Hyundai kauft Boston Dynamics für 335 Millionen Euro komplett
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 06:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Tesla baut eine Fabrik für seinen Optimus-Roboter, Hyundai übernimmt Boston Dynamics komplett. In Südkorea legen Arbeiter dagegen die Arbeit nieder.
Tesla startet Optimus-Produktion noch diesen Sommer
Tesla hat mit dem Bau einer speziellen Fertigungsanlage für den humanoiden Roboter Optimus am Gigafactory-Standort in Austin, Texas begonnen. Das ambitionierte Ziel: zehn Millionen Einheiten pro Jahr. Branchenbeobachter sehen 2027 als mögliches Schlüsseljahr für Teslas Wandel zum Robotik-Unternehmen.
Die Produktion des Optimus soll Ende Juli oder August 2026 anlaufen. Zunächst wird im Werk Fremont gefertigt, später kommt eine zweite Linie in Texas hinzu. Der Roboter nutzt die gleiche neuronale Netztechnologie wie Teslas autonome Fahrsysteme und teilt sich viele Hardware-Komponenten mit den Elektroautos des Konzerns.
Hyundai übernimmt Boston Dynamics vollständig
Hyundai Motor Group hat die restlichen Anteile an Boston Dynamics erworben. Rund zehn Prozent kamen von SoftBank – für geschätzte 335 Millionen Euro. Damit hat Hyundai nun freie Hand für langfristige Investitionen und einen möglichen Börsengang.
Der südkoreanische Autobauer plant, ab 2028 jährlich 30.000 Atlas-Roboter zu bauen. Über 25.000 davon sollen im eigenen Fertigungsnetzwerk zum Einsatz kommen, darunter im Georgia Metaplant. Der aktuelle Atlas ist 1,88 Meter groß, wiegt 90 Kilogramm und verfügt über 56 Freiheitsgrade. Er hebt 50 Kilogramm und hat eine Akkulaufzeit von vier Stunden.
Die Kosten pro Einheit liegen zwischen 130.000 und 140.000 Euro. Hyundai rechnet mit einer Amortisation innerhalb von etwa zwei Jahren. Ab 2028 sollen die Roboter für Teilaufgaben in der Fertigung eingesetzt werden, die vollständige Integration in die Montage ist für 2030 geplant.
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Arbeitskampf in Südkorea eskaliert
Die Automatisierungswelle stößt auf Widerstand der Belegschaft. Am 13. Juli 2026 begannen Arbeiter im Hyundai-Werk Ulsan mit einem Streik. In der ersten Woche wurde die Arbeit täglich zwei Stunden früher beendet, für die Zeit vom 20. bis 22. Juli sind vierstündige Arbeitsniederlegungen angekündigt.
Die Gewerkschaft mit rund 40.000 Mitgliedern fordert Jobgarantien mit Blick auf Künstliche Intelligenz und Automatisierung. Zum Paket gehören außerdem:
* 30 Prozent des Nettogewinns als Bonus
* Umstellung vom Stundenlohn auf festes Monatsgehalt
* Anhebung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre
* Höheres monatliches Grundgehalt
Der Streik hat bereits Produktionsausfälle von 5.000 Fahrzeugen verursacht – ein Umsatzminus von rund 134 Millionen Euro. Hyundai meldete für 2025 zwar einen Rekordabsatz von 4,1 Millionen Fahrzeugen, der Nettogewinn sank jedoch um 21 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Das erschwert die Verhandlungen zusätzlich.
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Milliardenmarkt für humanoide Roboter
Die Autoindustrie hat insgesamt über 20 Milliarden Euro in Robotik investiert. Ziel ist es, Arbeitskräftemangel auszugleichen und die Präzision zu steigern. Die Marktprognosen sind gewaltig: Goldman Sachs erwartet ein Volumen von 38 Milliarden Euro bis 2035, Morgan Stanley sogar 152 Milliarden Euro bis 2040.
Auch andere Hersteller melden Fortschritte. Agility Robotics verbuchte 65.000 Betriebsstunden für seinen Digit-Roboter an neun Standorten. Figure-Roboter absolvierten 1.250 Teststunden bei BMW mit 99 Prozent Genauigkeit bei bestimmten Aufgaben. Was fehlt, sind einheitliche Sicherheitsstandards für den Einsatz humanoider Roboter in der Industrie.
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