IAN in Göttingen: Land plant 38,3 Millionen Euro für neuen Institutsbau
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deMit der Grundsteinlegung für das Institut für Auditorische Neurowissenschaften (IAN) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) entsteht eine neue Forschungsinfrastruktur zur Behandlung von Hörbeeinträchtigungen.
Das Bauvorhaben an der Robert-Koch-Straße 8 in Göttingen soll die Erforschung grundlegender Hörprozesse mit der Entwicklung moderner Medizinprodukte und neuartiger gentherapeutischer Ansätze zusammenführen. Wie aus Berichten vom 28. Oktober 2026 hervorgeht, steht dabei unter anderem die Weiterentwicklung optogenetischer Cochlea-Implantate im Mittelpunkt.
Neue Forschungsinfrastruktur an der Robert-Koch-Straße
Das IAN arbeitet in enger Kooperation mit dem Else Kröner Fresenius Zentrum für Optogenetische Therapien (EKFZ OT). Ziel der wissenschaftlichen Einrichtung ist es, die biologischen Grundlagen des Hörens zu entschlüsseln und daraus translationale Therapien abzuleiten.
Die Leitung des Instituts liegt bei Prof. Dr. Tobias Moser, Direktor des IAN und Leibnizpreisträger. Moser war bereits an der ersten Gentherapie für das Innenohr beteiligt. Zusammen mit seinem Team erforscht er Verfahren zur Wiederherstellung des Gehörs und widmet sich schwerpunktmäßig der optischen Stimulation des auditorischen Systems.
Finanzierung und Zeitplan des Bauprojekts
Für das Bauprojekt des IAN plant das Land Niedersachsen Ausgaben in Höhe von rund 38,3 Millionen Euro ein. Die bereitgestellten Mittel stammen aus einem Sondervermögen des Bundes und werden vom Land Niedersachsen für den Institutsbau zugewiesen.
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Der Zeitplan der Universitätsmedizin Göttingen sieht vor, dass die bauliche Fertigstellung und die offizielle Inbetriebnahme des Neubaus bis Ende 2028 erfolgen. Der anschließende Bezug der Räumlichkeiten und die reguläre Aufnahme des Forschungsbetriebs sind für das Jahr 2029 angesetzt.
Optogenetik und Hören mit Licht
Einen zentralen Forschungsschwerpunkt des IAN bildet das optogenetische Cochlea-Implantat, das als Hören mit Licht bekannt ist. Die Methode setzt auf den Einsatz eines lichtempfindlichen Algenproteins, das mithilfe eines genetischen Vektors in die Zellen des Hörnervs eingebracht wird. Dadurch werden die Nervenzellen lichtempfindlich und lassen sich im nächsten Schritt gezielt über Lichtimpulse ansteuern. Dieser Ansatz soll im Vergleich zur klassischen elektrischen Reizung eine präzisere Signalübertragung ermöglichen.
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Das Verfahren baut auf den Prinzipien der Optogenetik auf, für deren Entdeckung und Entwicklung im Jahr 2026 zwei deutsche Forscher und ein US-amerikanischer Wissenschaftler mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurden.
Neben den optogenetischen Implantaten arbeiten die Wissenschaftler am IAN der UMG weiterhin an Gentherapien, die auf eine direkte biologische Wiederherstellung des Gehörs abzielen. Der Neubau soll ab 2029 die langfristigen räumlichen Voraussetzungen für diese Forschungsschwerpunkte bieten.
