Hyundai und Waymo: IONIQ 5 mit Level-4-Autonomie ab Q4 2026
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der südkoreanische Automobilhersteller Hyundai intensiviert seine Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Technologieunternehmen Waymo. Ab dem vierten Quartal 2026 sollen speziell ausgerüstete Einheiten des Modells IONIQ 5 aus US-Produktion in die autonome Flotte von Waymo integriert werden. Damit bauen beide Unternehmen eine Partnerschaft aus, die bereits seit Oktober 2024 besteht.
Die in einem neuen Werk im US-Bundesstaat Georgia gefertigten Elektrofahrzeuge werden direkt mit der sechsten Generation des sogenannten Waymo Driver ausgestattet. Diese Technologie ermöglicht autonomes Fahren auf Level 4, was den Betrieb ohne menschlichen Eingriff unter bestimmten Bedingungen erlaubt.
Bevor die Fahrzeuge im regulären Flottenbetrieb eingesetzt werden, plant Waymo für das Jahr 2026 umfangreiche Testläufe mit dem IONIQ 5. In dieser Phase wird zur Überwachung noch ein Sicherheitsspezialist an Bord der Fahrzeuge sein.
Bisher liegen keine Angaben zu einem verbindlichen Flottenvolumen oder zum Preis der für Waymo bestimmten Fahrzeuge vor. Dennoch markiert die Vereinbarung einen signifikanten Schritt für Hyundai in der Erschließung des Marktes für Mobilitätsdienstleistungen. José Muñoz, CEO von Hyundai, stellte zudem in Aussicht, Robotaxis künftig auch in Japan anzubieten. Hierfür wurden jedoch noch kein konkreter Termin und kein lokaler Partner benannt.
Strategische Differenzierung bei der Hardware
Im Rahmen eines Medientags in Pangyo am 11. September 2026 erläuterte Hyundai Details zur technischen Ausrichtung und zur Abgrenzung verschiedener Systeme. Dabei wurde klargestellt, dass die im Rahmen der Waymo-Kooperation generierten Daten nicht für die Entwicklung der konzerneigenen Lösung „Atria AI“ genutzt werden können. Grund hierfür sei die zu große Differenz zwischen den verwendeten Sensorsystemen.
Hyundai liefert ab Q4 2026 in Georgia gebaute IONIQ 5 mit Waymo Driver der sechsten Generation an Waymo — Level 4, zunächst mit Sicherheitsspezialist an Bord. Wer die Investitionsrisiken bei Robotaxi-Flotten einordnen will, braucht die Roadmap bis 2033. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern
Für seine eigenen künftigen Serienfahrzeuge setzt Hyundai auf eine Hardware-Basis von Nvidia. Das System Nvidia Hyperion 10 umfasst eine Ausstattung mit zehn Kameras, einem Radar sowie zwölf Ultraschallsensoren.
Während der IONIQ 6 als Testwagen derzeit mit acht Kameras und einem Radar operiert, nutzt Hyundai eine Flotte von 40 Datensammelfahrzeugen, um die Algorithmen zu trainieren. Externe Navigationsdaten von Anbietern wie Kakao oder Naver sollen dabei für die eigene Navigation integrierbar bleiben.
Zeitplan für Software-Defined Vehicles und Marktziel 2033
Der Fahrplan für die Einführung autonomer Fahrfunktionen im Hyundai-Konzern sieht mehrere Stufen vor. Ab dem ersten Halbjahr 2028 ist die Einführung von Systemen auf Level 2+ auf Nvidia-Basis geplant, gefolgt von Level 2++ im zweiten Halbjahr desselben Jahres.
Hyundais eigene Atria-AI-Pläne hängen an Nvidia Hyperion 10 — und die Waymo-Daten sind laut Media Day vom 11. September 2026 nicht dafür nutzbar. Wer Technologieabhängigkeiten von US-Partnern bewerten will, findet im Report die Sensor-Strategie im Vergleich. Hardware-Strategie-Checkliste jetzt sichern
Die Integration der hauseigenen Atria AI für Level 2++ ist für die zweite Jahreshälfte 2029 vorgesehen. Bereits ab Ende 2026 sollen in der südkoreanischen Stadt Gwangju sogenannte Pace-Cars zum Einsatz kommen, die als Wegbereiter für Software-Defined Vehicles (SDV) dienen.
Langfristig verfolgt Hyundai ehrgeizige Ziele im Bereich der Datenverarbeitung. Durch die globale Präsenz mit einem Absatz von jährlich 7 Millionen Fahrzeugen in 190 Ländern will der Konzern ein umfassendes „Data Flywheel“ aufbauen. Mit der Nutzung von VLA-Modellen (Vision-Language-Action) erwartet das Management, das Datenvolumen des Wettbewerbers Tesla bis zum Jahr 2033 zu übertreffen.
