IBM, FlashCore

IBM FlashCore: Hardware erkennt Ransomware in unter einer Minute

01.07.2026 - 15:47:03 | boerse-global.de

IBM, NetApp und Scality präsentieren KI-gestützte Speicherlösungen. Auch heimische NAS-Systeme profitieren von neuer Technologie.

KI-Integration in Speichersystemen: Neue NAS und Enterprise-Lösungen
IBM - Zukunftssichere Serverracks mit blauen Leuchten und Glasfaserkabeln, Symbol für KI-Integration in Datenspeicher und Sicherheit. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Künstliche Intelligenz hält Einzug in Speichersysteme – vom heimischen NAS bis zum Rechenzentrum.

Die Speicherbranche erlebt einen fundamentalen Wandel. Immer mehr Hersteller rüsten ihre Systeme mit künstlicher Intelligenz aus, um den wachsenden Anforderungen an Datensicherheit, souveräne Infrastrukturen und massive Workload-Skalierbarkeit gerecht zu werden. Was als Trend zu „AI-ready"-Hardware begann, entwickelt sich zum neuen Industriestandard.

IBM setzt auf KI-gestützte Ransomware-Abwehr

IBM hat am heutigen Mittwoch eine neue Generation seiner FlashCore-Hardwaremodule vorgestellt. Die Systeme erkennen Ransomware-Angriffe in unter einer Minute – und das direkt auf Hardware-Ebene. Maschinelle Lernmodelle analysieren dabei in Echtzeit die Block-Level-Entropie der gespeicherten Daten. Bei verdächtigen Mustern wird automatisch die Storage-Defender-Plattform alarmiert, die den Wiederherstellungsprozess einleitet.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass bis 2028 rund 60 Prozent aller Enterprise-Storage-Lösungen integrierte Cyber-Resilience-Funktionen bieten werden. IBM orientiert sich bei seiner Implementierung an den Richtlinien des National Institute of Standards and Technology (NIST), die eine kontinuierliche Speicherüberwachung zur Abwehr von Cyberbedrohungen vorschreiben.

NetApp skaliert auf zehn Exabytes

Ebenfalls heute hat NetApp sein StorageGRID-System in Version 12.1 vorgestellt. Die Software ist speziell für sogenannte „AI-Factories" konzipiert – Rechenzentren, die nichts anderes tun, als KI-Modelle zu trainieren und auszuführen. Der globale, föderierte Namensraum skaliert auf bis zu zehn Exabytes.

Die Leistungsdaten sind beeindruckend: Im Vergleich zum Vorgänger steigt der Datendurchsatz um 400 Prozent auf bis zu 12 Terabyte pro Sekunde. Um Datenmengen dieser Größenordnung zu verwalten, enthält das System Batch-Operationen für Milliarden von Objekten. Hinzu kommen verschärfte Sicherheitsprotokolle, darunter eine Multi-Administrator-Verifikation für kritische Änderungen.

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Souveräne KI-Stacks: Scality und OVHcloud kooperieren

Bereits Ende Juni haben Scality und OVHcloud ihre Partnerschaft für einen souveränen KI-Speicher-Stack bekannt gegeben. Die Lösung kombiniert Scalitys RING- und ARTESCA-Software mit der Bare-Metal-Infrastruktur von OVHcloud. Das Besondere: Das System erfüllt strenge regulatorische Anforderungen – von der DSGVO über DORA bis zur NIS2-Richtlinie – und bleibt dennoch mit leistungsstarken GPU-Umgebungen kompatibel.

Der Stack, der erstmals Mitte Juni auf einer Branchenveranstaltung vorgestellt wurde, enthält dedizierte Backup-Systeme, die für KI-Workloads optimiert sind. Für Unternehmen mit hohen Anforderungen an die Datenresidenz bietet sich damit eine lokale Alternative zu US-amerikanischen oder asiatischen Cloud-Anbietern.

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KI hält Einzug in heimische Netzwerke

Doch nicht nur die Großindustrie profitiert. Auch im Consumer- und KMU-Segment setzt sich die KI-Integration durch. Der TerraMaster F4-425 Pro, dessen Tests zwischen dem 30. Juni und 1. Juli veröffentlicht wurden, kommt mit dem Betriebssystem TOS 7 und nativer OpenClaw-KI-Unterstützung.

Die Hardware – angetrieben von Intel N305- oder N350-Prozessoren und bis zu 32 Gigabyte DDR5-RAM – überzeugt durch einfache Zerlegbarkeit und NVMe-Erweiterungsslots. Branchenbeobachter vermissen allerdings einen 10GbE-Anschluss, den einige Konkurrenzmodelle bereits bieten.

Parallel dazu zeichnen sich interessante Preisentwicklungen ab. Das QNAP TS-AI642-8G-US, ein 8-Kern-NAS mit dedizierter neuronaler Verarbeitungseinheit (NPU) für KI-Aufgaben, erreichte am 1. Juli den niedrigsten je gemessenen Preis auf großen Handelsplattformen. Solche Hardware-NPUs werden zunehmend eingesetzt, um Bilderkennung und Datenverwaltung zu beschleunigen, ohne die Haupt-CPU zu belasten – ein Trend, der sich in den kommenden Monaten weiter verstärken dürfte.

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