Hyundai plant 25.000 Atlas-Roboter: Automatisierung ab 2028
28.06.2026 - 22:09:35 | boerse-global.de
Die Hersteller setzen zunehmend auf humanoide Roboter und sogenannte „Physical AI", um Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten. Ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen.
BMW erweitert Robotik-Einsatz in den USA und Deutschland
Der Münchner Autobauer hat seine Partnerschaft mit Robotik-Firmen ausgeweitet und setzt nun den Figure 03 in seinem Werk in Spartanburg (South Carolina) ein. Der humanoide Roboter ist mit Tastsensoren, integrierten Kameras in den Handflächen und kabelloser Ladefunktion ausgestattet. Seine Hauptaufgabe: die Logistiksteuerung in der Fertigung.
Der Einsatz ist kein Experiment mehr. Bereits 2025 halfen die Vorgängermodelle (Figure 02) bei der Produktion von über 30.000 X3-Crossovern – und das über zehn Monate hinweg. Dabei handhabten die Roboter rund 90.000 Komponenten.
Doch BMW bleibt nicht bei den USA. Ab Sommer 2026 testet der Konzern den AEON-Roboter von Hexagon Robotics im Leipziger Werk. Der Fokus liegt auf der Hochvoltbatterie-Produktion. Ziel ist es, ergonomisch belastende oder monotone Tätigkeiten zu automatisieren.
Hyundai plant 25.000 Atlas-Roboter ab 2028
Noch ambitionierter zeigt sich Hyundai Motor Group. Der südkoreanische Konzern will ab 2028 insgesamt 25.000 Atlas-Roboter in seinen Fabriken einsetzen. Um diese Dimension zu stemmen, prüft das Unternehmen derzeit südkoreanische Zulieferer für den Aufbau einer stabilen Lieferkette.
Branchenanalysten rechnen damit, dass die Kosten für solche Roboter langfristig unter das Niveau von zwei Jahresgehältern eines durchschnittlichen US-Fertigungsarbeiters fallen könnten. Das würde die Wirtschaftlichkeit der Automatisierung drastisch verbessern.
Ford setzt wieder auf menschliche Ingenieure
Nicht alle setzen blind auf Künstliche Intelligenz. Ford hat Anfang des Jahres 350 Ingenieure zurückgeholt, um Qualitätsprobleme zu beheben, die durch KI-gesteuerte Systeme entstanden waren.
Der Autobauer belegt zwar Platz eins in der aktuellen JD-Power-Studie zur Anfangsqualität (152 Probleme pro 100 Fahrzeuge). Dennoch gab es 2025 bereits 51 Rückrufaktionen, die über elf Millionen Fahrzeuge betrafen. Die neu eingestellten Ingenieure sollen dort eingreifen, wo automatisierte Systeme die Qualitätsstandards nicht erreichten.
Die hier beschriebene Automatisierungswelle verdeutlicht, dass die nächste industrielle Revolution bereits in vollem Gange ist – und Milliarden in neue Technologien fließen. Dieser kostenlose Report enthüllt, welche Unternehmen bei Robotik und KI aktuell die Nase vorn haben. Jetzt gratis herausfinden, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind
GM baut Stellen ab – Gewinne steigen trotzdem
General Motors hat im Juni 2026 im Werk Factory ZERO in Detroit über 1.000 Stellen gestrichen. Gleichzeitig kamen 50 kollaborative Roboter (Cobots) hinzu. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund schwankender Nachfrage nach Elektrofahrzeugen.
Die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) übt scharfe Kritik. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: GM erwirtschaftete im ersten Quartal 2026 einen Gewinn von 4,25 Milliarden Euro – ein Plus von 22 Prozent.
Nordamerika: Roboter-Boom hält an
Der gesamte nordamerikanische Markt zeigt eine ungebrochene Nachfrage nach Industrierobotern. 2025 orderten die Hersteller 36.766 Roboter – ein Anstieg um 6,6 Prozent. Auch im ersten Quartal 2026 setzte sich der Trend mit 9.055 Bestellungen fort.
Besonders spannend: In Mexiko setzen 68 Prozent der Automobilwerke noch 2026 auf NPU-basiertes maschinelles Lernen für die vorausschauende Wartung. Die Systeme reduzieren ungeplante Ausfallzeiten um bis zu 40 Prozent. Bei Nissan im Werk Aguascalientes sanken die Wartungskosten durch Edge AI sogar um 32 Prozent.
Strategische Allianzen und Milliarden-Investitionen
Die Verschmelzung von Hardware und Software – „Physical AI" genannt – treibt neue Partnerschaften voran. Thyssenkrupp und GlobalLogic (eine Tochter von Hitachi) haben eine strategische Allianz geschlossen. Gemeinsam entwickeln sie eine „Datenintelligenz-Schicht" für autonome Roboter und Drohnen in gefährlichen Industrieumgebungen.
Während große Konzerne massiv in Robotik investieren, stellt sich für Anleger die Frage, wo das große Geld in dieser neuen Ära wirklich hinfließt. Finanzexperten haben die wichtigsten Akteure analysiert und stellen ihre Ergebnisse in einem exklusiven Guide zur Verfügung. Die Gewinner von morgen im kostenlosen Report entdecken
Kawasaki Robotics bringt derweil den RL030N auf den Markt – einen 8-Achsen-Roboter für Physical AI. Die integrierte Pulseboard-Technologie beschleunigt Schweißnahtprüfungen laut Hersteller um das Zehnfache.
Die größte Überraschung kommt aus Israel: Mobileye übernimmt Mentee Robotics for umgerechnet rund 830 Millionen Euro – davon etwa 565 Millionen Euro in bar. Der Deal unterstreicht den enormen Wert, den die Branche humanoiden Robotern und räumlicher KI beimisst.
Ausblick: 60-faches Wachstum bis 2040
Die Analysten von Morgan Stanley sind optimistisch. Ihrer Prognose zufolge könnte der Markt für humanoide Roboter bis 2040 um das 60-Fache wachsen. Voraussetzung: Die Technologie reift weiter, und die Produktionskosten sinken drastisch. Beides scheint derzeit auf einem guten Weg zu sein.
