Hypnose gegen Rauchen: Warum sie laut Fachleuten nur ergänzend helfen kann
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 23:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Rolle mentaler Methoden bei der Veränderung festgefahrener Gewohnheiten und Verhaltensweisen gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit. Aktuelle Medienberichte greifen auf, wie Hypnose dabei unterstützen kann, problematisches Verhalten wie Rauchen oder exzessive Social-Media-Nutzung zu bewältigen. Fachleute und Praktiker betonen dabei jedoch gleichermaßen die Möglichkeiten wie auch die klaren Grenzen dieser Techniken.
Einsatz und Grenzen der Hypnose im Alltag
Der Hypnotiseur Jan Becker verweist darauf, dass Hypnose insbesondere bei Routinen und antrainierten Gewohnheiten ansetzen kann. So sei beispielsweise der Konsum von Schokolade ein erlerntes Verhalten, das sich vergleichsweise gut modifizieren lasse.
Bei komplexeren Herausforderungen wie der Raucherentwöhnung stelle Hypnose nach Beckers Einschätzung hingegen lediglich einen sehr kleinen, unterstützenden Baustein dar. Liegen schwere Abhängigkeiten von Alkohol oder Drogen vor, komme der Methode allenfalls eine ergänzende Funktion zu. Auch die anhaltende Beschäftigung mit sozialen Netzwerken beschreibt Becker selbst als eine Art von Hypnose.
Aus seiner Praxis auf der Bühne – darunter Veranstaltungen vor 15.000 Menschen in der Berliner Wuhlheide sowie vor 50.000 Menschen im Stadion Mönchengladbach – berichtet Becker, dass rund 40 bis 50 Prozent der Teilnehmenden bei Demonstrationen die Hände nicht mehr auseinanderbekämen.
Neben der Unterhaltung verweist er auf Einzelfälle aus dem Publikum: So habe eine Frau mit unerfülltem Kinderwunsch nach der Anwendung von Entspannungstechniken eine Schwangerschaft erlebt, während die Mutter einer an Magersucht leidenden Teilnehmerin berichtet habe, ihre Tochter sei nach einem Bühnenauftritt wieder lebensfroher gewesen.
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Mentale Methoden im Alltag
Neben klassischen Tranceverfahren stehen auch alltagstaugliche mentale Ansätze im Fokus. Der Mentalist und Autor Timon Krause stellt in seinem Buch „99 Mind Hacks“ insgesamt 99 mentale Techniken vor, deren Grundlagen in der Psychologie, den Neurowissenschaften oder der Hypnose liegen.
Dazu zählt unter anderem der sogenannte Eichhörnchen-Trick, eine spezielle Atemtechnik zur Stimulation des Vagusnervs. Krause nutzte diese Methode beispielsweise vor einer Keynote, um den eigenen Herzschlag zu verlangsamen und gezielte Beruhigung herbeizuführen.
Zugleich mahnt auch Krause zur Differenzierung. Im Podcast „Smarter leben“ des Magazins Der Spiegel thematisiert er die Abwägung, in welchen Situationen solche Methoden tatsächlich Unterstützung bieten und ab wann sie unbegründete Erwartungen oder falsche Hoffnungen wecken.
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Wachsende Präsenz in regionalen Angeboten
Das Interesse an hypnotischen und achtsamkeitsbasierten Methoden spiegelt sich auch in kommunalen Programmen und regionalen Initiativen wider. In Saint-Palais-sur-Mer richtet die Stadt vom 5. bis 9. Oktober 2026 die sogenannte Semaine bleue für Senioren aus.
Neben Programmpunkten wie Stuhl-Yoga, Gedächtnistrainings und Segelwagenfahrten steht dort auch ein Hypnose-Workshop auf dem Plan. Ergänzt wird die Woche am 5. Oktober durch eine Konferenz zur psychischen Gesundheit im Alter, gestaltet von Pierre-Jacques Rambeaud und Pauline Lecompte.
Im französischen Mognéville veranstaltet L'Herberie et Cie am 10. und 11. Oktober in der örtlichen Festhalle die zweite Ausgabe des Salon du bien-être. Dort bietet unter anderem Ludovic Caridroit Anwendungen im Bereich der Ericksonschen Hypnose und des Hypno-Magnetismus an.
In Thury-Harcourt-le-Hom eröffneten Ambre Boutry und Nelly Lemoigne das Geschäft „Ambelly ta vie“. Lemoigne, die zuvor im öffentlichen Dienst tätig war, bietet dort neben Klangmassagen, Reiki und Sophrologie auch Hypnose mit Fokus auf Kinder und Eltern an, während Boutry Coachings für Beziehungen und Familien durchführt.
