Hyundai plant 30.000 Atlas-Roboter pro Jahr bis 2028
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hyundai Motor Group will bis 2028 rund 30.000 humanoide Roboter pro Jahr produzieren. Der südkoreanische Konzern treibt damit seinen Wandel vom klassischen Autobauer zum Anbieter von physischer Künstlicher Intelligenz voran. Auf einem KI-Gipfel in San Francisco skizzierte Konzernchef Euisun Chung am Freitag die Vision einer vernetzten Stadt-Intelligenz – gestützt auf Robotik und hochentwickelte Datenplattformen. Im Zentrum der Strategie steht der Atlas-Humanoid, entwickelt von der Hyundai-Tochter Boston Dynamics.
Produktion in den USA: 30.000 Einheiten pro Jahr
Um die Robotik-Offensive zu stemmen, plant Hyundai eine spezialisierte Fertigungsstätte in den USA. Mehr als 25.000 Atlas-Einheiten sollen künftig in den Werken von Hyundai und Kia zum Einsatz kommen – und dort Produktionsabläufe automatisieren. Die ersten kommerziellen Auslieferungen des Humanoiden starteten bereits Anfang 2026. Zu den ersten Kunden zählen neben Hyundai-eigenen Fabriken auch Google DeepMind.
Hyundai setzt dabei auf einen „Daten-Overdrive": Die Flotte aus Atlas, dem vierbeinigen Roboter Spot und dem Logistikroboter Stretch soll kontinuierlich Daten sammeln und so die KI-Modelle verbessern.
Vom Ballkünstler zum Fabrikarbeiter
Die jüngsten Fortschritte des Atlas-Roboters sind beeindruckend. Boston Dynamics trainierte den Humanoiden mit Motion-Capture und Simulationen für komplexe Bewegungsabläufe – darunter ein „Ghost Rabona"-Kick beim Fußball. Bei einem Auftritt während der Fußball-WM brachte Atlas sogar den Spielball für die Partie Brasilien gegen Norwegen ins Stadion.
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„Such öffentliche Tests sind extrem wertvoll", sagt Alberto Rodriguez, Technikchef bei Boston Dynamics. „Sie zeigen, ob der Roboter unter Extrembedingungen funktioniert – etwa bei großer Hitze." Entscheidend: Atlas wird nicht mehr streng programmiert, sondern trainiert. Durch Versuch und Irrtum sowie Simulationen haben sich Geschwindigkeit und Präzision massiv verbessert.
Technologie-Partnerschaften und Wettbewerb
Für seine physische KI-Strategie hat Hyundai hochkarätige Partner gewonnen:
- NVIDIA liefert das Robot-Referenz-Platform-System, unterstützt durch 50.000 Blackwell-GPUs
- Waymo arbeitet mit Hyundai am autonomen Fahren im Metaplant America in Georgia
- Google DeepMind forscht gemeinsam an fortschrittlicher Humanoiden-Robotik
Doch der Wettbewerb schläft nicht. Mehrere globale Player treiben ihre eigenen Projekte voran:
Tesla gab am Freitag bekannt, dass eine Produktionslinie für den Optimus-Roboter in Fremont, Kalifornien, entsteht. Elon Musk spricht von einem „schwierigen Fertigungsprogramm", peilt aber langfristig eine Million Einheiten pro Jahr an.
Figure AI meldete am Donnerstag den 1.000sten produzierten Humanoiden aus seinem Werk in San Jose. Das Unternehmen arbeitet seit elf Monaten mit BMW zusammen und has dort über 1.250 Arbeitsstunden absolviert.
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Samsung gründete am 21. Juli eine eigene Robotik-Sparte („RX Division"). Die Führungskräfte kommen teils von Hyundai und Boston Dynamics. Erste Tests eines KI-Modells, das 17 Entscheidungen pro Sekunde trifft, laufen bereits.
Apptronik aus Austin eröffnete eine 90.000 Quadratmeter große „Robot Park"-Anlage für die Entwicklung des Apollo-2-Roboters, der Ende Juni 2026 debütierte.
Regionale Investitionen und Zukunftspläne
Neben den US-Aktivitäten investiert Hyundai auch in Südkorea: Das Saemangeum AI Valley und die Region Yeongnam sollen zu Robotik-Zentren ausgebaut werden. Für Dezember ist die Konferenz IEEE Humanoids 2026 in Santa Clara geplant, die sich mit den Auswirkungen humanoider Roboter auf die Arbeitswelt beschäftigt.
Atlas selbst hat zuletzt gezeigt, dass er schwere Haushaltsgeräte heben und ungewöhnliche Bewegungsmuster ausführen kann. Die Industrie arbeitet weiter daran, die Schusspräzision und die autonome Navigation zu verbessern – beides entscheidend für den praktischen Einsatz in Fabriken und Haushalten.
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