Hypertonie-Therapie, Betablocker

Hypertonie-Therapie: Betablocker verdoppeln Depressionsrisiko

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 07:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschungsdaten vergleichen Blutdrucksenker und Lebensstilansätze: Nüsse, Magnesium und Vitamin D zeigen mögliche Effekte auf die Blutdruckwerte.

Bluthochdruck: Studie zeigt Unterschiede bei Medikamenten und Ernährung
Ein minimalistischer Behandlungsraum mit einem leeren klinischen Untersuchungstisch in hellem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Forschungsergebnisse widmen sich der Frage, wie sich unterschiedliche Klassen von Blutdrucksenkern auf den menschlichen Organismus auswirken. Mithilfe der Methode der Mendelschen Randomisierung untersuchen Wissenschaftler, welche differenzierten Effekte verschiedene Wirkstoffgruppen auf den Zucker- und Fettstoffwechsel von Patientinnen und Patienten mit Hypertonie haben.

Da Bluthochdruck weltweit eine der häufigsten chronischen Erkrankungen darstellt, rückt die individuelle Verträglichkeit und metabolische Wirkung der Präparate zunehmend in das Zentrum kardiologischer Analysen.

Risiken, Nebenwirkungen und psychische Begleiterscheinungen

Neben den metabolischen Auswirkungen stehen auch weitere Begleiterscheinungen etablierter Medikamente im Blickfeld der Medizin. Nach Angaben des Kardiologen Philipp Stawowy vom Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) führen Betablocker vergleichsweise häufig zu einem Abbruch der Therapie, da Betroffene unter Erschöpfung und Müdigkeit leiden. Zudem weisen wissenschaftliche Untersuchungen auf einen Zusammenhang mit depressiven Verstimmungen hin.

Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigte bereits, dass Betablocker nach einem Herzinfarkt bei erhaltener Herzfunktion das Risiko für Depressionen erhöhen können. Eine weitere Untersuchung mit über 100.000 Patienten ergab zudem, dass Betablocker sowie Kalziumantagonisten das Risiko einer Krankenhauseinweisung aufgrund von Depressionen im Vergleich zu ACE-Hemmern verdoppeln.

Trotz der weiten Verbreitung der Erkrankung offenbaren klinische Datensätze Defizite bei der Erfassung aller Patientengruppen: Eine Analyse von über 2000 Hypertonie-Studien belegt einen Frauenanteil von maximal 38%.

Leitlinien und therapeutische Einordnung

Die Relevanz einer präzisen Medikation wird durch die globalen epidemiologischen Entwicklungen unterstrichen. Seit 1990 hat sich die Zahl der von Bluthochdruck betroffenen Menschen weltweit verdoppelt; Schätzungen beziffern die Gesamtzahl auf rund 1,4 Milliarden Erwachsene.

Die europäische ESC-Leitlinie aus dem Jahr 2024 definiert Blutdruckwerte bis 120/70 mmHg als normal, Werte zwischen 120-139/70-89 mmHg als erhöht und stuft Messungen ab 140/90 mmHg als Hypertonie ein. Für die Behandlung stehen im Wesentlichen fünf Wirkstoffgruppen zur Verfügung: Diuretika, Kalziumantagonisten, Betablocker, ACE-Hemmer sowie Sartane.

Anzeige

Wer sich mit den Risiken von Bluthochdruck befasst, findet in diesem Spezialreport von Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid wertvolle Unterstützung für eine natürliche Regulierung der Werte. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Herzinfarktrisiko minimieren und Ihren Blutdruck dauerhaft in den Griff bekommen. 7 Tipps zur natürlichen Blutdrucksenkung kostenlos herunterladen

Bei manifestem Bluthochdruck ab 140/90 mmHg empfiehlt die Leitlinie eine sofortige medikamentöse Therapie. Liegen lediglich erhöhte Werte ohne zusätzliche kardiovaskuläre Risikofaktoren vor, wird zunächst eine Anpassung des Lebensstils angeraten. Treten Risikofaktoren hinzu, kann eine medikamentöse Behandlung unmittelbar oder nach drei Monaten eingeleitet werden.

Nicht-medikamentöse Ansätze und Mikronährstoffe

Ergänzend zur Pharmakotherapie untersuchen Forscher das Potenzial von Lebensstil- und Ernährungsumstellungen. Wie Studienautor Michael Metoudi im Zusammenhang mit weltweiten Hochdruckstatistiken hervorhebt, sind präventive Maßnahmen von zentraler Bedeutung.

Anzeige

Neben der medikamentösen Therapie können oft schon kleine Anpassungen im Alltag eine große Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System entfalten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen acht natürliche Maßnahmen, mit denen Sie Ihre Blutwerte ganz ohne zusätzliche Medikamente verbessern können. Gratis-Report: 8 Methoden gegen Bluthochdruck entdecken

Eine Metaanalyse von Plant-Based Health Professionals UK und dem Imperial College London, die am 04.08.2026 im British Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, wertete Daten von über 143.000 Menschen aus acht Studien aus.

Demnach senkt ein regelmäßiger Nussverzehr das Hypertonierisiko um circa 16%. Bei einer täglichen Zufuhr von 28 Gramm verringert sich das Risiko um 20%, bei 30 Gramm pro Tag gegenüber einem vollständigen Verzicht um 26%, wobei höhere Verzehrmengen keinen zusätzlichen messbaren Nutzen brachten.

Eine weitere Übersichtsarbeit befasst sich mit der Rolle bestimmter Mikronährstoffe. Magnesiumpräparate können demnach den systolischen Blutdruck signifikant senken. Vitamin D kann sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck reduzieren, was Fachleute besonders bei Personen mit Typ-2-Diabetes oder Adipositas beobachten. Eine gemeinsame Gabe beider Stoffe könnte synergistische Effekte entfalten.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70135524 |