pakete, die über das System ausgeliefert werden, lasse sich demnach eine zusätzliche Sendung im Lieferwagen unterbringen.
Bislang wurde der vierbeinige Roboter, dessen Anschaffungskosten bei rund 75.000 US-Dollar liegen, vor allem in der Industrie und Forschung eingesetzt. Zu den bisherigen Einsatzgebieten zählen unter anderem industrielle Inspektionen in Fabrikanlagen sowie archäologische Dokumentationsarbeiten in Pompeji. Mit den Tests im Logistiksektor baut das Unternehmen das Einsatzspektrum der Plattform weiter aus.
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Behördliche Aufträge und Kontroversen
Parallel zu den Logistikplänen weitet sich das Anwendungsfeld des Quadrupeden im Sicherheitssektor aus. Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE vergab an das Unternehmen RADeCO einen Auftrag mit einem Volumen von 1,3 Millionen US-Dollar. Die Vereinbarung, deren Details über das Vergabeportal Sam.gov veröffentlicht wurden, umfasst vier angepasste Spot-Systeme und ist dem ICE-Büro in Orlando im Bundesstaat Florida zugeordnet.
Die Einheiten verfügen über Roboterarme mit einer Reichweite von mehr als 5 Fuß, Wärmebildkameras, erweiterte Kommunikationssysteme sowie Sensorik zur Erkennung von Gefahren wie Strahlung, Giftgas und Explosivstoffen. RADeCO, ansässig im Bundesstaat Connecticut, rüstet die Plattformen zudem mit Software und Sauerstoffsensoren für Einsätze in Tunneln aus.
Boston Dynamics betonte in diesem Zusammenhang, dass der Einsatz ausschließlich über die ICE-Einheit Homeland Security Investigations erfolge. Die Aufgaben beschränkten sich auf Ermittlungen gegen Menschenhandel, Drogenschmuggel und Kinderausbeutung und fänden nicht im Rahmen von Einwanderungshaft oder Abschiebungen statt.
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Zudem verbietet der Hersteller die Bewaffnung seiner Roboter oder deren Nutzung zur rechtswidrigen Überwachung; Zuwiderhandlungen führten zum Verlust der Garantie sowie zu rechtlichen Schritten.
Dennoch löste der Beschaffungsvertrag politische Diskussionen aus. Im US-Bundesstaat Massachusetts wurden Forderungen laut, Boston Dynamics staatliche Steuervergünstigungen zu entziehen. Das Partnerunternehmen RADeCO, das unter anderem ein Testgelände für Robotik und Drohnen in Monroe betreibt, realisierte zuvor bereits ein Projekt zur Bombenentschärfung für 430.000 US-Dollar im Nassau County.
Als primäre Zielgruppe derartiger Sicherheitsentwicklungen gelten neben Bombenentschärfern auch Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz sowie Betreiber kritischer Industrie- und Versorgungsanlagen.

