IBSRELA, Reizdarm

IBSRELA bei Reizdarm: Tenapanor senkt Arztbesuche von 4,5 auf 3 pro Jahr

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei 470 Betroffenen gingen gastroenterologische Konsultationen nach Therapiebeginn zurück; Phase-3-Daten zeigen Ansprechraten mit und ohne Vorbehandlung.

Ardelyx: Tenapanor senkt Arztbesuche bei IBS-C in Praxisanalyse
Ein minimalistischer, heller Architekturraum mit sanftem Tageslicht, der eine ruhige und klinische Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Reale Versorgungsdaten aus der klinischen Praxis liefern neue Erkenntnisse zur Behandlung des Reizdarmsyndroms mit Verstopfung (IBS-C). Eine auf der ACG-Jahrestagung 2026 vorgestellte Beobachtungsanalyse zeigt, dass der Einsatz des Wirkstoffs Tenapanor, vertrieben unter dem Handelsnamen IBSRELA durch das biopharmazeutische Unternehmen Ardelyx, zu einem signifikanten Rückgang gastroenterologischer Arztbesuche führen kann. In den USA wird die Zahl der von IBS-C betroffenen Personen auf geschätzt 12 Millionen Menschen beziffert.

Deutlicher Rückgang gastroenterologischer Konsultationen in der Praxis

Grundlage der Untersuchung ist eine retrospektive Beobachtungsanalyse von 470 IBS-C-Patienten aus einer landesweiten gastroenterologischen Praxis in den USA.

Den Daten zufolge sanken die medianen Magen-Darm-bezogenen Arztbesuche von 4,5 pro Jahr (Interquartilsabstand IQR 2–9) im Zeitraum vor dem Beginn der Therapie mit Tenapanor auf 3,0 pro Jahr (IQR 1–6) im darauffolgenden Behandlungsjahr (p<0,001).

Diese Reduktion der Konsultationen trat konsistent in allen untersuchten Untergruppen auf. Der Rückgang zeigte sich auch bei Patienten, die zuvor bereits mit anderen IBS-C-Präparaten behandelt worden waren. Zudem erwies sich der Effekt als unabhängig vom Body-Mass-Index (BMI) sowie von der individuellen Komorbiditätslast der Betroffenen.

Ergänzende Auswertungen zum therapeutischen Ansprechen

Die Ergebnisse aus dem Behandlungsalltag decken sich mit einer in der Fachzeitschrift Digestive Diseases and Sciences veröffentlichten Post-hoc-Analyse der Phase-3-Studien T3MPO-1 und T3MPO-2. In dieser gepoolten Intent-to-Treat-Population wurden 600 mit Tenapanor behandelte Patienten mit 599 Personen in der Placebogruppe verglichen.

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Die neue Beobachtungsanalyse von 470 IBS-C-Patienten zeigt: Die medianen Magen-Darm-Arztbesuche sanken von 4,5 auf 3,0 pro Jahr nach Therapiebeginn mit Tenapanor. Unser kostenloser Report ordnet die Daten ein, vergleicht die Ansprechraten aus den Phase-3-Studien und liefert eine Checkliste für Ihr nächstes Arztgespräch. Jetzt kostenlosen IBS-C-Report anfordern

Bei Patienten mit vorheriger IBS-C-Medikation (n=58) betrug die kombinierte Ansprechrate (Composite-Response-Rate) unter Tenapanor 42,3 Prozent (11 von 26 Patienten) gegenüber 18,8 Prozent (6 von 32 Patienten) unter Placebo (p=0,038).

Bei Patienten ohne vorherige medikamentöse Therapie (n=1141) lag die Ansprechrate bei 31,2 Prozent (179 von 574 Patienten) im Vergleich zu 21,3 Prozent (121 von 567 Patienten) unter Placebo (p<0,001). Die Analyse zog das Fazit, dass Tenapanor unabhängig von einer medikationsbezogenen Vorbehandlung ein klinisch bedeutsames Ansprechen ermöglicht.

Sicherheitsprofil und weitere Anwendungsbereiche

Zu den bekannten Risiken der Medikation gehört ein Warnhinweis (Boxed Warning) bezüglich schwerer Dehydratation bei pädiatrischen Patienten; bei Kindern unter sechs Jahren ist das Medikament kontraindiziert. Als häufigste unerwünschte Wirkung tritt Durchfall auf.

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Bei etwa jedem dritten IBS-C-Patienten sprechen die bisherigen Medikamente nicht ausreichend an — die Post-hoc-Analyse der Phase-3-Studien zeigt für Tenapanor eine kombinierte Ansprechrate von 42,3 Prozent bei vorbehandelten Patienten gegenüber 18,8 Prozent unter Placebo. Unser Leitfaden erklärt, welche Fragen zu Vorbehandlung, Wirkstoff und Nebenwirkungen Sie im Arztgespräch stellen sollten. Leitfaden Arztgespräch Reizdarm jetzt sichern

In den klinischen Studien zu IBSRELA betrug die Durchfallrate 16 Prozent im Vergleich zu 4 Prozent unter Placebo. Bei den therapiebedingten unerwünschten Ereignissen der gepoolten Phase-3-Auswertung zeigte sich Diarrhö bei 26,9 Prozent (7 von 26 Patienten) mit vorheriger Medikation sowie bei 14,1 Prozent (81 von 576 Patienten) ohne vorherige Medikation.

Ardelyx verfügt in den USA über Zulassungen für die Tenapanor-Präparate IBSRELA und XPHOZAH. Neben den Praxisdaten zu Arztbesuchen wurden auf der Fachtagung auch Erhebungen zur allgemeinen Symptomlast und zur Lebensqualität bei IBS-C präsentiert. Zudem stellte das Unternehmen das Design einer laufenden Phase-3-Studie vor, die den Einsatz von Tenapanor bei chronischer idiopathischer Verstopfung (CIC) untersucht.

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de | wissenschaft | 70304286 |