Ibogain-Therapie: Experten warnen vor tödlichen Herzrisiken
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 22:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 20. September 2026 verstarb Presley Gerber im Alter von 27 Jahren in einer Rehabilitationsklinik in Los Angeles. Während die Familie den Tod bestätigte, ist die genaue Todesursache bislang nicht bekannt; eine Autopsie stand zum Zeitpunkt der Meldung laut entsprechenden Berichten noch aus.
Das Ereignis rückt die Diskussion um alternative Behandlungsansätze bei Abhängigkeitserkrankungen, insbesondere den Einsatz von Ibogain, erneut in den Fokus der medizinischen Fachwelt.
Die Substanz Ibogain und ihr Einsatz in der Therapie
Presley Gerber, der im Jahr 1999 in Beverly Hills als Sohn von Cindy Crawford (60) und Rande Gerber (64) geboren wurde, hatte sich im März desselben Jahres einer Behandlung mit Ibogain unterzogen. Diese Therapie fand offenbar in Mexiko statt, da die Substanz in den USA illegal ist. In Mexiko hingegen ist der Besitz und die Verabreichung des Stoffes gestattet.
Ibogain ist ein natürlich vorkommendes Psychedelikum, das aus der Wurzelrinde eines zentralwestafrikanischen Strauchs gewonnen wird. Wissenschaftliche Einrichtungen wie Stanford Medicine weisen darauf hin, dass die Substanz bei Suchterkrankungen unterstützend wirken kann. Dennoch fehlt Ibogain in weiten Teilen der westlichen Welt die medizinische Zulassung.
In Deutschland und den USA ist der Stoff nicht als Arzneimittel zugelassen. In der Schweiz ist Ibogain ebenfalls nicht zugelassen, wobei Fachleute davon ausgehen, dass das Land noch Jahre von einer möglichen Zulassung entfernt ist. Auch in Großbritannien gilt die Substanz als experimentell und ist nicht über den staatlichen Gesundheitsdienst NHS verfügbar.
Medizinische Warnhinweise und potenzielle Gefahren
Trotz der berichteten Nutzen in der Suchttherapie, die bereits seit den 1980er-Jahren beobachtet werden, warnen Experten vor erheblichen gesundheitlichen Risiken. Der Chefarzt eines Zentrums für Suchtmedizin in Zürich betonte, dass Ibogain Herzprobleme verursachen könne, die im schlimmsten Fall tödlich enden. Die Substanz störe die elektrische Reizleitung im Herzen, was zu Herzflimmern oder lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen führen könne.
Zwar sei das Risiko unter strenger medizinischer Aufsicht relativ gering, doch die Langzeiteffekte gelten als weitgehend unerforscht. Eine typische Anwendung umfasst ein bis zwei Einnahmen, die mehrstündige Halluzinationen auslösen. Im Fall von Presley Gerber wurde bislang kein direkter Zusammenhang zwischen der Ibogain-Behandlung im März und seinem Tod rund sechs Monate später festgestellt.
Der Tod von Presley Gerber mit 27 Jahren rückt eine Frage in den Fokus, die viele Angehörige umtreibt: Wie sicher sind nicht zugelassene Suchttherapien? Suchtmediziner warnen, dass Ibogain die elektrische Reizleitung im Herzen stören und lebensgefährliche Rhythmusstörungen auslösen kann. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie seriöse Kliniken erkennen und welche zugelassenen Behandlungswege es gibt. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Ein langjähriger Kampf gegen die Abhängigkeit
Die Biografie des Models war über Jahre von einem Kampf um die psychische Gesundheit geprägt. Presley Gerber unterschrieb bereits im Alter von 15 Jahren einen Vertrag bei IMG Models und war in der Folge für namhafte Marken wie Burberry, Dolce & Gabbana und Bottega Veneta tätig.
Doch hinter der beruflichen Laufbahn stand eine schwere Suchtproblematik. Seine Schwester Kaia Gerber (25) beschrieb in der September-Ausgabe des Magazins „Vogue“ eine bereits zehn Jahre währende Drogensucht ihres Bruders.
Gerber war jahrelang von Opiaten abhängig und hatte zuvor eine Überdosis Fentanyl erlitten, die zu einem mehrtägigen Koma führte. Im Jahr 2019 wurde er zudem in Beverly Hills wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss festgenommen und zu drei Jahren Bewährung sowie gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
In einem Podcast im Jahr 2023 thematisierte er seine Depressionen und bezeichnete den Erhalt der psychischen Gesundheit als eine Aufgabe, die einen rund um die Uhr fordere. Er äußerte dabei den Wunsch, anderen Betroffenen zu helfen.
Letzte Entwicklungen und familiärer Rückhalt
In Bezug auf seine Therapieerfahrungen gab Presley Gerber an, sich den Dingen gestellt zu haben, vor denen er zuvor geflohen war. Er drückte die Hoffnung aus, nicht erneut in die klinische Behandlung zurückkehren zu müssen. Die Familie, insbesondere Cindy Crawford und Kaia Gerber, zeigten öffentlich stets starken Rückhalt für ihn.
Wenn ein geliebter Mensch seit Jahren gegen die Abhängigkeit kämpft, wächst die Versuchung, jede noch so experimentelle Therapie auszuprobieren — auch solche ohne Zulassung im Ausland. Doch die Langzeitfolgen vieler Psychedelika gelten als unerforscht, und die Herzrisiken sind real. Unser Leitfaden hilft Ihnen, die Warnsignale zu erkennen und mit Ihrem Angehörigen über sichere Alternativen zu sprechen. Warnsignale-Checkliste jetzt sichern
Noch am 6. August 2026 veröffentlichte Gerber einen letzten Beitrag in den sozialen Medien, in dem er für ein Bekleidungsunternehmen warb. Sein Tod in der Einrichtung in Los Angeles markiert das Ende einer langen Krankheitsgeschichte, die beispielhaft für die Komplexität und die Risiken moderner Suchttherapien steht.
