Hyperaldosteronismus: PET/ CT bevorzugten 28 von 29 Teilnehmenden
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der primäre Hyperaldosteronismus (PA) gilt in der medizinischen Forschung als eine der wesentlichen Ursachen für sekundären Bluthochdruck. Schätzungen zufolge ist diese Erkrankung für 5 bis 14 % aller Hypertonie-Fälle verantwortlich.
Bei Patienten mit therapieresistenter Hypertonie steigt dieser Anteil sogar auf bis zu 29 % an. Da die frühzeitige Identifizierung entscheidend für die Wahl der Therapie ist, stehen neue diagnostische Verfahren und die Optimierung bestehender Screening-Methoden im Fokus der klinischen Untersuchung.
Innovative Bildgebung und Patiententoleranz
Ein bedeutender Fortschritt in der bildgebenden Diagnostik wurde im Februar 2026 durch die Veröffentlichung prospektiver Phase-2-Daten im Journal of Nuclear Medicine bekannt. Im Zentrum der Untersuchung stand das Verfahren [68Ga]Ga-Pentixafor-PET/CT. Die Ergebnisse verdeutlichten, dass diese Methode bei Patienten mit primärem Aldosteronismus gut verträglich ist.
In der klinischen Anwendung zeigte das Verfahren eine hohe Spezifität bei der Erkennung einseitiger aldosteronproduzierender Adenome, während die Sensitivität im Vergleich zu Ergebnissen aus Operationen und der Nebennierenvenen-Blutentnahme (AVS) als moderat eingestuft wurde.
Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung war die Akzeptanz durch die Betroffenen. Laut den Daten bevorzugten 28 von 29 Teilnehmenden die PET/CT-Untersuchung gegenüber der herkömmlichen Alternativdiagnostik. Zwar stützen diese Ergebnisse die klinische Grundlage für eine geplante Phase-3-Studie, eine eindeutige Überlegenheit des neuen Verfahrens gegenüber etablierten Methoden gilt durch die vorliegenden Daten jedoch noch nicht als belegt.
Optimierung des Screenings durch Mehrfachmessungen
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Neben der Bildgebung bleibt die laborchemische Untersuchung ein Pfeiler der Diagnostik. Eine im September 2026 veröffentlichte retrospektive Studie von Parasiliti-Caprino et al. untersuchte die Verlässlichkeit des Aldosteron-Renin-Quotienten (ARR). Die Analyse umfasste 342 Fälle in einem spezialisierten Überweisungszentrum, wobei in 214 Fällen (62,6 %) ein primärer Aldosteronismus diagnostiziert wurde.
Die Forscher stellten fest, dass die Genauigkeit der Diagnose erheblich von der Anzahl der Messungen abhängt. Bei einem festgelegten ARR-Schwellenwert von 49 und der Bedingung, dass zwei aufeinanderfolgende Messungen positiv ausfallen müssen, ergab sich eine Sensitivität von 82,2 % und eine Spezifität von 71,9 %.
Die allgemeine Treffsicherheit lag bei 77,1 %. Besonders deutlich zeigten sich die Unterschiede in der Prävalenz: Während diese bei zwei positiven Ergebnissen bei 83,0 % lag, sank sie bei zwei negativen Befunden auf 21,3 %.
In Fällen mit diskordanten, also widersprüchlichen Ergebnissen, betrug die Prävalenz rund 36 %. Die Verwendung des Mittelwerts aus zwei Messungen führte laut der Studie zu einer signifikanten Verbesserung der statistischen Trennschärfe (AUC) von 0,772 auf 0,803.
Management von Begleiterkrankungen und medikamentösen Risiken
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Die Diagnostik des primären Aldosteronismus findet häufig im Kontext anderer hormoneller Störungen statt. So ist bekannt, dass etwa 80 % der Menschen mit einem Cushing-Syndrom ebenfalls unter Bluthochdruck leiden. Im Gegensatz dazu tritt das Phäochromozytom deutlich seltener auf und betrifft etwa 0.2 bis 0,6 % der Hypertonie-Patienten.
In der Langzeittherapie und Abklärung müssen zudem medikamentöse Wechselwirkungen beachtet werden. ACE-Hemmer wie Ramipril, Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) wie Candesartan sowie kaliumsparende Diuretika erhöhen das Risiko einer Hyperkaliämie.
Fachleute beobachten bei etwa 10 % der Patienten unter Langzeittherapie mit ACE-Hemmern einen leichten Anstieg der Kaliumwerte. Klinisch bedeutsame Anstiege treten nach Therapiebeginn bei stationären Patienten in 0,5 bis 0,9 % der Fälle unter ACE-Hemmern und in 0,8 bis 2,1 % unter ARB auf.
Besondere Vorsicht ist bei eingeschränkter Nierenfunktion geboten. Bei einem eGFR-Wert zwischen 15 und 29 mL/min/1,73 m² ist das Risiko für einen gefährlichen Kaliumanstieg im Vergleich zu einer normalen Nierenfunktion etwa 13-fach erhöht. Bei Diabetes-Patienten wird ein etwa 5-faches Risiko verzeichnet.
Mediziner empfehlen daher eine engmaschige Kontrolle von Kalium und Kreatinin bereits eine bis zwei Wochen nach einer Neueinstellung oder Dosiserhöhung. Nach einer Stabilisierung sollte die Überprüfung in Abständen von sechs bis zwölf Monaten erfolgen.
